Verkehrsstatistik der Polizeiinspektion
Mehr Unfälle, mehr Verletzte

Bild: PI Sulzbach-Rosenberg
 
Die Grafik beweist es: Die Zahl der Verletzten stieg im vergangenen Jahr deutlich an. Zuvor war sie relativ stabil geblieben.

Über 350 Quadratkilometer, rund 40 000 Einwohner und 34 Beamte im Dienst: Die Polizeiinspektion in Sulzbach-Rosenberg hat viel zu tun. Das liegt auch an der steigenden Zahl von Verkehrsunfällen. Um über 17 Prozent schnellte die Statistik für 2015 nach oben, die Personenschäden gleich um über 34 Prozent. Die Hauptunfallgründe: Fehler beim Abbiegen, Missachtung der Vorfahrt.

Es sind die Kleinunfälle, die die Statistik trüben: Hauptkommissar Michael Kernebeck, der stellvertretende Inspektionsleiter, und Verkehrssachbearbeiter, Oberkommissar Uwe Aulinger, erläuterten im SRZ-Gespräch das aktuelle Zahlenwerk. 1104 Verkehrsunfälle zählte die Dienststelle 2015, das sind 144 mehr als im Jahr zuvor. "Ein Großteil davon, nämlich 692, sind allerdings Kleinunfälle mit geringfügigen Verkehrsverstößen und ohne Verletzte oder auch Wildunfälle ohne Personenschaden", erläuterte Uwe Aulinger seine Zahlen. Leider weise die Bilanz sieben Verkehrstote auf, im Gegensatz zu zwei im Jahr 2014. Noch in Erinnerung sei allen der Unfall mit drei Todesopfern im März auf der Kropfersrichter Kreuzung.

Zahlreiche Unfallgründe


Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sei um 48 auf 189 gestiegen, gab Michael Kernebeck bekannt. 65 Schwerverletzte bedeuten eine Steigerung um 41 Prozent, 201 kamen mit leichteren Blessuren davon. Als Hauptursachen machten die beiden Beamten Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren aus, ebenso das Nichtbeachten der Vorfahrt und natürlich das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Gibt es besonders gefährdete Personengruppen? Sogenannte "Junge Erwachsene" zwischen 18 und 24 Jahren waren 88 Mal in Unfälle verwickelt, in 49 Fällen Hauptverursacher.

Alkoholfahrt verhindert


Ähnlich sieht es bei Senioren über 65 aus: 90 Beteiligungen, 55 Verursacher. Die Alkoholunfälle blieben mit elf fast gleich, allerdings nahm dabei die Zahl der Verletzten stark zu. Die Prävention zeigte Wirkung: "Wir haben in 50 Fällen alkoholisierte Kraftfahrer aus dem Verkehr gezogen, bevor es zu einem Unfall kam", berichtete Hauptkommissar Kernebeck.

Zehn Bürger konnte die Polizei an der Trunkenheitsfahrt hindern, indem sie die Schlüssel sicherstellte. Meist Marihuana hatten die 39 Verkehrsteilnehmer konsumiert, die unter Drogeneinfluss fuhren und erwischt wurden.

Jede Woche finden sich in der SRZ mehrmals Meldungen über Unfallfluchten nach einer Karambolage, meist auf Parkplätzen. "Diese Aufrufe um Zeugenhinweise aus der Bevölkerung helfen uns sehr, denn es melden sich immer wieder Beobachter ", bilanzierte Michael Kernebeck. Von den 166 Fällen konnte die Polizei auf diese Weise 58 aufklären.

Wir haben in 50 Fällen alkoholisierte Kraftfahrer aus dem Verkehr gezogen, bevor es zu einem Unfall kam.Hauptkommissar Michael Kernebeck zur Prävention

Mit der Laser-Messpistole


Zur Bekämpfung der Hauptunfallursache "Geschwindigkeit" setzten die Beamten ihr Laser-Handmessgerät insgesamt 90 Stunden ein, meist an Unfallschwerpunkten außerhalb geschlossener Ortschaften. Das Resultat schilderte Uwe Aulinger: 90 Ordnungswidrigkeitsanzeigen, fünf Fahrverbote, 26 Verwarnungen. Auch 58 Gurtmuffel und 29 Handy-Telefonierer stockten die Bußgeldkasse auf.

Eine durchwachsene Bilanz also, die die beiden Polizisten für 2015 zogen. "Wir hoffen vor allem, dass die Zahl der Toten und Verletzten wieder deutlich sinkt!", setzte Hauptkommissar Kernebeck an den Schluss. Umsichtiges Fahren, angepasste Geschwindigkeit und Beachtung der Vorfahrtsregeln sollten selbstverständlich sein: "Dann macht uns die Statistik deutlich mehr Freude."

SchulwegunfälleLeider, so vermeldete Uwe Aulinger, hätten sich 2015 drei Schulwegunfälle ereignet: Ein elfjähriger Radfahrer wurde von einem Auto bedrängt und stürzte, einen Schüler (8) erfasste beim Queren der Straße vor dem Bus ein Auto und verletzte ihn leicht. Schließlich war ein Pkw-Lenker bei Rot losgefahren und hatte zwei neun und zehn Jahre alte Schülerinnen sowie eine weitere Person gerammt und verletzt. (ge)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.