Zimmermann, Fassbinder, Küchenfee und andere Berufe im Wirtshaus besungen
Kein Hackl, aber immer Durscht

Markus Stauber führte durch den Abend und begleitete die Sänger an seiner Quetschn. Bild: hfz

Es sind oft die einfachen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Zum Beispiel handgemachte Musik, gemeinsamer Gesang und ein bodenständiges Wirtshaus. Beim dritten offenen Singen des Heimat- und Trachtenvereins Stamm kam das zusammen.

Vorsitzender Markus Stauber schaute zufrieden in die gut gefüllte Gaststube beim Bartl am Feuerhof. Er führte durch den Abend und begleitete die Sänger mit seiner Quetschn. Unterstützt wurde er von Michael Haberberger (Trompete), Robert Hofmann (Klarinette) und Anton Stümpfl (Tuba).

Das Konzept des offenen Singens ist simpel: Liedtext und Melodie werden erklärt und vorgetragen; dann geht es los, ob 1. oder 2. Stimme. Heuer standen verschiedene Berufe im Mittelpunkt der Lieder. Ob vom "Zimmamo", der "koi Hackl houd", aber "Tag und Nacht an Durscht" über die Anna, "a Kuchlfee", die vierhundert Pfund wiegt und "wia a alte Dampfmaschin schnauft" bis zum "Oichlbauern", dem "sei Lebtag koi Bier niad sauer" wird.

Markus Stauber erzählte bei seinen Zwischenmoderationen von den historischen Berufen. Er erklärte auch, welche Verbindung der Südtiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer, respektive der österreichische Kaiser Franz, zur Herzogstadt hatte. Danach stimmten alle das Lied "Andreas Hofers Abschied vom Leben" an.

Beim "Saubärgrunzer" wurden die Holzknechte besungen und beim "Bindaliad" die Fassbinder, ein Beruf, der in Zeiten von Plastikflaschen, Einwegdosen und Edelstahltanks heute fast in Vergessenheit geraten ist. Das Lied vom Fräulein und seinem "gschwollnen Mogn", der vom "aschlogn am Schreibtisch" stammt, sorgte für schallendes Gelächter - zumal der Arzt seine eigene Diagnose über ihren Bauch stellte.

Auch die Jäger, Fuhrmänner und "Stoihauer" bekamen musikalisch ihr Fett weg, wurden be- und ausgesungen. In den Gesangspausen unterhielten die Musikanten die Gäste mit bodenständigen Melodien. Nach drei Stunden verklang das letzte Lied, und die Schar der Zuhörer rief nach einer Zugabe.

So wurde wieder einmal das Mädchen Aurora besungen, das in seinem Garten saß und auf den Geliebten wartete, stets "mit der Weißwurst in der Hand". Sieben Jahre respektive drei Strophen später hatte sich am Metzgerei-Erzeugnis wenig geändert, aber die gute Aurora war verschieden und hielt sogar als Geist die Weißwurst noch fest.

So verging ein Abend mit bodenständiger Volksmusik, alten Weisen und viel Humor wie im Flug. Und wieder bewahrheitet sich der alte Spruch: Wo man singt, da lass' Dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder.
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