Wirtshaussingen in Breitenbrunn
„Tausend mal schöner als die Glotze“

Gemeinsam fröhliche Lieder schmettern, da ließen sich die Gäste des Offenen Wirtshaussingens der Tischgesellschaft Edelweiß in Breitenbrunn nicht lange bitten. Bild: rlö

Mit Kolumbus Amerika entdecken, mit Matthias Claudius den Mond anhimmeln, herzhaft lachen, aus voller Kehle singen und sich musikalisch nachträglich noch "a g'sunds neis Johr" wünschen - ein bisschen viel auf einmal? Nicht für Edelweiß, die Rosenberger Tischgesellschaft mit dem Faible für den guten Ton.

Bei der neunten Auflage des Offenen Wirtshaussingens war's bei der Mutzbauer-Kuni in Breitenbrunn krachvoll. Ein blendend aufgelegtes Publikum war gekommen, um den Abend in vollen Zügen zu genießen. "Tausend mal schöner als die Glotze" lautete denn auch später das Resümee vieler Gäste, als das letzte Stückl gespielt und das letzte Lied verklungen war.

Sangesfreudige Gäste


Trotz starker Faschings-Konkurrenz hat sich das Wirtshaussingen, das Edelweiß in Zusammenarbeit mit den Riglasbrünnern anbot, erneut als ein echter Magnet erwiesen. Kaum waren die Text- und Notenvorlagen ausgeteilt, erklangen spontan an einigen Tischen schon die ersten Liedverse.

Den offiziellen Einstieg ins gemeinsame Singen gab nach einem musikalischen Auftakt mit der Schlossbergmusi der Edelweiß-Vorsitzende Sepp Lösch. Zum Eingewöhnen war mit dem Marschlied "Ein Heller und ein Batzen" ein leichter, allseits bekannter Gassenhauer angesagt, eine ursprünglich in Ostpreußen verbreitete Weise.

"Ein Mann, der sich Kolumbus nannt'" lieferte eine eigenwillige Version der Geschichte von der Entdeckung Amerikas, und "Der Mond ist aufgegangen" nach dem Gedicht des Barocklyrikers Matthias Claudius bot den beschaulich-poetischen Kontrast dazu.

Den ersten Teil komplettierten das zu Unrecht in Verruf geratene Lied von "Marjuschka" und dem Polenstädtchen, in der Urfassung ein anrührendes Liebeslied, und das Wirtshaus-G'sangl "Wer das Scheiden hat erfunden".

Für Lachstürme und Wortwitz sorgten dazwischen die Vorträge des Couplet-Duos Saitenklang (Rita Butz und Hans Lier) und deftige Mundartkost von Sepp Lösch und dem Lier Hans. Wie gewohnt widmete sich Teil zwei des Abends der bayerischen Volkslied-Tradition, und dabei spannte sich der Bogen vom "Paprika in Afrika" über das Spottlied vom faulen und trinkfreudigen "Zimmerma" bis hin zu Kirwaliedern und einem überlieferten Neujahrslied.

"Zahwäih und Hehna-Aug"


Als Begleitcombo gab die Schlossbergmusi auch bei den gesungenen Zwiefachen dem Gemeinschaftschor die nötige "Trittsicherheit". Überraschungsgast Claudia aus Hohenburg steuerte einige schneidige Stückeln auf ihrer Harmonika bei, und Fritz Biersack mit den Schlossbergmusikanten ließ "in memoriam Mutzbauer Johann" das saftige Couplet vom "Zahwäih und vom Hehna-Aug" wieder aufleben.

In drei Gruppen


Vollends aus dem Häusl waren die eifrigen Sängerinnen und Sänger, als sie von Rita Butz zum finalen "Wirtshaus-Kanon" gebeten wurden. In drei Gruppen eingeteilt, stimmten sie taktversetzt drei völlig verschiedene Melodien an und kämpften sich lachend und prustend durch die Dissonanzen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.