2. Energiespartag in Sulzbach-Rosenberg gibt Tipps zum Sparen
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Die Besucherin musste sich mächtig anstrengen, um mit Muskelkraft die Glühbirne zum Brennen zu bringen. Solar-Pionier Ekkehard Brühschwein (links) steuerte Sachinformationen bei. Bild: cog
Wirtschaft
Sulzbach-Rosenberg
02.05.2015
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Die billigste Energie ist die, die man gar nicht erst verbraucht. Aber wie kann man Energie sparen, um die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen? Der 2. Energiespartag des Zentrums für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) zeigte viele Möglichkeiten.

Anlässlich der bundesweiten Wochen der Nachhaltigkeit verwandelte das ZEN das Landkreiskulturzentrum in ein Messe- und Vortragszentrum. Referenten und Aussteller zeigten, dass Energiesparen alle angeht und jeder Möglichkeiten hat, die Erde für nachfolgenden Generationen zu erhalten.

"Ökologische Baustoffe werden immer wichtiger", begann Michaela Holzner, Inhaberin der Firma Holzner-Haus, ihren Vortrag, "und zwar nicht nur beim Neubau, sondern auch bei energetischen Sanierungen." Die Expertin stellte ökologische Dämmstoffe vor. Vielseitig einsetzbar seien Holzweichfaserplatten. Das sind Platten, die aus Holzfasern gepresst werden.

Ökologische Dämmstoffe

Je nach Pressung und Dicke sind sie druckfest oder flexibel, so dass sie zum Beispiel als Auf-Dach-Dämmung oder als Zwischensparrendämmung verwendet werden können. Auch Zellulose sei geeignet. Diese beiden Materialien haben noch einen weiteren Vorteil, weil sie schwer sind: "Im Winter dämmt alles gleich gut, aber im sommerlichen Wärmeschutz ist die Masse entscheidend."

Lüften mit Energiegewinn, das ermöglichen die Luftkollektoren von Grammer Solar, die Rudolf Ettl vorstellte. Das sind Solarkollektoren, die von Luft durchströmt werden. Das Gerät saugt durch einen Filter frische Luft von außen an, erwärmt sie und bringt sie mit einem solarbetriebenen Ventilator ins Haus. Das funktioniert immer, wenn die Sonne scheint, also auch im Winter.

Gerade bei ganz dichten Gebäuden, führte Ettl aus, sei das sinnvoll, weil man so Feuchteproblemen vorbeugen könne. Das Gerät arbeitet völlig autark, es braucht also keinen Stromanschluss. Auch im Gebäude ist, anders als bei vielen anderen Lüftungssystemen, keine umfangreiche Verrohrung nötig.

Strom selbst nutzen

"Strom einspeisen war gestern. Heute wird der Strom selbst genutzt." Das war der Ausgangspunkt für den Vortrag von Hardy Barth. Er erläuterte Möglichkeiten, den mit PV-Anlagen produzierten Strom zu speichern, um ihn dann zu nutzen, wenn man ihn braucht. Man könne ihn in eine Batterie einspeisen, mit dem Strom über einen Heizstab einen Heißwasserspeicher betreiben oder auch die Akkus von Elektroautos als Speicher nutzen, indem man sie immer dann auflade, wenn die Sonne scheint.

Der nächste Schritt könnte sein, dass man den Strom aus der Autobatterie zurücklädt. Aber um dieses Ziel umzusetzen, wäre die Offenheit der Autoindustrie nötig. Barth stellte den technischen Aufbau der verschiedenen Systeme vor und betonte, dass das zentrale Bauteil ein Regler sei, der erkenne, wie viel Strom produziert und im Haushalt verbraucht werde, und der nur den überschüssigen Strom zum Speicher leite. Sein Unternehmen habe so einen Regler entwickelt.

Am Nachmittag referierten Thomas Reiß von den Stadtwerken Amberg über Ökostrom, Hans Hollederer vom Nahwärmenetz Viehberg- West stellte Nahwärme mit einer Hackschnitzelheizung vor, und Energieberater Josef Simon präsentierte die Fördermöglichkeiten, die BAFA und KfW bieten.

Enormer Kraftaufwand

Im Atrium präsentierten die Referenten ihre Produkte, außerdem Karl Standecker neu entwickelte Kunststofffenster und Alu-Holz-Fenster-Systeme, die nicht nur besten Wärmeschutz bieten, sondern auch Einbrechern Widerstand leisten.

Das ZEN verdeutlichte mit einem Energiefahrrad, wie viel Strom eine normale Glühbirne braucht im Vergleich zu einer Energiesparlampe. Eine Besucherin stieg auf das Fahrrad und begann zu treten. Sie musste sich mächtig anstrengen, um die Glühbirne zum Leuchten zu bringen, aber die Energiesparlampe brannte fast ohne Krafteinsatz.
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