Traditions-Gaststätte Neustadt 7
Wirtshauskultur auf der Kippe

Was hat das alte Haus nicht schon alles erlebt: Die Traditions-Gaststätte lockte nicht nur die Stammkundschaft. Neustadt 7 ("Ringer-Mutter") ist eines der letzten Relikte alter Wirtshauskultur. Sein Schicksal wird sich bald entscheiden - entweder bleibt die Gastronomie erhalten oder das Haus wird komplett zu Wohnzwecken umgebaut. Dann ist das Kneipen-Schicksal besiegelt.

Bis ins hohe Alter hinein hatte Margarete Rehnitz, bekannt als "Ringer-Mutter", die Gaststätte geführt, zuletzt nur mehr tagsüber. Die Wirtsstube ist mit ihrer Wandtäfelung, den Möbeln, der Holztrennwand und der Schenke eines der allerletzten originalen Überbleibsel aus der guten alten Wirtshauszeit. Seit 2002 ist es geschlossen.

Strenge Auflagen


Nach dem Tod der Besitzerin fanden sich Interessenten: Peter Dirnhofer und Josef Margraf kauften das Anwesen, das Richtung Norden noch ein 1500 Quadratmeter großes Grundstück bis zur Langen Gasse hin besitzt. Dort gab es früher auch Biergartenbetrieb und eine Kegelbahn.

Im ganzen Haus haben Experten inzwischen Befunduntersuchungen angestellt - mit erstaunlichem Ergebnis: Das ursprüngliche Gebäude kann wohl bis ins 11. Jahrhundert datiert werden, in seiner jetzigen Form ist es auch schon gut dreihundert Jahre alt. Bestrebungen, das Wirtshaus räumlich unverändert fortzuführen, scheiterten an den mittlerweile sehr verschärften Auflagen, unter anderem zum Brandschutz. Also gaben die Besitzer einige Planungen in Auftrag, die jetzt in zwei Möglichkeiten der künftigen Nutzung mündeten.

Zwei Möglichkeiten


Zum einen ist da der Vorschlag, das gesamte Haus umzuwandeln in eine Wohnstätte für betreute Jugendliche mit diversen Wohngruppen. Die Gaststube würde dann nur mehr als Aufenthaltsraum genutzt, die Wirtschaft verschwinden. Dieser Umbau brächte mehrere Hundert Quadratmeter Wohnfläche. Die Außenfassade bliebe erhalten.

Die andere Möglichkeit wäre, lediglich im 1. Stock zwei Wohnungen zu realisieren. Der Charme dieser Lösung bestünde darin, dass das alte Gasthaus komplett erhalten und sporadisch wieder genutzt werden könnte. Natürlich wären auch hier einige Verbesserungen im Küchen- und Sanitärbereich erforderlich. Eine gründliche Dachsanierung ist übrigens auf jeden Fall nötig, die Investitionskosten bei jeder der beiden Varianten wären beträchtlich.

Was wird nun geschehen? "Wir haben uns noch nicht entschiedenen", beschreibt Peter Dirnhofer die momentane Lage, in der er keinem der beiden Konzepte einen absoluten Vorrang einräumen will. Es gelte noch, einige wichtige Gespräche mit den Beteiligten zu führen.

Warten auf Entscheidung


Also steht das Schicksal dieser geschichtsträchtigen Kneipe auf der Kippe. Aber wie sie auch ausfällt, die Entscheidung der Eigentümer ist zu respektieren. Das Schicksal des alten Hauses ist noch nicht zu Ende.
Wir haben uns noch nicht entschiedenen.Mit-Investor Peter Dirnhofer zu den beiden Konzepten
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