Wald und Wild auf gutem Weg

Forstdirektor Gerhard Hösl (links) vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden stellte in einer sehr gut besuchten Versammlung am Donnerstag in der Naglerschänke das Vegetationsgutachten 2015 für die Hegegemeinschaften Tännesberg und Leuchtenberg vor. Bild: es
Lokales
Tännesberg
13.11.2015
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Für die Vorstellung des Vegetationsgutachtens 2015 interessierten sich am Donnerstag in der Naglerschänke viele Jagdvorstände, Jagdpächter und Jagdgenossen der Hegegemeinschaften (HG) Tännesberg und Leuchtenberg. Dabei kamen auch Zahlen zum Leittriebverbiss auf den Tisch.

Waldbesitzer verfügen über eine waldbauliche Freiheit, profitieren aber wie bei den Wildschäden und den Kosten für Wildschutzmaßnahmen von den forstlichen Gutachten. Das betrifft auch die Erholungsfunktion, den Wasser- oder den Bodenschutz. Forstdirektor Gerhard Hösl vom AELF Weiden präsentierte das Vegetationsgutachten.

Wildschutzmaßnahmen

Aufschlussreich war die Zusammenstellung einer Kalkulation der Wildschutzkosten im Amtsbereich AELF Weiden. Für den Kommunalwald (2500 Hektar) und den Privatwald (26 180 Hektar) sind 162 300 Euro pro Jahr angesetzt, was einer jährlichen Kostenbelastung durch Wildschutzmaßnahmen von 5,65 Euro pro Hektar entspricht. Ohne Zaunschutz laufe seit sieben Jahren die natürliche Verjüngung mit Ausnahme eines Einzelschutzes bei der Tanne.

Forstdirektor Hösl ging im Einzelnen auf Rechtsgrundlagen bei der Waldverjüngung ein. Ein standortgemäßer und möglichst naturnaher Zustand des Waldes unter Berücksichtigung des Grundsatzes "Wald vor Wild" solle bewahrt oder hergestellt werden. Waldbesitzer sollten auf angepasste Wildbestände hinwirken.

Bayernweit sei der Leittriebverbiss bei Laubholz und der Tanne 2015 im Vergleich zu 2012 mit 18 Prozent annähernd gleich geblieben. In Amtsbereich liege der Anteil sogar unter zehn Prozent. Die Empfehlung der Ämter für ALF, den Abschuss beizubehalten, liege bei 61 Prozent, ihn zu erhöhen bei 35 Prozent.

Beim Leittriebverbiss Laubholz und Tanne erzielte die HG Tännesberg mit acht Prozent ein super Ergebnis, eine Reduzierung um fünf Prozent gegenüber 2012 im Vergleich zu einem leichten Anstieg von 13 auf 15 Prozent in der HG Leuchtenberg.

Gegensätzliche Entwicklung

Als traumhaft bezeichnete Hösl in der HG Tännesberg den Anteil bei der Buche mit Leittriebverbiss von 15,5 auf jetzt 4,3 Prozent, bei den Laubbäumen von 13,2 auf 5,9 Prozent. In der HG Leuchtenberg sei der Anteil bei der Buche von 2,8 auf 24 Prozent, bei den Laubbäumen von 12,6 auf 14,6 Prozent gestiegen.

Die Verbissbelastung in der HG Tännesberg und HG Leuchtenberg bewertete Hösl als "tragbar", wobei Tännesberg ganz knapp an "günstig" lag. Der Abschuss könne bei beiden Hegegemeinschaften beibehalten werden. Eine Verschlechterung sei in der HG Tännesberg jedoch bei den seltenen Mischbaumarten (Edellaubholz, Tanne) festzustellen. Sollte sich in der HG Leuchtenberg der negative Trend bei der Buche fortsetzen, sei in drei Jahren zumindest bei der Abschussplanung eine Erhöhung erforderlich.

Abschließend appellierte Hösl, miteinander zu reden. Stefan Bösl, Leiter des Forstbetriebs Flossenbürg der Bayerischen Staatsforsten, sprach von guten Ergebnissen und einer tollen Entwicklung in den Wäldern. An die privaten Jäger gab er ein Kompliment weiter: "Unbestritten sind wir auf einem guten Weg."
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