Weihnachtsfeier der Bergleute
Christkind im Stollen

Am Schaustollen begrüßten die Bergleute ihre Gäste mit einem Weihnachtslied. Bilder: rlö (2)

Bergmannsweihnacht - ein stimmungsvolles Alternativangebot, das durchaus mehr Interesse verdient hätte: Die sich dafür Zeit nahmen, erlebten im Schaustollen Max auf berührende Weise, wie einst die Bergleute Weihnacht feierten und dem Christkind und St. Barbara dankten für den Schutz, den sie bei ihrer gefahrvollen Arbeit unter Tage bitter nötig hatten.

Mitglieder des Bergknappenvereins und der Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein unter Federführung von Tanja Weiß gewährten im Verein mit dem Rosenberger Krippenweg diesen Einblick in bergmännische Traditionspflege.

Treffen am Dorfplatz


Die Teilnehmer, unter ihnen auch der Vorsitzende des Bergknappenvereins, Armin Kraus, trafen sich am Christbaum auf dem Rosenberger Dorfplatz. Tanja Weiß stimmte zunächst mit der Geschichte von den vier Kerzen am Adventskranz auf die Zeit der vorweihnachtlichen Erwartung ein. Im Schein von Laternen machten sie sich dann auf den Weg Richtung Flick-Park, wo Stiber-Leute, Bergmänner und 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein sie mit dem alten Weihnachtslied "Alle Jahre wieder" willkommen hießen. In zwei Gruppen ging es hinein in den Schaustollen "Max" vor Ort.

Im Schein der Karbid-Knappenlichter glänzte der Schmuck eines kleinen Christbaums, und der ehemalige Bergmann Georg Schaller schilderte aus eigenem Erleben, wie er einst mit seinen Kollegen in den Sulzbacher Gruben bei der letzten Schicht vor den Feiertagen Grubenweihnacht hielt. Christbaum, Schmuck, Stollen und Glühwein hatten die Bergleute zuvor schon bereitgestellt, und für zwei Stunden ruhte die Arbeit, stimmten die Kumpel weihnachtliche Lieder an, erzählten sich Geschichten, fanden zur Ruhe. Apropos Ruhe - die Fledermäuse, die sich zum Winterschlaf in den Schaustollen zurückgezogen hatten und kopfüber von den Querstreben hingen, ließen sich von dem ungewöhnlichen Besuch auch nicht stören. Tanja Weiß erzählte die Barbaralegende und einige Weihnachtsgeschichten, die Bergmänner stimmten das Harzer und das Rheinische Bergmannslied an, ebenso "Schon wieder naht vom Schachte her".

Zwei große Wünsche


Bei Glühwein und Gebäck konnten sich Akteure und Besucher anschließend vor dem Schaustollen am flackernden Feuer stärken, und dabei kamen zwei sehnliche Weihnachtswünsche ins Gespräch: Einmal, dass das bergmännische Brauchtum in der Erz- und Eisenstadt auch in Zukunft lebendig bleiben möge, und die Hoffnung von Wolfgang Albersdörfer, den Rosenberger Krippenweg eines baldigen Tages durch eine Bergmanns-Pyramide bereichern zu können.

Und bei manchen klang auf dem Heimweg im Gemüt noch die Eingangszeile der alten Knappen-Hymne nach: "Glückauf, Glückauf, der Steiger kommt, und er hat sein helles Licht bei der Hand ..."
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