Blumenmeer begeistert

Die Saat ist aufgegangen. BN-Ortsvorsitzender Toni Wolf freute sich bei einer Besichtigung darüber, dass die streng geschützte Arnika auf einem Trockenrasen am Ausgang des geologischen Lehrpfades in relativ kurzer Zeit sich so gut entwickelt hat. Bild: es
Lokales
Tännesberg
18.06.2015
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Nur wer sät, kann ernten. Bei der BN-Ortsgruppe Tännesberg machte man jetzt diese Erfahrung. Spaziergänger durch den geologischen Lehrpfad blieben am Ende staunend stehen und freuten sich über zahlreiche Arnikablumen, wie man sie heute nur noch ganz selten zu Gesicht bekommt.

Die Arbeit des Bund Naturschutzes auf einer gerodeten Waldfläche im Besitz der Bayerischen Staatsforsten im April 2011 hatte sich gelohnt. Die Gelegenheit ergab sich damals beim Anlegen eines Rundwegs durch die Bayerischen Staatsforsten, der von der Bevölkerung wie von Gästen gut angenommen wird.

Gebietseigenes Saatgut

Unter tatkräftiger Mithilfe der TSV- Abteilung RAN (RAN-Linde) mit ihrem Vorsitzenden Bernhard Walter wurde diese Teilfläche für eine Aussaat vorbereitet. BN-Ortsvorsitzender Toni Wolf besorgte ein autochthones Saatgut für diesen Standort. Die Samen waren im Kainzbachtal im Rahmen eines größeren Artenhilfsprogramms für Arnika gesammelt worden. Darunter fielen die Erfassung der noch verblieben Standorte der Arnika (Toni Wolf kannte noch einige von früher), eine Pflege (bei mangelnder Pflege verschwindet die Arnika) und die Ausweitung auf ehemaligen Vorkommensflächen durch Aussaat.

Flacher Standort günstig

Dass sich das auf der Fläche am Ausgang des Lehrpfades so gut entwickelte, war nicht vorherzusehen. Begünstigt wurde das durch einen flachen Standort auf einem Silikatboden und einer guten Sonneneinstrahlung. Inzwischen keimt die Arnika auf offenem Mineralboden. Bei ihr handelt es sich um eine streng geschützte Heilpflanze: Anschauen ja, Pflücken nein!

Wolf entdeckte bei einer Kurzvisite mit dem Heidiwitterchen noch eine Rarität. Dieser kleine Nachtfalter, der tagsüber aktiv ist, kommt nur noch selten vor. Der BN-Ortsvorsitzende vermutete, dass er aus dem Kainzbachtal kam und hier nach einer Gelegenheit suchte, um sich anzusiedeln. Außerdem hat sich diese Fläche zoologisch gut entwickelt, wie Wolf an einer größeren Population der Zauneidechse aufzeigte. Für Ringel- und Schlingnattern ist diese Fläche ebenfalls ein idealer Lebensraum. Von einem damals angelegten Steinwall profitieren viele Reptilien, von der blütenreichen Fläche auch der Baum-Weißling, eine gefährdete Schmetterlingsart. Stefan Bösl, Leiter des Forstbetriebs Flossenbürg der Bayerischen Staatsforsten, ließ damals um diese Fläche verschiedene Sträucher anlegen. Schilder liefern entsprechende Informationen. Vor dem "Stein der Weisen" kann sich der Spaziergänger bei einer kurzen Rast auf einer Bank an Natur pur und Vogelgezwitscher erfreuen, ehe er den Rundweg weiter fortsetzt.
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