Tagung der Ortsbäuerinnen des Bayerischen Bauernverbands (BBV) im Landgasthof Erras in ...
Berufsleben mit Abzweigungen

Volles Haus beim BBV-Ortsbäuerinnen-Tag im Fichtenhofener Landgasthaus Erras: am vorderen Tisch rechts Kreisbäuerin Brigitte Trummer, links daneben die neue BBV-Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Birgit Götz. Bilder: gf (2)

Biografien laufen in der Landwirtschaft oft nicht so geradlinig wie in einem gängigen Arbeitsleben. Das hat auch nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf die Altersversorgung.

Das Rentenrecht stand deshalb unter anderem im Mittelpunkt einer Tagung der Ortsbäuerinnen des Bayerischen Bauernverbands (BBV) im Landgasthof Erras in Fichtenhof. Denn speziell bei Frauen in bäuerlichen Betrieben sei es oftmals "ein langwieriger Weg", bis die Versorgungssituation geklärt sei.

Das unterstrich in einem Vortrag Doris Hüttenkofer, Sozialreferentin der Regensburger BBV-Hauptgeschäftsstelle. Hat beispielsweise eine heutige Bäuerin früher in einem anderen Beruf gearbeitet, sind nun zwei Sozialkassen für ihre Alterversorgung zuständig; die Deutsche Rentenversicherung und die Landwirtschaftliche Rentenkasse. Zu berücksichtigen seien aber immer Ansprüche, die sich aus Beitragszeiten, Zeiten der Kindererziehung oder Pflege, Berücksichtigungs-, Anerkennungs-, Zurechnungs- und Ersatzzeiten zusammensetzen. Die Anrechnung der Kindererziehung, so die Referentin, führe bei vor 1992 zur Welt gekommenem Nachwuchs nach aktuellen Berechnungen zu gut 28 Euro mehr Rente im Monat.

Auch Rente mit 63

Seit 1. Juli gelte zudem auch in der Landwirtschaft die Regelung der Rente mit 63 für "besonders langjährige Versicherte". Voraussetzung seien auch hier 45 Beitragsjahre, die Wehr- oder Zivildienst, die Pflege von Angehörigen, Kindererziehungszeiten und Phasen des Bezugs von Arbeitslosen- oder Krankengeld einbeziehen. Nicht jedoch Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe, Versorgungsausgleich oder Rentensplitting. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten auch aus einer geringfügigen Beschäftigung Rentenansprüche erwachsen.

Sonderregelungen

Hüttenkofer ging zudem auf die spezielle Alterssicherung für Landwirte ein, die von der Sozialversicherung für Forsten, Landwirtschaft und Gartenbau (SVLFG) gezahlt werde. Die Regelaltersgrenze könne nach einer Wartezeit von 15 Jahren von den Geburtsjahrgängen 1947 bis 1964 erreicht werden. Sonderreglungen mit einer vorzeitigen Altersrente gebe es auch für Ehegatten von Landwirten. Abschließend bot die BBV-Sozialreferentin ihren persönlichen Beratungsservice vor dem Anmelden von Ansprüchen an.

Viele Quereinsteiger

Aus der Arbeit des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) berichtete vor den Ortsbäuerinnen die Fachlehrerin Jutta Forster. Als eine Besonderheit beschrieb sie den Umstand, dass es die Landwirtschaftliche Berufsschule verhältnismäßig häufig mit Quereinsteigern zu tun habe. Viele Kurse würden auf das Multiplikatoren-Prinzip abzielen. Etwa hinsichtlich gesunder Ernährung, weil der Landwirtschaft und den hier arbeitenden Menschen quasi eine Schlüsselrolle zukomme. Heuer seien über 20 Kurse oder Seminare mit dieser inhaltlichen Stoßrichtung auf dem Terminplan gestanden. Wer Interesse habe, so Forster, könne sich beim AELF auch zur Referentin für Ernährung und Hauswirtschaft schulen lassen.

Umfassende Beratung

BBV-Geschäftsführer Thomas Bayerl stellte der Versammlung abschließende Birgit Götz als neue Mitarbeiterin der Amberger Geschäftsstelle vor. Sie ist künftig für das BBV-Erwachsenenbildungswerk und die Koordination von Veranstaltungen zuständig. Ausdrücklich verwies Bayerl auf das umfassende Beratungsangebot des Verbandes in Sozialversicherungs- und Rentenfragen.
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