Fraunhofer-Umsicht entwickelt technische Lösungen
Ideen-Schatz wartet auf Entdecker

Samir Binder (rechts), der Technische Leiter, erklärte Anette Karl (Mitte) das Prinzip der Aufarbeitung von Reststoffen. Winfried Franz, Richard Gaßner und Reinhold Strobl (von links) schauten interessiert zu. Bilder: Gebhardt (2)
Wirtschaft
Sulzbach-Rosenberg
07.06.2016
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Beim TCR-Verfahren wird der Einsatzstoff durch verschiedene Techniken aufgearbeitet in Bio-Kohle (links unten) sowie brennbares Gas und Öl (rechts). Lediglich Prozesswasser bleibt etwa beim Klärschlamm übrig.

"Wir würden uns mehr Ansprache aus der Region wünschen": Klare Aussage von Samir Binder, dem Technischen Leiter des Institutsteils von Fraunhofer Umsicht. Heimische Firmen könnten bei Lösungen profitieren, die Ingenieure erarbeiten. Wie das geht? "Anruf genügt!"

Auf Interesse stieß die Arbeit der Ideenschmiede bei der SPD. Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Anette Karl, kam auf Einladung von stellvertretender Landrätin Brigitte Bachmann mit MdL Reinhold Strobl ins Institut am Fuße des Schlackenberges. Aufmerksame Begleiter waren SPD-Kreistagsfraktionssprecher Winfried Franz, Bezirksrat Richard Gaßner und Vertreter der Jusos.

Dipl.-Ing. Samir Binder und Dipl.-Wi.-Ing. Fabian Stenzel, der Abteilungsleiter Biologische Verfahrenstechnik, stellten den Besuchern die Hauptarbeitsfelder des Institutsteils vor. "Zwischen Erfinder und Geschäftsmann" siedelte Binder die Strategie von Fraunhofer an - einesteils dürfe man keinen Gewinn machen, andererseits aber seien die Kosten zu decken.

Zwei Milliarden Forschungsvolumen, 400 Patente pro Jahr, 24 000 Mitarbeiter - Fraunhofer ist eine große Nummer in der Welt. Sulzbach-Rosenberg als Teil des Umsicht-Institutes in Oberhausen (Umwelt, Sicherheit und Energietechnik) bietet immerhin rund 70 Dauerarbeitsplätze. Hier entstehen wirtschaftsnahe Konzepte und Verfahren zur Bereitstellung und zum Einsatz von Energie, Rohstoffen und Materialien. Leiter ist Prof. Dr. Andreas Hornung, ein Wegbereiter nachhaltiger Energie- und Rohstoffwirtschaft.

Prototypen


Auf dem Weg von der Idee zum Produkt begleitet das Institut seine Kunden in der Rolle des Beraters, fertigt Studien, entwickelt und baut Prototypen und Pilotprojekte. Vermarkten muss das neue System dann die Wirtschaft oder die Industrie.

Insbesondere biogene Reststoffe stehen in Sulzbach-Rosenberg im Fokus: Hier können Nährstoffe zurückgewonnen werden. Das TCR-Verfahren (thermo-katalytisches Reforming) etwa macht aus Klärschlamm wertvolle Brennstoffe wie Öl und Gas, ebenso Bio-Kohle - ohne Medikamtenrückstände. "Gerade für die Oberpfälzer Böden wäre dies ein hervorragender Dünger", schlugen die Gäste vor. Das Verfahren ist übrigens ein Bestandteil des hier entwickelten Biobatterie-Verfahrens zur Energiegewinnung aus Reststoffen. Aber auch Beschichtungen jeglicher Art, vielfältiges Recycling auch von Elektroschrott gehören zu den Entwicklungsthemen.

Wie kommt aber nun ein interessiertes Unternehmen zu Umsicht, um sich dort eine Lösung maßschneidern oder eine Idee entwickeln zu lassen? Ganz einfach: Es gibt sogenannte Innovations-Gutscheine im Wert bis zu 15 000 Euro. Mit 7500 Euro fördert der Freistaat diese Technologie-Investition, die andere Hälfte trägt der Antragsteller. Dafür leistet das Institut die Aufbereitung der Idee, eine Machbarkeitsstudie oder ähnliches, mit dem die Firma dann weiter arbeiten und zum Beispiel Geldgeber suchen kann.

Gutes Verhältnis


Ein Rundgang beeindruckte die Besucher nachhaltig: Sie sahen laufende Versuche auf dem Sektor Biobatterie, bekamen die thermische Beschichtung demonstriert und erhielten Einblick in Entwicklungen.

Abschließend wollten die Politiker wissen, wie das Verhältnis zur Fachhochschule sei. "Wir kooperieren bei diversen Aufträgen, etwa bei der Kombination von Motorentechnik und Energiespeicherung", beschrieb Samir Binder das gute Verhältnis zwischen den Professoren Brautsch und Hornung. Und die Politiker versprachen, kräftig Werbung zu machen in Landkreis, Bezirk und Landtag für die Ideenschmiede in der Herzogstadt.

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Weitere Informationen:

www.umsicht-suro.fraunhofer.de
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