Witz, Slips und Hits
3000 Fans feiern und tanzen bei Oberpfalz-Festival

Das Abendrot lieferte eine fast dramatische Kulisse im Tännesberger Abenteuerland. Vielleicht waren deshalb hinterher alle zufrieden: die Fans mit dem Auftritt von Pur und die Musiker mit der professionellen Organisation und dem enthusiastischen Publikum. Bilder: esa (3)
Kultur
Tännesberg
17.07.2016
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Solche Trophäen gibt's nicht alle Tage. Willy Astor staunt über einen geblümten Slip auf der Bühne.

Fünf Künstler und Bands - so viele wie noch nie - stehen am Samstag auf der Bühne in Tännesberg. 3000 Fans applaudieren und jubeln beim 11. Oberpfalz-Festival vor allem bei Pur. Einem anderen fliegt sogar Damenunterwäsche zu.

Die Premiere ihrer "Achtung"-Tour feierte "Pur" in Tännesberg. Viele Zuhörer waren vor allem wegen Hartmut Engler und seinen sechs Musikern gekommen. Langjährige Fans erschienen in älteren, leicht ausgewaschenen Fan-Shirts oder hielten Plakate hoch. Junge und ältere Damen drängten sich an die Absperrung. Sie sangen die Hits textsicher mit, wenn Frontmann Engler mal verstummte.

Zu Beginn fiel auf, dass das Publikum im VIP-Bereich lange nicht so enthusiastisch mitsang wie die übrigen Besucher. Im Laufe des Abends änderte sich das. Engler testete immer wieder das Erinnerungsvermögen seiner Fans - doch die kannten jeden Vers auswendig.

Kabarettist Willy Astor sang ein Stück über Tännesberg: "Oh, Tännesberg, du bist so wie du bist". "Ein kurzes Lied", kommentierte der Münchner, und das Publikum schüttelte sich vor Lachen. Wer während des Auftritts aufs Klo musste oder etwas zu trinken holen wollte, bekam von Astor gleich einen lustigen Spruch um die Ohren. Genauso wie Johannes (16) von der Security: "Bei dir fühlt man sich sicher." Der Kabarettist witzelte auch über leidenschaftliche Fans, die allerlei Dinge auf die Bühne ihrer Stars werfen. Und prompt erhielt Astor eine lila-gemusterte Unterhose und eine schwarze Socke. "Das habe ich ja noch nie erlebt", beteuerte er.

Füllige Überraschung


Erst am Freitagabend hatte angeblich die Kabarettistin Lizzy Aumeier beim Veranstalter Alfred Eckl angerufen. "Sie will auch kommen", erzählte er. "Da sagen wir nicht nein." Aumeier unterhielt das Publikum während Helfer die Bühne zwischen den Auftritten der Bands umbauten. "Die Frau kannten wir vorher nicht", sagte Hubert Forster, "aber die ist super".

Forster war eigens für Pur und Willy Astor aus Süßen im Kreis Göppingen angereist. 300 Kilometer für ein Pur-Konzert, obwohl er nur 70 Kilometer von deren Heimat Bietigheim-Bissingen entfernt wohnt. Doch die Anreise habe sich gelohnt, meinte Forster, dessen Eltern aus Pertolzhofen stammen.

Siegfried Bösl lebt in Tännesberg. Das Konzert hätte er auch auf seiner Terrasse hören können. "Aber es ist etwas ganz anderes, wenn man vor Ort ist."

Den Auftakt hatte die Band "Ludwig Two" gegeben. Als Überraschungsgast trat Rolf Stahlhofen, Gründer der Söhne Mannheims, auf. Stahlhofen ist in Atzenhof ganz in der Nähe von Tännesberg aufgewachsen. Eine halbe Stunde lang sang er solo, zum Schluss trat er mit Pur auf. Wer nach den fünf Blöcken nicht genug hatte, feierte mit "DJ Fenkerl" weiter.

150 Helfer waren im Einsatz. Nicht nur Veranstalter Eckl war "voll zufrieden". Auch die Künstler lobten mehrmals die gute Organisation - und das leckere Essen: In der Schule neben der Bühne hatten Lehrerinnen für Musiker und Kabarettisten gekocht. Eckl freute sich auch über ein Lob des Pur-Managements: "Es ist einzigartig, wie so eine Veranstaltung in Bayern abläuft."

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Weitere Bilder im Internet:

www.onetz.de/
1 Kommentar
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Wolfgang Göldner aus Weiden in der Oberpfalz | 18.07.2016 | 15:07  
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