Sanierungstraifvertrag vor breiter Zustimmung
Rohrwerk auf der Zielgeraden

Die Geschäftsführung des Rohrwerks sprach von einer existenzbedrohenden Situation im Betrieb. Deshalb seien Einschnitte notwendig gewesen. Dazu wurde ein Sanierungstarifvertrag ausgearbeitet. Die Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder lag am Sonntag bei der Vorstellung der Eckpunkte bei rund 80 Prozent. Bild: Gebhardt
Wirtschaft
Sulzbach-Rosenberg
02.05.2016
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2. Bevollmächtigter Udo Fechtner stellte die Eckpunkte des Sanierungstarifvertrags vor. Bild: Royer

Wie es scheint, stehen die Verhandlungen zu einem Sanierungstarifvertrag im Rohrwerk kurz vor dem Abschluss. Bei einer Mitgliederversammlung der IG Metall am Sonntag sprachen sich 80 Prozent für die Annahme der Vertragseckpunkte aus. Auch bei den betriebsbedingten Kündigungen zeichne sich eine akzeptable Lösung ab.

Die Vorstellung der Eckpunkte des Rohrwerk-Sanierungstarifvertrags im Capitol nehmen 80 Prozent der rund 170 anwesenden IG Metall-Mitglieder positiv auf. Dieses Votum ist für den Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite, 2. IGM-Bevollmächtigter Udo Fechtner, der Auftrag, das Tarifwerk in die entsprechende Form zu gießen und dem Geschäftsführer Dr. Stefan Weniger zur Unterschrift vorzulegen.

Wie der Gewerkschafter gegenüber der SRZ erläuterte, habe man sich bei einer Laufzeit bis 21. Dezember 2019 auf eine Arbeitszeit von 37,5 Stunden/Woche bei bezahlten 35 Stunden geeinigt. "Das ist ein Kompromiss, der beiden Seiten wehtut, aber bei den von Max Aicher vorgeschlagenen fünf Stunden Mehrarbeit ohne Vergütung werten wir das schon als kleinen Erfolg für die Belegschaft", betonte Fechtner.

Wie der 2. Bevollmächtigte weiter erläuterte, werde es wahrscheinlich keine oder nur ganz wenige betriebsbedingte Kündigungen geben. Diese Verhandlungen betreffen nicht direkt den Sanierungstarifvertrag, da sie auf einer anderen rechtlichen Basis ruhen. Hier verhandle der Betriebsrat direkt mit der Geschäftsführung unter dem Bereich "Interessensausgleich/Sozialplan".

Auflösungsverträge


Von ursprünglich 74 für eine Kündigung in Frage kommenden Beschäftigten seien bis zum jetzigen Zeitpunkt noch vier übriggeblieben. Alle anderen hätten entsprechende - meist altersbedingte - Auflösungsverträge erhalten. "Hier hat der Rohrwerksbetriebsrat einen vorbildlichen Job gemacht", freute sich der 2. Bevollmächtigte. Auch hier werde in den nächsten Wochen eine endgültige Lösung vorliegen.

"Ein wichtiger Punkt im neuen Tarifwerk war für uns auch der Passus, dass während der Laufzeit betriebsbedingte Kündigungen nur mit Zustimmung des Betriebsrats möglich sind. Sonst müsste die Arbeitnehmervertretung ja nur gehört werden", sieht Udo Fechtner einen weiteren Erfolg. Schwer im Magen sei den Gewerkschaftern auch das Ansinnen Aichers gelegen, auf eine Entgelterhöhung bis auf 0,3 Prozent Inflationsausgleich komplett zu verzichten. Deshalb hätten sich die Verhandlungen auch etwas in die Länge gezogen. "Die Kommission wird der Belegschaft den Tarifvertrag jetzt zur Annahme empfehlen", resümierte der IG Metall-Vertreter.

EckpunkteSanierungstarifvertrag für das Rohrwerk Maxhütte:

Laufzeit bis 31.12. 2019.

2016 bis 2018 keine Sonderzahlungen; für Jahr 2019 - 1700 Euro.

Arbeitszeit: 35 Stunden/Woche werden bezahlt, 37,5 gearbeitet; Verlängerung auf 39,5 Stunden/Woche möglich; 2 Stunden/Woche in Arbeitszeitkonto; Abfeierung ist noch zu klären.

Entgelterhöhungen gemäß NRW-Stahl 16 Monate später.

Betriebsbedingte Kündigungen sind während der Laufzeit nur mit Zustimmung des Betriebsrats möglich.

Während der Laufzeit keine Kündigung des Tarifvertrags.

Leiharbeit-Regelung: Kein Einsatz länger als sechs Monate. (oy)
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