Werkhof Amberg-Sulzbach und Werkhof der Diakonie schauen auf runde Zahl an Jahren zurück
Sozialpartner in der Region

Das Barmherzigkeits-Trikot wird mit Autogrammen aufgewertet. Der Landrat ist bei der Arbeit; Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher steht in der Warteschleife.
Wirtschaft
Sulzbach-Rosenberg
26.07.2016
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Werkhof-Betriebsleiter Reinhard Lautenschlager (Mitte) neben Diakonie-Vorstand Stefan Strauß (rechts) und Michael Geis, dem Vorsitzenden von "Amberg hilft". Bilder: hka (2)

Der warme Klang der Marimbas, Gebete, Grußredner, von Hand genähte Stoffbeutel und ein T-Shirt mit Autogrammen - bunt und vielseitig wie der Werkhof selbst war auch sein Jubiläum. Eine "Riesen-Erfolgsgeschichte" wurde ihm bescheinigt - und das Streben, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, nicht den Gewinn.

"Wir wollen nicht Arbeitslosigkeit fördern, sondern Arbeit!" Unter diesem Motto steht seit zehn Jahren der Werkhof Amberg-Sulzbach, seit zwanzig Jahren der Werkhof der Diakonie. In den Räumen des Standortes in der Hauptstraße in Rosenberg wurde das Doppeljubiläum gefeiert mit den Initiatoren und Mitarbeitern, Partnern der Einrichtung und Vertretern des öffentlichen und kirchlichen Lebens.

Integration durch Arbeit


Stefan Strauß, Gesellschaftsvertreter und geschäftsführender Vorstand der Diakonie Sulzbach-Rosenberg, zeigte in einer Chronik die Entwicklung des Sozialmodells Werkhof auf (die SRZ berichtete darüber). Er verwies auf das Ziel der gemeinnützigen Einrichtung, "mit Arbeit als Mittel zum Zweck die uns anvertrauten Menschen gesellschaftlich und erwerbstätig zu integrieren".

Er dankte für die vielfältige Unterstützung und Kooperation, insbesondere durch die Agentur für Arbeit, das Jobcenter Amberg-Sulzbach, den Landkreis mit seinen Gemeinden, die Stadt Amberg, das Integrationsamt und den Bezirk Oberpfalz. Wie Strauß anerkannten auch die zahlreichen Grußredner den Anspruch des Werkhofs, Langzeitarbeitslosen, Benachteiligten oder Menschen mit Handicap zeitweise eine sinnvolle Beschäftigung zu geben oder sie für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Bezirkstags-Vizepräsident Lothar Höher würdigte die "Riesen-Erfolgsgeschichte" des Werkhofs und versprach weitere Unterstützung durch den Bezirk. "Notfalls erhöhen wir die Bezirksumlage", meinte er mit einem Augenzwinkern.

Landrat Richard Reisinger sah die Anfänge des Werkhofs "in der Nähe von organisierten Sperrmüllsammlungen". Sehr schnell aber sei seine Integrationsarbeit sehr geschätzt worden, "getragen von Barmherzigkeit und Nächstenliebe".

Zusammenarbeit mit USG


Als "Sozialpartner in der Region" bezeichnete Sulzbach-Rosenbergs Bürgermeister Michael Göth den Werkhof. In Zusammenarbeit mit der Stadt und ihrer Tochter, der Umwelt- und Service GmbH, sei es gelungen, Langzeitarbeitslose, unqualifizierte Jugendliche und Behinderte in die Arbeitswelt zu integrieren.

"Wir sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen", wandte sich die Geschäftsführerin des Job-Centers AM-AS, Sonja Schleicher, direkt an Reinhard Lautenschlager, den Betriebsleiter des Werkhofs. Sie nannte ihn Ideengeber, Wegfinder und Brückenbauer, der auch in der alten Klostergärtnerei in Ensdorf Jugendlichen die Chance gegeben hat, sich im "grünen Bereich" auszuprobieren.

Aktuell stelle sich der Werkhof gemeinsam mit dem Job-Center den Herausforderungen, die mit den Flüchtlingen entstehen, verbinde Elemente der Sprachkurse mit Arbeitsgelegenheiten und sorge für die Erstmöblierung von Wohnungen.

Alternative zu Werkstätten


Für das Integrationsamt Regensburg gratulierte dessen Leiter Wolfgang Eberl und sagte dem Werkhof einen jährlichen Förderbetrag von mehr als 60 000 Euro im Jahr zu. Alle politischen Entscheidungsträger hätten den Wert von Integrationsfirmen als gute Alternative zur Beschäftigung in Werkstätten erkannt und würden sie weiter stärken.

Den Reigen der Grußworte beendete Pfarrerin Dorothea Kroll-Günzel von der Diakonie Bayern. Sie warb um Spenden für die Aktion "1 + 1 - Mit Arbeitslosen teilen - für die Menschen, die im Dunkeln stehen".

"Tolle Arbeit"


Namentlich nannte Werkhof-Betriebsleiter Reinhard Lautenschlager die Mitarbeiter und viele Helfer des Werkhofs, "die alle eine tolle Arbeit leisten" und dankte ihnen dafür. Mit Erinnerungsgeschenken in Form bunter Stoffbeutel dankten die Beschäftigten den Gästen für ihr Kommen. Die musikalische Umrahmung der Feierstunde lag in den Händen und Schlegeln dreier Musiker von der Berufsfachschule für Musik. Eckhard Kopetzki, Alex Hönig und Camille Faure-Brac bezauberten mit Klängen der Marimba.

Wir sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen.Sonja Schleicher vom Jobcenter AM-AS zu Werkhof-Betriebsleiter Lautenschlager


Andacht mit Trikot"Einen besonderen Ort, weil hier Gutes geschieht", nannte Dekan Karlhermann Schötz den Werkhof. In Rückschau auf die Fußball-EM hatte er ein Fan-Trikot mit der Aufschrift "Barmherzigkeit" dabei. Die brauche es, wenn es im Team einmal nicht ganz rund laufe, wenn es an der Bestform mangele. "Gott wird uns nicht aus dem Kader schmeißen", versicherte der Dekan und wünschte "allen Mitspielern auf dem weiten Feld", sich der Werte Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit bewusst zu sein. Eine Lesung von Pfarrer Uwe Markert aus dem Lukasevangelium und gemeinsame Gebete rundeten die Andacht ab. (hka)
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