Volkstrauertag am Friedhofberg-Ehrenmal – Bereitschaft zum gegenseitigen Respekt gefordert
„Brauchen Orte des Gedenkens“

Die Abordnungen der Vereine und Verbände marschierten zum Ehrenmal am Friedhofberg, wo die Kränze niederlegt wurden. Bilder: bmr (2)

Nicht wegsehen, wenn in der Welt Menschen leiden, in die Flucht getrieben oder sterben - das war der Tenor der Rede von Bürgermeister Michael Göth beim Volkstrauertag am Ehrenmal am Friedhofberg. Gleichzeitig forderte der Redner dazu auf, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen und zu fragen, was das für heute bedeutet. Ein Zug vom Rathaus mit Vertretern zahlreicher Vereine und dem städtischen Bergknappenorchester an der Spitze ging der Gedenkveranstaltung voraus.

Das Gedenken am Volkstrauertag gelte allen Opfern von Krieg und verbrecherischer Gewalt, von Flucht und Vertreibung und solle ein Zeichen zur Bewahrung der Erinnerung setzen, forderte der Bürgermeister. Dieser Tag sei aber auch ein Tag der Trauer und der Mahnung und der Hoffnung auf Versöhnung. "In diesem Sinne müssen uns die Millionen Opfer beider Weltkriege und die neuen Opfer von Gewalt und Verbrechen nach 1945 wieder dazu anspornen, uns für eine friedliche und gerechte Welt einzusetzen."

Erinnerung wichtig


So wie wir Tage und Momente des Innehaltens bräuchten, benötigten wir auch Orte des Gedenkens, damit das, was geschehen ist, nicht vergessen wird. Woran, so Göth, sollten uns die Denkmäler erinnern, nachdem über 70 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und fast 100 Jahre seit Ende des Ersten Weltkrieges vergangen sind? Vielleicht an das Schicksal von Menschen, verursacht durch Kriege der heutigen Zeit? Vielleicht, dass Krieg durch Flucht und Vertreibung wieder in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist? An Menschen, die ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Elend verlassen und den Wunsch nach Freiheit mit dem Leben bezahlen müssen?

"Wir dürfen nicht wegsehen, wenn anderswo Menschen leiden, in die Flucht getrieben werden oder sterben. Wir dürfen nicht stillhalten und akzeptieren, dass Gewalt in der globalisierten Welt weiter wächst und uns beherrscht. Wir dürfen nicht darüber hinwegsehen, dass auch Hunger und Armut in vielen Ländern der Erde ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden sind", mahnte Bürgermeister Michael Göth. Dabei komme es darauf an, alle Generationen mit einzubeziehen, um gemeinsam zu gedenken, zu trauern und nachzudenken. "Dabei wollen wir jedoch nicht nur in Trauer verharren, sondern auch Trost, Mut und neue Hoffnung schöpfen." Hoffnung, dass es gelinge, gemeinsam eine Welt zu schaffen, in der Konflikte nicht mehr mit Gewalt ausgetragen werden und alle Menschen friedlich nebeneinander leben.

Für friedliche Welt


Abschließend sprachen sich ebenfalls der Ortsvorsitzende des VdK, Herbert Göth, und der Vorsitzende der Soldaten- und Reservistengemeinschaft Franz Schneller für eine friedliche Welt aus. Doch solange die Kulturen nicht solidarisch zusammenlebten und sich respektierten, werde es Frieden nicht geben.

Wir dürfen nicht wegsehen, wenn anderswo Menschen leiden, in die Flucht getrieben werden oder sterben.Bürgermeister Michael Göth
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