Wind und Stürme als Gefahr
Wenn grüne Riesen Risse zeigen

 
Einer mächtigen Buche wurde der Sonnenbrand zum Verhängnis. Zerstörte Versorgungsbahnen ließen den Laubbaum absterben.

Wind und Stürme zerren an ihnen. Und oft müssen sich Bäume und Sträucher mit Parasiten und Altersschwäche herumschlagen. Sie bergen dann häufig Gefahren durch herabfallendes Geäst oder gar umstürzende Stämme. Die Stadtgärtnerei wirft deshalb stets ein Auge auf die "Schad-Kandidaten", um die Risiken zu minimieren. Dafür hat sie sich jetzt Verstärkung geholt.

"Vom Grundsatz her wollen wir eigentlich keine Bäume absägen, sondern sie erhalten." Diese Botschaft machte Stadtgärtnermeister Klaus Herbst bei der Begutachtung einiger "grüner Problemfälle" deutlich. Eine solche radikale Entscheidung müsse zwar auch immer wieder umgesetzt werden. Aber bevor die Säge angeworfen werde, sei immer eine umfangreiche Untersuchung vorangegangen.

Baumkontrolleur Christian Sommer nahm turnusgemäß mit dem Fachmann und Diplom-Ingenieur Jakob Abraham vom Sachverständigenbüro Siegert aus Altdorf Bäume in Rosenberg im Flick-Park, an der Rosenbach- und Johann-Dotzler-Straße, in der Nähe der Krötenseeschule sowie im Lanzl-Park unter die Lupe. An diesen Standorten müssen nun Maßnahmen ergriffen werden, um der sogenannten Verkehrssicherungspflicht nachzukommen.

Modernste Technik


Der ökologisch sehr wertvolle alte Baumbestand der Herzogstadt, aber auch verschiedene jüngere Gewächse stehen regelmäßig auf der Prüfliste. "Wir suchen an den Bäumen nach Hohlräumen, Ausbeulungen, Pilzfruchtkörpern und Faulstellen. Diese Befunde machen dann meist eine intensivere Prüfung mit modernster Technik notwendig, um das genaue Gefahrenpotenzial zu ermitteln", erläutert Abraham.

Wo immer es möglich ist, werden die untersuchten Bäume erhalten. Die Sicherungsvorschläge der Experten reichen hier von Astentfernung, Einkürzung, Seilsicherung oder - bei Gefahrenlage - eben auch bis zur Fällung; dies aber immer als letzte Option. Außerdem bleiben oft Baumruinen mit enormem Wert für den Naturschutz stehen. Am Rande des Areals der Flick-Villa und im Lanzl-Park sollen nach Ansicht der Experten auch Totholz-Gärten für die Tier- und Pflanzenwelt entstehen.

Jakob Abraham propagiert in jedem Fall auch den engen Schulterschluss mit dem Landschaftspflegeverband oder der Unteren Naturschutzbehörde. Gerade bei der Thematik "Totholz" und "Höhlen in Baumruinen" zeigten sich immer gute Möglichkeiten zum Wohle von Flora und Fauna.

Abschluss Ende Februar


Die ersten Arbeiten würden jetzt am Donnerstag an der Dieselstraße bei der Krötenseeschule anlaufen. Die Baumkletterer der Firma Peter Lenz aus Amberg müssen hier an der Nordseite Silber-Ahorn-Gruppen fällen. Um größere Kandidaten kümmert sich die Nürnberger Baumpflege, aber auch die Stadtgärtnerei selbst legt mit Hand an. Bis Ende Februar sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

MaßnahmenEcke Rosenbach-/Erzhausstraße: Hier wird eine bruchgefährdete Pappel gefällt.

Flick-Park: Fällung einer abgestorbenen Buche - sechs bis sieben Meter sollen als Baumruine stehen bleiben.

Johann-Dotzler-Straße: Stadtgärtnerei kürzt einen Silber-Ahorn mit abgestorbener Krone ein. Ruine bleibt stehen.

Dieselstraße: Durch Grünholzbruch gefährdete Silberahorne werden an der Krötenseeschule gefällt. Als Ersatz sind heimische Laubholzarten vorgesehen.

Lanzl-Park: Eine vom Brandkrustenpilz befallene Buche muss extrem eingekürzt werden. Ein Stumpf bleibt stehen. (oy)
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