Ärzteverbund Oberpfalz Mitte betont dagegen Dringlichkeit von Behandlungen - Bedarfszahlen ...
Nicht glücklich mit Vier-Wochen-Frist bei Facharzttermin

Das neue Führungsteam des Ärzteverbunds Oberpfalz Mitte (von links) mit Elke Bock, Dirk Schürfeld, Reiner Albrecht, Günther Bock, Vorsitzendem Harald Schmaußer, Thomas Hohenstatt, Dietrich Schreyer, Armin Rüger, Andreas Pietsch und Oliver Heisel. Bild: usc
Wirtschaft
Sulzbach-Rosenberg
21.03.2015
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Der Ärzteverbund Oberpfalz Mitte (ÄVOM) kann angesichts des geplanten Versorgungsstärkungsgesetzes und der darin vorgesehen Vierwochenfrist für einen Termin beim Facharzt die Patienten beruhigen. In Akutfällen wird eine Minimalwartefrist garantiert. Das kam bei der Jahreshauptversammlung des ÄVOM zum Ausdruck.

Ein Ziel des Zusammenschlusses besteht darin, die regionale haus- und fachärztliche Versorgung in Amberg und im Landkreis zu erhalten und zu stärken. Patienten sollen also einen möglichst kurzen Weg zu einem Haus- und Facharzt haben. Darüber hinaus wird über die enge Vernetzung der ÄVOM-Ärzte versucht, dass ein Patient einen schnellen Termin bei einem weiter behandelnden Facharzt erhält.

Die Ärzte beschäftigt derzeit auch der Gesetzentwurf zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Damit sollen Patienten ein Anrecht darauf haben, innerhalb von vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen. Dies hat laut Pressemitteilung des ÄVOM Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nochmals bei einer Diskussionsrunde im Januar in Neumarkt verdeutlicht. Daran nahmen auch Vertreter des ÄVOM teil. "Leider spielt die Dringlichkeit von Terminen in der politischen Diskussion nur eine untergeordnete Rolle", kritisierte die Ärzteschaft der Region.

Wie der ÄVOM in seiner Pressemitteilung weiter erläutert, sind bei bestimmten Fachgruppen (Augenheilkunde, Orthopädie, Gynäkologie) Terminvergaben jenseits von vier Wochen teilweise unvermeidlich, soweit es sich um Routineuntersuchungen wie Vorsorgeuntersuchungen handelt. "Anders sieht es aus, wenn der Hausarzt einen Termin beim Facharzt als vordringlich erachtet. Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten innerhalb des Ärzteverbundes genügt normalerweise ein Anruf durch den Hausarzt oder eine Mitarbeiterin und der Patient erhält einen bevorzugten Termin innerhalb von wenigen Tagen", versicherte Vorsitzender Dr. Harald Schmaußer. Gröhe wurde in Neumarkt auch auf den vorgesehenen Abbau der sogenannten Überversorgung angesprochen. Danach sollen in Gebieten, in denen eine Überversorgung an einzelnen Arztgruppen herrscht, freiwerdende Arztsitze aufgekauft und nicht mehr neu besetzt werden.

Laut Schmaußer soll auch in Amberg-Sulzbach nach Bedarfszahlen, die seiner Überzeugung nach nicht mehr der Realität entsprechen, bei den meisten Arztgruppen eine Überversorgung vorliegen. "Sollte es dazu kommen, dass zum Beispiel altersbedingt frei werdende Praxen nicht mehr neu besetzt werden dürfen, würde dies für unsere Region zu einer eklatanten Verschlechterung der medizinischen Versorgung führen."

2014 war für den ÄVOM der Gesundheitstag im Landratsamt von herausragender Bedeutung. Das Organ-Großmodell wird dort beim nächsten Mal ein Hautmodell sein. Schmaußer stellte auch den neugestalteten Internetauftritt des ÄVOM vor (www.ävom.de).

Bei den Neuwahlen verzichteten die Gründungsmitglieder Dr. Wolfgang Pretzlaff und Dr. Christoph Ewald, die seit 1999 als Schriftführer bzw. Kassier tätig waren, aus Altersgründen auf eine Wiederwahl. An ihre Stelle traten die Allgemeinärzte Andreas Pietsch (Schriftführer) und Oliver Heisel (Kassier). Im Amt bestätigt wurden Vorsitzender Dr. Harald Schmaußer, seine Stellvertreter Dr. Dietrich Schreyer und Dr. Reiner Albrecht sowie die Beisitzer Dr. Elke Bock, Dr. Thomas Hohenstatt, Dr. Dirk Schürfeld, Dr. Armin Rüger und Dr. Günter Bock.
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