Zwei Anträge im Stadtrat
Gärten kaufen, Hartplatz abgeben

Die Schrebergarten-Idylle ist in Gefahr: Es droht der Verkauf der im Freistaat-Besitz befindlichen Parzellen. Bilder: Gebhardt (2)
 
Die an den Sportpark angrenzende Hälfte des Hartplatzes möchte der mögliche Investor gerne als Stellflächen nutzen - die Stadt zeigt sich aufgeschlossen.

Zwei Flächen stehen momentan in der Diskussion: die eine ist im Stadtbesitz, die andere soll es vielleicht bald sein. Hartplatz am Sportpark, Schrebergärten am Annaberg - bei beiden geht es die Zukunft.

Zunächst sorgte sich die CSU im Stadtrat um die Zukunft des Sportparks, um den es ja seit geraumer Zeit Verkaufsverhandlungen mit einem Investor gibt und wo dann auch der DAV-Kletterpark entstehen soll. Dr. Patrick Fröhlich stellte den Antrag, dass die Stadt aktiv auf einen potenziellen Investor für eine Folgenutzung des Gebäudekomplexes zugehen möge.

"Dabei soll die Stadt insbesondere a) die Zufahrt zu und b) die geplante Parkplatzanlage auf dem jetzigen Hartplatz im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und dem finanziell Angemessenen wohlwollend begleiten und unterstützen." Auf Grundlage der Gespräche solle einem Investor eine verbindliche Aussage gegeben werden, ob der Verkauf des Restgrundstücks des Hartplatzes an ihn für eine anschließende privatrechtliche Erschließung als Parkplatz möglich sei und die Sportplatz-Besucher die Zufahrt für die künftige Wohnanlage auch nutzen könnten.

Der "Sportpark", so begründete Fröhlich den Antrag, stelle schon über Jahre eine wichtige gastronomische, gesellschaftliche und sportliche Einrichtung dar. Die Schließung oder zumindest Reduzierung des Angebots sei für die Stadt ein starker Einschnitt. Selbstverständlich könne sie den "Sportpark" weder finanziell betreiben noch sei dies ihre Aufgabe.

Kontakt mit Investor


Jedoch könne die Stadt die Rahmenbedingungen schaffen, dass ein Investor hier bereit sei, ein entsprechendes gastronomisches, gesellschaftliches und sportliches Angebot inklusive der Erweiterung um eine Boulderhalle mit Nutzung durch den Deutschen Alpenverein (DAV) wiederherzustellen. Der Bürgermeister sicherte zu, dass die Stadt hier tätig werde und bereits mit dem Investor in Kontakt sei.

Karl-Heinz Herbst (Grüne) sprach die Schrebergärten am Annabergweg an, die vom Freistaat verkauft werden sollen. Die Stadt solle hier tätig werden und die Politiker ansprechen, damit die Pächter ihre Lauben behalten oder selber kaufen könnten - auch im Hinblick auf eine später mögliche öffentliche Ausschreibung. Hubert Jungbauer stellte für die CSU dann den schriftlichen Antrag auf Ankauf der im Besitz des bayerischen Staats befindlichen Schrebergartenflächen am Annabergweg.

Der Freistaat wolle offensichtlich die in seinem Besitz befindlichen Gartenflächen entlang des Annabergwegs meistbietend veräußern. "Um den jetzigen Betreibern der Schrebergärten eine weitere Nutzung ihrer Gärten zu ermöglichen, beantragen wir, dass die Stadt diese Flächen insgesamt vom bayerischen Staat aufkauft."

Stadt handelt bereits


Die Begründung: Bei einem Ankauf des gesamten Areals lasse sich erfahrungsgemäß ein günstigerer Preis erzielen; für die meisten Schrebergartenbetreiber seien ihre Rückzugsorte ein Stück Heimat, für einige sogar lebensnotwendig im Sinn einer Ernährungsgrundlage. "Wenn dann Betreiber einen Ankauf wollen, liegt es immer noch im Ermessen der Stadt, zu verkaufen oder zu verpachten."

Bürgermeister Michael Göth erklärte, dass die Stadt im Gespräch mit Staatssekretär Albert Füracker und den Stimmkreisabgeordneten sei. Bereits am kommenden Montag sei ein Ortstermin mit den Parlamentariern Dr. Harald Schwartz (CSU) und Reinhold Strobl (SPD) angesetzt, auch sei die Stadt bereits im Kontakt mit der Bayern-Immo.
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