"Das Böse muss weg"

Lokales
Tännesberg
28.10.2014
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Strukturen eines religiös bedingten Fundamentalismus sind nicht neu. Stefan Wissel, Diözesanpräses der Kolpingsfamilie, sprach im Tännesberger Pfarrheim über das Thema "Religiöser Fundamentalismus - gläubig und gewaltbereit".

Thomas Bartmann, Vorsitzender der hiesigen Kolpingsfamilie, hatte den Kontakte hergestellt. Beim Fundamentalismus halte man ideologisch an etwas fest. Glaubensinhalte spielten bei solchen Gruppen oft keine Rolle, auch nicht der Mensch. "Das Böse wird verkörpert und muss deshalb weg, unabhängig von der Wahl der Mittel, oft sehr grausam." Als besonders wichtig bezeichnete der Referent das Gespräch miteinander. Er fand es gut, dass es nach Papst Franziskus keine Denkverbote gebe.

Menschen, die aus Kriegsgebieten zurückkehrten, seien oft enttäuscht oder traumatisiert, kämen aber auch als Fundamentalisten zurück. Diese Gefahr sei nicht zu unterschätzen. Gerade mit ihnen müsse man das Gespräch suchen. "Du musst kein Held sein, um ein Held zu sein", seien wir aufgefordert, unsere menschliche Seite zu zeigen.

"Für Kriegsflüchtlinge sollten wir deshalb offen sein, indem wir durch unser Leben Positives anbieten", meinte Wissel. Christliche Werte seien gefragt. Alle seien in dieser Auseinandersetzung aufgerufen und sollten nach Adolph Kolping ihr Wort erheben. Von ihm stamme auch der Satz:" Wenn jeder das Seine tut, kann es auf dieser Welt besser werden."

Jeder Mensch sei für das Phänomen des Fundamentalismus anfällig. Im Islam-Unterricht in deutschen Schulen gebe es gute Ansätze. Wissel, der die arabische Sprache gelernt hat, erlebte in Syrien, wie die Propaganda dort funktioniert. Mit "Der Arm Gottes ist länger als unser eigner", zitierte er abschließend nochmals den Gesellenvater Kolping.

Bartmann dankte mit einer Wegzehrung und lud zum Besuch einer Moschee in Weiden am Mittwoch, 12. November, um 18.30 Uhr ein. Es werden Fahrgemeinschaften gebildet.
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