Storg-Kaufhausgebäude wird nach langem Leerstand versteigert
Wer will ein Kaufhaus haben?

Dunkle Wolken über dem alten Storg-Gebäude: Im November wird die Immobilie meistbietend versteigert. Bilder: Gebhardt (3)
Wirtschaft
Sulzbach-Rosenberg
22.09.2015
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Sprengungen erschütterten das Umfeld, Felsen mussten weichen, als 1968 das Storg-Kaufhausgebäude an der Rosenberger Straße die alte Drogerie ersetzte. Sieben Stockwerke hoch, mit Keramikplatten verkleidet, prägt es seitdem den Stadteingang. Jetzt wird der Komplex versteigert, nach langem Leerstand, und nicht wenige Bürger würden den jetzt gerne wieder sprengen.

Die großflächige Anzeige bei den amtlichen Bekanntmachungen in der SRZ vom Samstag stieß auf viel Interesse: Das Vollstreckungsgericht kündigte die Versteigerung der Immobilie Rosenberger Straße 34 für Donnerstag, 19. November, an. Verkehrswert laut Gutachten erstaunliche 750 Euro, und die entfallen auf Einrichtungsgegenstände, nicht aufs Objekt.

Wechselvolle Geschichte

Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte: 1968 als Kaufhaus mit großem Sortiment und Restaurant von der Familie Storg in Betrieb genommen, geriet es schnell in den Strudel der Storg-Krise. Hieß es anfangs noch "Zukunft in Sulzbach-Rosenberg gesichert", war es jedoch am 28. März 2000 auch hier vorbei mit dem Kaufhaus.

2001 eröffnete das Liliencenter nebenan, 2005 zog die Firma K&W dort aus und mit neuem Konzept in den alten Storg ein, doch auch sie und ihre Nachfolger strichen die Segel vor einiger Zeit. Seitdem steht das Haus komplett leer.

Verkäufe gescheitert

Es gehört immer noch einer inzwischen insolventen GmbH aus dem Landkreis. Wie Insolvenzverwalter Dr. Harald Schwartz erklärte, sei schon zweimal ein Notartermin zum Verkauf angesetzt gewesen, jedoch jedes Mal daran gescheitert, dass Grundstücke im Umfeld nicht mit dazu erworben werden konnten und keine Gesamtlösung zustandekam. Die 1700 Quadratmeter der ehemaligen Storg-Immobilie umfassen nämlich fast keine Parkplätze.

Kein zwangsläufiger Abriss

Die langfristigen Mietverträge für die Mobilfunk-Antennen sollten kein juristisches Hindernis darstellen im Falle einer erfolgreichen Versteigerung, meint der Jurist. Das Gebäude sei zwar in schlechtem Zustand, müsse aber nicht zwangsläufig abgerissen werden. Die Bemerkung des Gutachters über den "erheblichen Altlastenverdacht" bezieht Schwartz auf die 1968 zum Teil verwendeten Baumaterialien wie Asbestplatten.

Umstrittenes Bild

Der Konkursverwalter habe sich auch an "öffentlich Beteiligte", also die Stadt Sulzbach-Rosenberg, gewandt und dort Informationsgespräche geführt über diesen neuralgischen Punkt an der Kreuzung vor dem Stadtturm. Immerhin ist das Gebäude auch wegen seines Erscheinungsbildes seit längerem städtebaulich sehr umstritten. In der Isek-Bürgerumfrage zur Stadtentwicklung im Rathaussaal per Stecknadel erhielt dieser Bereich jedenfalls mit die meisten roten Kritikpunkte der Teilnehmer verabreicht.
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