"Was weg ist, ist weg"

Lokales
Tännesberg
05.02.2015
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Die Gemeinde könnte ihr Standesamt verlieren. Leiter Josef Glas geht in den Ruhestand. Und Personal für diese Position ist schwer zu bekommen. Eine Zusammenarbeit mit Moosbach könnte die Lösung sein.

Über die Zukunft des Standesamts berieten die Gemeinderäte in der letzten Sitzung. Soll es weiter betrieben, aufgelöst oder eine Zusammenarbeit mit einer anderen Kommune gesucht werden? Amtsleiter Josef Glas wird demnächst in den Ruhestand gehen. Die Aussichten, geeignetes Fachpersonal zu bekommen, sind nach Meinung von Bürgermeister Max Völkl auf diesem Sektor nicht besonders gut. Jedes Standesamt müsse einen Leiter und einen Stellvertreter beschäftigen. Eine Lösung des Problems wäre die Auflösung des Standesamts und die Übertragung der Aufgaben auf eine andere Gemeinde.

Auch das kostet Geld. Josef Glas gab bekannt, dass Vohenstrauß für den Dienst 14 800 Euro pro Jahr verlange. Dafür leiste die Stadt jährlich rund 30 Beurkundungen und die nicht unerhebliche Hintergrundarbeit. Gegenwärtig manage das Standesamt in Tännesberg neben dem Leiter eine "Viertelarbeitskraft". Zusätzlich fallen rund 3500 Euro EDV-Kosten an. Schließlich schlagen auch die regelmäßigen Schulungen zu Buche. Im Falle einer Auflösung könne die "Viertelkraft" für andere Aufgaben in der Verwaltung eingesetzt werden. Für Alfred Eckl waren diese Zahlen und Auskünfte zu wenig. Er verlangte für die richtungweisende Entscheidung detaillierte Zahlen über Kosten und Einsparungen sowie die Gewissheit, dass es durch die Auflösung des Standesamts zu keinem Personalabbau komme.

Kooperation gefragt

Außerdem müsse geklärt werden, welche Kosten im Falle einer Übertragung des Standesamts durch den Markt Moosbach entstehen. "Was weg ist, ist weg", meinte Wolfgang Nicklas und schlug eine behutsame Vorgehensweise vor. Tännesberg sollte sich mit einer anderen Gemeinde wegen der Findung eines Stellvertreters zusammensetzen. Dann bräuchte die Gemeinde nur einen Standesbeamten. Der Vertreter käme von einem anderen Standesamt. Dies könnte wechselseitig erfolgen, was für beide Kommunen Einsparungen bringe. Glas wies darauf hin, dass schon früher der Leiter des Standesamts Moosbach, Peter Garreiss, in Tännesberg ausgeholfen habe. Einstimmig erhielt Völkl den Auftrag, mit den Verantwortlichen in Moosbach zu sprechen.

Nichts einzuwenden hatte das Gremium gegen die Bauanträge von Alfred Eckl, Tännesberg (Wohnhausumbau), sowie Verena und Christian Hartinger, Kleinschwand (Wohnhausneubau mit Garagen). Befürwortet wurde ein Rodungsantrag des Bundes Naturschutz beim Hochspeicher. Dort soll ein Feuchtbiotop entstehen. Bestätigt wurden die beiden Kommandanten Johann und Christian Götz von der Feuerwehr Großenschwand.

Im Kindergartenbus dürfen nur Buben und Mädchen ab dem dritten Lebensjahr befördert werden, lautete ein Beschluss. Wie bisher werden auch die Beförderungskosten (rund 15 000 Euro jährlich) von der Kommune getragen, was aber jederzeit widerrufen werden könne. Die Gemeinderäte sehen darin keine freiwillige Leistung, sondern eher eine Stärkung des ländlichen Raums mit günstigen demografischen Auswirkungen. Ein Grundsatzbeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplans wurde einstimmig gefasst. Dadurch soll das Gewerbegebiet erweitert werden. Auf Wunsch von Andreas Wurm behandelte das Gremium die Grundstücksfragen für die Erweiterung im nichtöffentlichen Teil.

Völkl sprach das Schulproblem an. Von 48 Eltern entschieden sich 35 für die Mittelschule Vohenstrauß und 11 für Oberviechtach. Zwei Familien sind beide Schulen recht. Von den derzeitigen Mittelschülern in Moosbach wollen 11 nach Vohenstrauß und zwei nach Pleystein. Völkl gab ein Schreiben des Vohenstraußer Stadtkämmerers zur Kenntnis. Darin berichtigt er die auf Tännesberg zukommenden Kosten nach oben. Ursprünglich wollte Vohenstrauß nur 1450 Euro pro Kind in Rechnung stellen. Jetzt teilte die Stadt mit, dass zu den 1450 Euro die nicht unerheblichen Schulbuskosten hinzukommen.

Aufklärung ungenügend

Nicklas bedauerte, dass sowohl Eltern als auch Gemeinderäte bei den Besichtigungen der Schulen in Vohenstrauß und Pleystein nur spärlich vertreten waren. Auch die Information sei ungenügend gewesen. Er bezeichnete Vohenstrauß kostenmäßig als nicht gerade günstig. Die Beförderung der Kinder nach Oberviechtach hielt Nicklas für gut, die nach Vohenstrauß dagegen für problematisch. Er schlug deshalb eine nochmalige Aufklärung der Eltern vor.
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