Fast 20 Häuser stehen leer

Auch in Tännesberg gibt es viele alte Anwesen, die saniert werden müssen. Das Thema beschäftigte den Marktrat in seiner jüngsten Sitzung. (Bild: gi)
Lokales
Tännesberg
06.10.2014
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Tännesberg hat dieselben Probleme wie andere Kommunen in der Oberpfalz: Die Bevölkerungszahl stagniert, alte Häuser im Ortskern stehen leer und die Straßen sind in schlechtem Zustand. Abhilfe kann nur das Programm "Städtebauförderung" schaffen.

Bürgermeister Max Völkl musste jedoch in der Marktratssitzung bekanntgeben, dass die Regierung der Oberpfalz den Ort nur in das Programm aufnehmen könne, wenn das Förderverfahren mit einem kommunalen Hochbauvorhaben beginne. Ansonsten müsse Tännesberg versuchen, eine Ortssanierung über das Dorferneuerungsprogramm zu erreichen.

Um diese Möglichkeiten informierten Baudirektor Willi Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth sowie Thomas Schwarz von der Firma Landimpuls. Völkl sagte, dass die Gemeinde kein Hochbauvorhaben benötige. Schwarz meinte, dass die Biodiversitäts-Gemeinde gut in ein Dorferneuerungsverfahren passe. Bereits 2003 begannen in Tännesberg schon Überlegungen zur Gemeindeentwicklung. Es gebe hier einen Verein "Zukunft Tännesberg", ein Nordic-Walking-Zentrum, die Streuobstverarbeitung und einen regelmäßigen Regionalmarkt.

Schon 2006 wurde ein Entwicklungskonzept verabschiedet, das in das sogenannte DE-Verfahren einfließen könnte. Landimpuls sehe darin eine große Entwicklungschance für Tännesberg. Baudirektor Perzl informierte zunächst über grundsätzliche Dinge. Bei der Dorferneuerung gehe es nicht in erster Linie um Baumaßnahmen. "So eine DE wäre nur das Halbe wert", belehrte er sie. Es gehe um die Eingrünung und Einbindung des Dorfs in die Landschaft, um dorfgerechte Kultur-, Freizeit- und Erholungseinrichtungen und die Förderung der Dorfgemeinschaft. Es gehe um die Wertschätzung der Generationen, um Bürger, Vereine, Gruppen, Traditionen, Geschichte und Heimatkunde. Die Rendite daraus sei in Geld nicht aufzuwiegen, versicherte Perzl.

Natürlich gehe es auch um die dorfgerechte, ansprechende und funktionale Gestaltung von Straßen und Plätzen sowie die dörfliche Bausubstanz und die Wiederbelebung und Umnutzung leerstehender Bausubstanz. Von letzterer Problematik konnten die Gemeinderäte ein Lied singen, denn fast 20 Gebäude verschandeln mittlerweile das Ortsbild. Im Dorferneuerungsverfahren würde man prüfen, ob Altbausanierung oder Ausweisung neuer Wohngebiete oder beides zusammen, stellte der Baudirektor in Aussicht.

"Egal wie das ausgeht, wir brauchen in Tännesberg junge Leute", warf Alfred Eckl ein. Etwas geschockt waren die Gemeinderäte angesichts der langen Wartezeiten. Perzl machte deutlich, dass vor 2017 mit Maßnahmen überhaupt nichts gehen wird. 2015 könnte die Aufnahme in das Arbeitsprogramm erfolgen und 2016 der Beginn der Vorbereitungsplanung. Danach dauere ein DE-Verfahren etwa 10 bis 15 Jahre. 2015 könnten in einem sogenannten Vitalitäts-Check erste Auflistungen über mögliche Maßnahmen erfolgen. Der Vertreter des Amts für Ländliche Entwicklung gab auch unmissverständlich zu verstehen, dass alle Schritte mit einer frühen Information und intensiver Beteiligung aller Bürger und Vereine einher gehen müssen. Dies sei Grundvoraussetzung.

Perzl sprach auch die DE-Fördersätze bis zu 54 Prozent, je nach Finanzlage der Gemeinde an. Auch Privatmaßnahmen (nicht in Neubaugebieten) könnten mit 10 bis 30 Prozent gefördert werden. Er wies auch auf die enormen Investitionsimpulse für das mittelständische Handwerk hin. Einstimmig beschlossen die Räte, beim Amt für Ländliche Entwicklung zu beantragen, in Verfahren und Programm der ländlichen Entwicklung "Dorf und Flur" aufgenommen zu werden.
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