Mitgliederversammlung der IG Bauen-Agrar-Umwelt
Hohe Ausbildungsquote am Bau

Wirtschaft
Sulzbach-Rosenberg
19.12.2015
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Bewährtes sollte erhalten werden. Aus der Sicht der Gewerkschaft trifft das auf die Ausbildungsumlage zu, die es seit 40 Jahren im Baubereich gibt.

"Eine fachlich qualifizierte Ausbildung kommt den Auszubildenden und den Betrieben gleichzeitig zugute", resümierte bei einer Mitgliederversammlung der IG Bauen-Agrar-Umwelt im Gasthaus Zur Linde Kleinfalz der Gewerkschaftssekretär Karl Toth. Dabei habe sich die Ausbildungsumlage für Baubetriebe seit Jahrzehnten bewährt.

Nur noch jeder Fünfte


Die Arbeitgeber beklagten in schöner Regelmäßigkeit einen Fachkräftemangel. Gleichzeitig bilde aber nur noch jeder fünfte Betrieb aus, wie ein DGB-Report zeige. "Die Firmen sollten demgegenüber in gut ausgebildete Arbeitnehmer investieren, um damit auch die eigene Zukunft zu sichern", forderte Toth. Als positiv habe sich die Ausbildungsumlage am Bau herausgestellt, die es seit 40 Jahren gäbe.

So liege die Ausbildungsquote um ein Viertel höher als im Durchschnitt aller Branchen. Dies sei nicht nur im Sinne der Auszubildenden, sondern auch im Interesse der Betriebe. Denn wer am Bau ausbilde, bleibe nicht auf den Kosten sitzen, sondern alle Betriebe beteiligen sich daran, wobei 17 Monatsentgelte vollständig übernommen werden.

Da jede Firma auf gute Fachkräfte angewiesen ist, sei es nur gerecht, wenn alle Unternehmen die Ausbildung finanzieren: "Die Ausbildungsumlage ist ein Erfolgsmodell und kann für andere Wirtschaftszweige als Blaupause dienen."

Beiden Seiten geholfen


Gleichzeitig setze sich die IG Bau für eine dreijährige, fundierte und qualitativ hochwertige Ausbildung ein, denn mit einer Schmalspurvariante sei weder dem Nachwuchs noch den Betrieben geholfen. Die Auszubildenden sollten an modernen Werkzeugen, Computern und Anlagen lernen können und von pädagogisch qualifizierten Personal geschult werden. Mit einer Umlage könnten dabei sämtliche Ausbildungskosten finanziert werden.

Bei der Übernahme nach der Lehrzeit wirke seit 2014 ein neuer Tarifvertrag. Danach müssen alle gewerkschaftlich organisierten Azubis, die in einem tarifgebundenen Baubetrieb beschäftigt sind, mindestens vier Monate vor Ablauf des Ausbildungsvertrages mitgeteilt bekommen, ob sie übernommen werden. Anderenfalls habe der Ausgelernte eine Beschäftigungsgarantie für mindestens sechs Monate.

Von der öffentlichen Hand erhalte die Wirtschaft einen Großteil der Aufträge. Die Anforderungen staatlicher Stellen besäßen bei der Auftragsvergabe somit für viele Bereiche Vorbildcharakter. Eine saubere öffentliche Regelung, wie sie die EU vorschreibe, sei deshalb geboten. Diese sehe die Einhaltung der Umwelt-, Sozial- und Arbeitsrechtsstandards bei der Umsetzung in nationales Recht vor.

Es sei unverständlich, warum die Bundesregierung bisher bei den Entwürfen zum Vergaberecht weit hinter diesen Vorgaben aus Brüssel bleibe, kritisierte Karl Toth.

Limit für Subunternehmer


Die IG Bau setze sich insbesondere für Regelungen zur Eindämmung langer Subunternehmerketten ein, die gerade am Bau zur Verschleierung von Lohndumping dienten. Die Zahl der legal einzubindenden Subunternehmer sollten deshalb auf maximal vier begrenzt werden. Auch müssten Subunternehmer verpflichtet werden, ebenfalls die Tariftreue und den Mindestlohn einzuhalten.
Dies Ausbildungsumlage am Bau ist ein Erfolgsmodell und kann für andere Wirtschaftszweige als Blaupause dienen.Karl Toth
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