Elisabeth Finkera erinnert sich mit 90 Jahren an schöne und traurige Zeiten
Lebensbuch mit vielen Kapiteln

Elisabeth Finkera (vorne, Dritte von rechts) feierte 90. Geburtstag im Café "Sonnenhof". Auch zweiter Bürgermeister Hans-Peter Klünner (hinten, Zweiter von rechts) und Pfarrgemeinderats-Sprecherin Gerti Braun (vorne, Zweite von rechts) gratulierten. Bild: es
Lokales
Tännesberg
03.02.2015
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90 Jahre alt zu werden ist ein großer Segen. Viele Kapitel im Buch ihres Lebens sind von Elisabeth Finkera in dieser Zeit geschrieben worden. Darunter waren schöne, aber auch solche, an die sie nicht so gerne zurückdenkt.

Eines der schmerzhaftesten war sicherlich die Vertreibung aus der Heimat im Juni 1946. "Von einer Stunde auf die andere erfuhren wird von unserer Vertreibung. Uns blieb wenig Zeit, etwas mitzunehmen. Tochter Helga war erst sechs Wochen alt", gab die Jubilarin, die am Sonntag ihren 90. Geburtstag feierte, einen Einblick in ihre damalige Gefühlswelt. Sie kann mit den heutigen Flüchtlingsschicksalen mitfühlen. Geblieben sind nur die Erinnerungen an Eisenberg am Fuße des Erzgebirges, wo sie mit fünf Geschwistern aufwuchs. Tännesberg wurde zur zweiten Heimat. Im "Heldweihaus" unterhalb des Kaufhauses Grötsch wurde die Familie zunächst einquartiert. Nach weiteren Wohnungswechseln war dann die Freude groß, als die Familie 1958 in ihr neues Haus in der Färberbäckergasse einziehen konnte. Aus der Ehe mit Emil Goth stammen Tochter Helga und zwei bereits verstorbene Söhne.

Arbeit scheute die Jubilarin nicht. Sie half beim Bedienen im Café "Schlößl" und im Gasthof "Zur Post". Später war sie in der Detag Wernberg und bei der Firma Bauscher in Weiden beschäftigt. Viele Jahre brachte sie früh am Morgen zuverlässig den "Neuen Tag" zu den Lesern. "Vieles, was ich früher gern machte, geht heute nicht mehr", bedauerte die 90-Jährige. Ihren Humor hat sie aber nicht verloren und ist gern in geselliger Runde. Mit Tochter Helga fährt sie regelmäßig zum Kaffeetrinken. Ein Mal in der Woche trifft man sich in großer Runde dazu in Vohenstrauß.

Die Familie feierte am Sonntag im Café "Sonnenhof". Tochter Helga, die Enkel Joachim und Jochen mit ihren Familien, vier Urenkel und zwei Ururenkel waren dabei. Alles Gute und Gesundheit wünschte zweiter Bürgermeister Hans-Peter Klünner für die Marktgemeinde mit einer Urkunde und einem Gutschein. In Vertretung von Pfarrer Wilhelm Bauer gratulierte Pfarrgemeinderats-Sprecherin Gerti Braun für die Pfarrei, am Nachmittag Charlotte Frey und Edith Eichhorn für den Frauenbund.
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