Charakter soll erhalten bleiben

Architekt Hubert Liebl (rechts) informierte über Sanierung und Bestandsaufnahme der St.-Jodok-Kirche. Pfarrer Wilhelm Bauer, Kirchenpflegerin Diana Völkl, Diakon Norbert Hammerl, Hubert Schönberger von der Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderatssprecherin Gerti Braun (von rechts) verfolgten wie die vielen Zuhörer aufmerksam die Ausführungen. Bild: es
Lokales
Tännesberg
09.01.2015
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Der Wallfahrtskirche St. Jodok steht eine umfangreiche Sanierung bevor. Im Pfarrheim erfuhren die Tännesberger nun erste Details.

Architekt Hubert Liebl aus Großenschwand arbeitet schon 15 Jahre mit dem Konnersreuther Gerhard Plaß zusammen. Bei ihrer Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege machten sie bisher gute Erfahrungen. Beide informierten am Donnerstag im Pfarrheim über die Sanierung und Bestandsaufnahme der Wallfahrtskirche St. Jodok. Überwältigend groß war das Interesse. Darüber war am meisten Pfarrer Wilhelm Bauer überrascht.

Noch am Anfang

Bei ihren Arbeiten stehen die Architekten noch ganz am Anfang, weil sie bei der Kirche auf keine Bestandsaufnahme zurückgreifen können. Zwei Grundrisse und mehrere Querschnitte bilden die Grundlage für die Herangehensweise der Planer, zunächst für die Außensanierung. Dass dabei der Charakter der Wallfahrtskirche erhalten bleiben soll, hörten die vielen Zuhörer gerne.

Mängel lassen sich oft damit erklären, dass manche Materialien nicht mehr so reagieren, wie sie einmal gedacht waren. Das volkstümliche Stuckwerk mit den Muscheln, auch in der Sakristei, soll behutsam hergerichtet werden. Ein kaputter Balkenfußbereich weist auf Feuchtigkeit hin. Deshalb wollen die Verantwortlichen klären, wohin die Kirche entwässert.

Soviel lässt sich jetzt schon sagen: Es ist nicht alles im rechten Winkel, das äußere und innere Niveau sind unterschiedlich. Schäden sind dadurch vorprogrammiert. Die können aber auch durch fehlende wirksame Drainagen und eine umlaufende Betonschale hervorgerufen werden. Geplant sind gezielte Schürfgruben. Nach einer Ausschreibung mit fünf Positionen erhielt die Firma Josef Hartinger aus Kleinschwand mit dem günstigsten Angebot den Zuschlag.

Der Zeitplan sieht zunächst eine Fertigstellung der Bestandsaufnahme, ein Architektenaufmaß und Schürfgruben vor, dann eine Untersuchung des Dachtragwerks durch einen Statiker, einen Vorentwurf und Entwurf, eine Massenermittlung zum Entwurf, eine Kostenberechnung und Klärung der Zuschüsse nach der Genehmigung, eine Ausführungsplanung, Ausschreibungen und Vergaben. Ob das Ganze bis zum Jodokritt über die Bühne gehen kann, darauf wollten sich die Architekten nicht festlegen. Wichtig sind für sie Unterlagen und Daten für spätere Generationen.

Offener Prozess

"Muss es wieder ein Schieferdach sein?", wollte Richard Schneider wissen. Das letzte Wort hat hier der Statiker. "Um ein gutes Ziel zu erreichen, soll es ein offener Prozess sein", sagte Liebl.
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