Land aus Bauernhand

Josef Völkl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informierte über Programme zur Landschaftsverbesserung. Bild: es
Lokales
Tännesberg
30.01.2015
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Das Projekt "Natur, Vielfalt, Tännesberg" ist nur eines von weiteren, das dem Erhalt der Kulturlandschaft dient. Landwirte, die einsteigen, können Fördergelder beanspruchen. Das Thema interessiert, wie eine Versammlung zeigte.

Für die neue Förderperiode des Naturschutz- und Kulturlandschafts-Programms in Tännesberg interessierten sich im Hotel Wurzer bei einer Informationsveranstaltung viele Landwirte.

Projektmanagerin Gabriele Schmid von der Marktgemeinde stellte das Projekt "Natur. Vielfalt. Tännesberg" in Bildern von den ersten Anfängen im Kainzbachtal bis zum heutigen Tag vor. Finanziert werde das von 2013 bis 2017 angelegte Programm zu 85 Prozent mit Fördergeldern aus dem bayerischen Naturschutzfonds. Das Ziel sei die Erstellung eines "kommunalen Handlungsleitfadens". Schmid wünschte, dass alle wie bisher an einem Strang ziehen, um die Natur zu erhalten und zu verbessern.

Saat rechtzeitig bestellen

Josef Völkl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sprach über weitere Projekte des bayerischen Kulturlandschafts-Programms (KULAP) für den Zeitraum von 2015 bis 2019 und bot angesichts der vielen Zahlen (Flächengröße, Fördergelder, Termine) den Antragstellern die Unterstützung seiner Behörde an. Klima- , Boden- und Wasserschutz und Biodiversität waren die Themen. Die Fördergelder seien hier gut angelegt. "Bei einer Winterbegrünung mit Wildsaaten freuen sich die Jäger." Das Programm "Verzicht auf Intensivfrüchte in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten" sei neu, außerdem auch der Erhalt artenreicher Grünlandbestände.

Wie das überprüft wird, zeigte Völkl an einem Beispiel. Ein Tipp von ihm war, bei jährlich wechselnden Blühflächen (gut für Bienen und Rebhühner) das Saatgut rechtzeitig vorzubestellen. Für die Milchbauern setze Heumilch eine extensive Futtergewinnung voraus, im Gesamtbetrieb keine Silagebereitung oder kein Silageeinsatz.

In das neue Kulturlandschafts-Programm wurde auch die Mahd von Steilhangwiesen bei einer Hangneigung von 30 bis 49 und ab 50 Grad aufgenommen. Hier könne das gesamte Feldstück beantragt werden. Wie der Computer dann das auf den Quadratmeter genau ausrechnet, erklärte der Experte. Die Anträge müssen bis zum 27. Februar 2015 gestellt werden. Weil solche nicht mehr verschickt werden, muss der Antragsteller zum Amt kommen. Dort erfolgt die EDV-technische Abwicklung.

Mulchen nicht erlaubt

Thomas Schwarz vom Büro Landimpuls für Regionalentwicklung informierte über die Förderinstrumente "Agrar-Umwelt-Maßnahmen 2015 bis 2019". "Die Kulturlandschaft ist ein Land aus Bauernhand", unterstrich er. Eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirten sei deshalb sehr wichtig. Um in das bayerische Vertragsschutzprogramm aufgenommen zu werden, müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt und Bewirtschaftungs-Vereinbarungen eingehalten werden. Mulchen sei nicht erlaubt. Es müsse das Grüngut weggefahren werden. Fördergelder gebe es auch für eine Brachlegung in Biber-Lebensräumen. Schwarz bot eine kostenlose Beratung bis zum Fälligkeitstermin am 27. Februar an.
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