Weiter Tauziehen um zu niedrige Eisenbahnbrücke in Großalbershof
Endstation oder Notlösung?

Es geht knapp her an der Bahnbrücke in Großalbershof nach dem Neubau, zu knapp: Wenn der Zweckverband Nahverkehr eine neue Route 57 ausweist, wird es Nachteile geben für bestimmte Gebiete. Bilder: Gebhardt (2)
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Sulzbach-Rosenberg
26.07.2016
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Sie wie früher soll es wieder sein: 3,3 Meter Durchfahrtshöhe sind anzustreben. Deswegen muss die Fahrbahn tiefer gelegt werden.

Es knirscht zwischen Zweckverband Nahverkehr (ZNAS) und der Bahn: Die Brücke Großalbershof ist nach dem Neubau zu niedrig für den Linienbus. ZNAS-Geschäftsführer Hans-Jürgen Haas sah sich nicht in die Planungen eingebunden und weiß auch offiziell nichts von einer Nachbesserung. Der Bürgermeister schon.

(ge/ll) Skeptisch beurteilte ZNAS-Geschäftsführer Hans-Jürgen Haas in der Verbandsversammlung die Chancen der Stadt Sulzbach-Rosenberg, bei der Bahnbrücke zwischen Großalbershof und Iber ihre alte Durchfahrtshöhe zurückzubekommen: "Aus Sicht des ZNAS wird dies nur sehr schwer umsetzbar sein."

Erst zwei Tage vorher


Laut Haas waren ZNAS und Regionalbus Ostbayern (RBO) in die Planungen für den Neubau der Brücke nicht eingebunden. Durch sie verkehrte bis dahin die Linie 57 Auerbach-Sulzbach-Rosenberg-Amberg mit einem Teil ihrer Fahrten.

Den Beginn der Arbeiten - und damit die Vollsperrung - habe die Baufirma dem ZNAS zwei Arbeitstage vorher angekündigt. Man habe eine Verschiebung um eine Woche erreichen können, was es erlaubte, ein Umleitungskonzept zu entwickeln und die Fahrgäste zu informieren.

Da die Durchfahrtshöhe der neuen Brücke zehn Zentimeter unter dem Wert der alten liegt, passen die gängigen Linienbusse nun nicht mehr durch. Die Stadt drängt die Bahn, die alte Durchfahrtshöhe wiederherzustellen, doch ist hier offensichtlich noch keine Entscheidung gefallen.

Alternative geplant


ZNAS und RBO planen Alternativen für die Route der Linie 57, wenn die aktuelle Höhe bleibt. "Allerdings wird bei jeder der möglichen Varianten die Anbindung mit ÖPNV-Leistungen für einen Teil der Orte in diesem Bereich verschlechtert werden müssen."

Eine Rückfrage der SRZ bei Bürgermeister Michael Göth und im Stadtbauamt ergab allerdings, dass sehr wohl Bewegung in die Sache gekommen ist: "Wir warten nur noch auf die Antwort der Baufirma", meinte Göth, und Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn zitierte aus einer E-Mail des Projektleiters der Deutschen Bahn, Jens Röding: Der Bestand sei aufgenommen, die Straße neu trassiert und die künftige lichte Höhe des Bauwerks werde 3,58 Meter betragen, mit einer möglichen stellenweisen Abweichung von fünf Zentimetern nach unten.

So wie früher


Das heißt für die örtliche Verkehrsbehörde, dass dann die Durchfahrtshöhe nach Abzug des gesetzlich vorgeschriebenen Puffers wieder auf 3,3 Meter gesetzt werden kann, wie sie auch früher war.

"Das ist nur eine Notlösung", meint Busunternehmer Peter Bruckner, "aber vorerst muss ich damit leben." Denn die Busse mit mindestens 3,34 Höhe seien die Zukunft und dürften ohne pneumatische Absenkung (die auch nur in Notfällen zulässig sei) dann nicht mehr passieren. Schlecht für die Linie 57.

Überall reduziert


Auch Landwirte und Unternehmer hätten Nachteile. Denn überall an der Bahnlinie Nürnberg-Amberg seien die Durchfahrtshöhen im Laufe der letzten Jahre reduziert worden. "Warum geht man nicht den Weg und lässt diesen Verkehr auf der Straße südlich von Forsthof entlang der Bahnlinie laufen?", fragt Bruckner und vermutet, dass hier Bedenken wegen der Gefahr eines Hangrutsches im Wege stünden. "Das könnte man aber wetterabhängig regeln."

Wie auch immer: Jetzt wartet die Stadt auf die Baufirma Englhard, die als Subunternehmer die Straßenabsenkung erledigen wird. Ob es eine nochmalige Nachbesserung geben wird, steht in den Sternen. Genauso wie das Schicksal der Linie 57.
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