Vorstand tritt komplett zurück

Der Scherling-Stadel wurde schon vor eineinhalb Jahren im Stadtrat als wenig geeignetes Museums-Depot angesehen. Bild: Royer
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
03.03.2016
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Frust hat sich breitgemacht in den vergangenen sieben Jahren. Und das hat seine Gründe. Deshalb legt der komplette Vorstand seine Ämter nieder. Beim Förderverein des Stadtmuseums muss also neu gewählt werden.

Die Mitglieder haben bereits die Einladung zur Versammlung am Mittwoch, 16. März, um 19 Uhr im großen Rathaussaal erhalten. In dem Schreiben erklärte Vorsitzender Werner W. Hedrich, dass der Vorstand des Fördervereins bei dessen Sitzung am 27. Januar beschlossen hat, von den Ämtern zurückzutreten. Hedrich kündigte an, den Mitgliedern bei der Versammlung die Gründe für den Schritt, "der uns nicht leicht gefallen ist", zu erklären. Gleichzeitig warb er darum, Vorschläge für das Gremium einzureichen. Denn für die Weiterführung des Vereins sei ein aktiver Vorstand notwendig. Auf Nachfrage erläuterte Hedrich die Gründe, die für ihn und seine Mitstreiter ausschlaggebend waren. Ein Punkt ist laut Hedrich die zum Museum gehörige sogenannte Scheune. Der Förderverein kann sich vorstellen, dass diese als multifunktionaler Raum genutzt wird. Bei der Umgestaltung will er sich nach Hedrichs Worten auch finanziell einbringen.

Massiv Geld gespart


"Dafür haben wir massiv Gelder angespart", führt der Noch-Vorsitzende aus und bedauert, dass hinsichtlich dieser Maßnahme "kein Licht am Horizont zu sehen" sei. Ein weiteres Problem: Ein Förderverein könne nicht Geld ansparen und ansparen, auf dem Konto anhäufen und dann nicht ausgeben.

Er und sein Stellvertreter Dr. Markus Lommer hätten sich deshalb entschlossen, ihre Ämter niederzulegen. "Wir haften ja schließlich persönlich", erklärt der Vorsitzende. Die restlichen Vorstandsmitglieder hätten sich ebenfalls zu dem Schritt entschlossen - aus Frust. Das Geld, das der Förderverein Stadtmuseum für die Einrichtung eines multifunktionalen Raumes auf seinem Konto hat, sei durch Mitgliedsbeiträge und seine Aktivitäten eingenommen worden. Zu letzterem zählten zwei Mundart-Lesungen mit Dieter Radl. "Das war jeweils ein Riesen-Erfolg", bilanziert der Vorsitzende.

Der Förderverein besteht laut Hedrich seit 25 Jahren, das Thema Scheune werde seit sieben Jahren diskutiert - ohne dass sich etwas bewegt hat. "Da ist kein Vorankommen", bedauert er. Und noch eine Sache gibt es, die ihm und seinen Mitstreitern ein Anliegen wäre: Im Depot des Stadtmuseums schlummert so manches in einem Dornröschen-Schlaf, was es wert wäre, präsentiert zu werden. Zum Beispiel historische Uniformen, die aufgearbeitet wurden.

Eine Idee, wo diese Exponate ausgestellt werden können, hätte Hedrich schon: Entweder im Scherling-Stadel neben der Kindertagesstätte an der Allee, der sich im kommunalen Besitz befindet, oder in einem anderen städtischen Gebäude.

Nachgefragt"Nachdem alle Vorstandsmitglieder aus verschiedenen Gründen das Führungsgremium des Fördervereins verlassen wollten, habe man sich darauf geeinigt, den Vorstand vorzeitig komplett neu zu wählen", erklärte Schriftführerin Kerstin König auf SRZ-Nachfrage.

Wie dazu von Bürgermeister Michael Göth zu erfahren war, habe es bereits am Montag, 22. Februar, ein klärendes Gespräch mit Vorsitzendem Werner Hedrich und Stellvertreter Dr. Markus Lommer gegeben. Neben zeitlichen und privaten Gründen, hätten einige Vorstandsmitglieder als Gründe für ihren Rücktritt ins Feld geführt, dass in Sachen Neukonzeption zur Scheune im Stadtmuseum sowie Ersatz für das Lager im Scherling-Stadel zu wenig vorwärtsgehe.

Auch dazu habe es bei der Sitzung bereits einvernehmliche Lösungsvorschläge gegeben: 1. Werner Hedrich wird mit Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn das neue Konzept für die Museums-Scheune auf den Weg bringen. 2. Als Ersatz für das Scherling-Lager stünden Räume im Rosenberger Rathaus und in der ehemaligen Gerätewart-Wohnung im Sulzbacher Feuerwehrhaus zur Verfügung. Ein weiterer Grund für Verzögerungen liege zudem an einem Personalengpass, der unter anderem auf längere Krankenstände zurückzuführen sei. (oy)
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