Vertrauen gewinnen in Elektromotor
Zwischenbilanz auf niedrigem Niveau

Dr. Kord Pannkoke öffnete vielen die Augen. Bild: ge
Wirtschaft
Sulzbach-Rosenberg
12.09.2016
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Die Bilanz nach vier Wochen E-Auto-Prämie ist ernüchternd: Erst knapp 1800 Anträge seien bis jetzt gestellt. Der hochinteressante Impulsvortrag von Dr. Kord Pannkoke (Bayern Innovativ) beim Tag der E-Mobilität beschäftigte sich mit deren Vorteilen.

Nur acht Jahre, nachdem Kaiser Wilhelm II. das Auto als "vorübergehende Modeerscheinung" bezeichnet hatte, seien in Amerika mehr Benzin-Gefährte als Pferdekutschen auf den Straßen gewesen.

Dass es ausgerechnet Benzinmotoren waren, die das Ford Model T antrieben, sei nicht selbstverständlich gewesen, so Pannkoke: Noch um 1900 war der Elektromotor der dominierende Autoantrieb, dann kam die Dampfmaschine. Erst um 1905 drehte sich das Verhältnis. "Hätte Ford sein Massen-Modell etwas früher entwickelt, wäre das Stromnetz ein wenig früher aufgebaut und wären die Erdölvorräte etwas später entdeckt worden, hätte sich Ford vielleicht für den Elektromotor entschieden!"

Pannkoke schilderte anschaulich ein fiktives Gespräch, in dem der Erfinder des Verbrennungsmotors heute sein Produkt gegenüber dem Elektromotor anpreisen und wie er selbst dagegen argumentieren würde: Ein Motor mit beweglichen Teilen, in dem gewaltige Kräfte wirken; eine Fülle von Neben-Aggregaten; eine hochbrennbare, giftige Flüssigkeit in Tanks und Tankstellen, die auch noch die Umwelt belastet und Ressourcen vernichtet; Lärmbelastung, Krankheiten - das alles stellte er dem leisen, verschleißarmen, umweltfreundlichen und leistungsfähigen Elektromotor gegenüber. Nun aber hätte sich die Menschheit an den Verbrennungsmotor gewöhnt. "Aber die Zeiten ändern sich: In China explodieren die Elektro-Auto-Zahlen, Deutschland ist komplett abgehängt", erklärte der Experte. Doch wegen seines großen Know-hows könne es bis 2021 mittelfristig zum führenden Produktionsstandort für E-Fahrzeuge werden. Österreich diskutiere, in vier Jahren keine Verbrenner mehr zu verkaufen, Holland und Norwegen wollten das 2025, Indien 2030. "Und wir tun uns schwer mit der blauen Plakette."

Pannkoke sah das Ziel einer flächendeckenden Lade-Infrastruktur und steuerlicher Förderung. Die Reichweite wachse ständig, Batteriepreise würden sich bald drastisch verringern, ebenso der Preisunterschied zum Verbrenner. "87 Prozent aller Autofahrten könnten bereits elektrisch sein", schloss Dr. Pannkoke. Vertrauen zu finden in diese Technologie sei die beste Methode.
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