Rebhühner im Visier

Der "Club der Landwirte" aus dem Raum Regensburg informierte sich mit ihrem Vorsitzenden Gerd Stadler (Zweiter von links) in der bayerischen Modellgemeinde Biodiversität bei zweitem Bürgermeister Hans-Peter Klünner (links). Bild: es
Lokales
Tännesberg
27.06.2015
4
0

Der drastische Rückgang von Rebhühnern ist auch ein Problem im Raum Regensburg. Um Auswege zu finden, fuhr der dortige "Club der Landwirte" nach Tännesberg.

Sie informierten sich mit ihrem Vorsitzenden Gerd Stadler in der bayerischen Modellgemeinde Biodiversität. In zweitem Bürgermeister Hans-Peter Klünner hatten sie einen versierten Kenner der Materie an ihrer Seite. Die Projekte hatte er mit auf den Weg gebracht. Schwerpunkte des Tages waren das Rebhuhn- und Rotviehprojekt.

Viele Fördergelder

Die Ideen dafür hatte Toni Wolf. Möglich sei das alles aber nur geworden, weil alle an einem Strang gezogen hätten: die Naturfachstelle am Landratsamt, Grundstückseigentümer, Landwirte, Jäger und verschiedene Naturschutzverbände. Zudem habe es dafür Fördergelder gegeben, zuletzt einen größeren sechsstelligen Betrag vom Bayerischen Naturschutzfonds.

Beim drastischen Rückgang von Rebhühnern haben der Raum Regensburg und Tännesberg die gleichen Probleme. Klünner nannte unter anderem die Flurbereinigung, Stadler den Freizeitdruck als Grund. Neben einem reichen Nahrungsangebot und Deckungsmöglichkeiten vor Feinden würden die Rebhühner trockene Plätze zum Sand- und Staubbaden benötigen. In der nahrungs- und deckungsarmen Zeit seien Stoppelfelder und Ernteaussparungen ein wertvoller Lebensraum.

Bei der Wiedereinführung hätten sich breitere und magere Säume und Ackerraine für mehr Insekten und Kräuter bewährt. Durch Abschieben zugewachsener Wege und Aufbringen einer feinkörnigen Auflage würden trockene Wärmeinseln zum Staubbaden und zur Nahrungssuche der Küken geschaffen.

Andere Tiere profitieren

Das Rebhuhn brauche eine artenreiche Landschaft. Von den Artenhilfsmaßnahmen für das Rebhuhn würden auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten profitieren. Klünner hob die aus Emmer und Dinkel gebackenen Brote, darunter das Rebhuhnloibl, und verschiedene Arten von Semmeln hervor. Gern getrunken werde der Rebhuhnzoigl aus dem Kommunbrauhaus in Eslarn zu einer Brotzeit mit Spezialitäten vom Rotvieh.

Bei der Familie Schwarz informierte man sich über deren Rotviehherde. Klünner lud außerdem zum Besuch des zehnten Regionalmarkts am Sonntag, 13. September, in Tännesberg ein. "Die Ausflugsfahrt nach Tännesberg hat sich gelohnt", fasste Stadler die Eindrücke zusammen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.