Tag der Ökumene auf dem Annaberg
Barmherzigkeit Erfolg im Leben

Gemeinsam feierten katholische und evangelische Geistliche den Gottesdienst am Annaberg-Freialtar. Bild: gac

"Wenn wir untereinander Barmherzigkeit üben, dann brauchen wir keine Angst zu haben vor denen, die in unseren Seelen Hass und Gewalt säen wollen!" So fasste Diakonie-Präsident Pfarrer Michael Bammessel die Botschaft des ökumenischen Gottesdienstes am Annaberg zusammen.

Mit einer prächtigen Fanfare begrüßte der Posaunenchor der Christuskirche unter der Leitung von Doreen Deyerl, verstärkt durch Rosenberger Bläser, die einziehenden Geistlichen beider Konfessionen. Dekan Walter Hellauer stellte fest, der Weg zur Einheit aller Christen sei die lebendige Begegnung und die geistliche Erfahrung, die evangelische und katholische Christen miteinander machen könnten, zum Beispiel auch beim ökumenischen Anna-Gottesdienst.

Nicht falsch reagieren


Auch die Annaberg-Festwoche sei eine Woche der Barmherzigkeit. Der evangelische Dekan Karlhermann Schötz erinnerte, dass in den letzten Wochen sichtbar geworden sei, was geschehe, wenn Menschen keine Barmherzigkeit übten gegen sich und andere. Gott aber sei ein barmherziger Gott, der die Schuld verzeiht.

Diakonie-Präsident Michael Bammessel predigte über Psalm 103 "...der Dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit". Die Barmherzigkeit und nicht Geld, Ruhm oder Macht sei der größte und schönste Erfolg im Leben. Dennoch gebe es Menschen, die sie mit Hass und Gewalt vernichten wollten. Menschen, die andere gezielt manipulierten, um Tod und Schrecken zu verbreiten.

Ein großer Fehler sei es jedoch, wenn man nun auf die Anschläge der letzten Wochen mit Angst und Gewalt reagiere. Natürlich müssten die Menschen in Deutschland in Sicherheit leben können, das gelte aber auch für jene, die vor Krieg und Gewalt hier Zuflucht gefunden hätten.

Die größte Gefahr sei es, wenn die Liebe erkalte, denn solange Liebe und Barmherzigkeit stark seien, könne niemand uns wirklich bedrohen. Die Liebe Gottes wird den Christen in der Taufe zugesprochen, und so erinnerten die beiden Dekane gemeinsam an die Erklärung von Lima, in der die großen christlichen Kirchen ihre Taufen gegenseitig anerkannten. Diakonin Irene Elsner und Pfarrer Daniel Heller vom ostmährischen Seniorat der Böhmischen Brüder trugen gemeinsam einen Lobpreis Gottes über dem Wasser vor.

Segen am Schluss


Stimmungsvoll war das Lied "Ich habe Euch die schmutzigen Füße gewaschen", das Kantorin Sabine Morgenschweis, begleitet von Dekanatskirchenmusiker Steffen Kordmann, mit klarer Stimme vortrug, wobei die Gemeinde in den Kehrvers einstimmte. Mit dem Segen verabschiedeten die Dekane die Gläubigen.
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