Zehntes "Oberpfalz-Festival" in Tännesberg mit der Ersten Allgemeinen Verunsicherung und Spider ...
Mitglieder legen schon mal Sparbuch bereit

Stimmung und gute Musik: Mit ihrem "Oberpfalz-Festival" haben die Tännesberger ein Alleinstellungsmerkmal erreicht. Das honorieren die Besucher aus nah und fern. Bild: fz
Lokales
Tännesberg
15.04.2015
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Die Fans reisen zum "Oberpfalz-Festival" bis aus 600 Kilometern an. Heuer steigt das aus einer Bierlaune entstandene Musikevent zum zehnten Mal. "Wir können nur überleben, wenn wir uns von anderen abheben", sagen die Macher, die noch viel vor haben.

Die Seer, Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich, Willi Astor, Peter Cornelius, Revolverheld, Pur und wie sie noch heißen - alle sind schon in Tännesberg aufgetreten. Heuer geben die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) und die Spider Murphy Gang ihre Visitenkarte ab.

Irgendwie ging beim Jodokritt, der größten Pferdewallfahrt in der Oberpfalz, bierzeltmäßig wenig. Bei einer Hochzeit spielte die Band das Lied von den Seern "S'wilde Wasser". "Die müsst ihr holen", sagte eine Frau zu Fred Eckl. "Dann is wieder was los." Eckl kannte die Zuhörerin nicht. Aber 30 Telefongespräche mit der Agentur hat er geführt. Die östereichische Formation war damals erste Sahne und nicht erpicht, auf dem Bauerndorf aufzutreten. Eckl ging mit seinem TSV-Förderverein das Unternehmen an. 13 erlesene Mitglieder, damals wie heute, mit Eckl als Denker und Planer und Sepp Winderl als Arbeitstier. 400 Karten hatte man eine Woche vor dem Seer-Auftritt verkauft. Da ging die Düse. Aber dann kamen 1100 Leute. Motivation war eigentlich für den TSV-Förderverein die Tatsache, dass man für die Fußballer einen B-Platz bauen wollte und dafür 150 000 Euro aufzubringen waren.

Open-Air der Schlüssel

"Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal", sagten Eckl und Winderl nach drei Events. Das war dann das Open-Air auf dem Sportplatz, abgehängt vom Jodokritt, mit keinem festen Termin vorher, weil man sich nach den Bands richten musste. Das "Oberpfalz-Festival" war geboren. Bis zu 200 freiwillige Helfer sind integriert. 5500 Besucher galt es 2008 bei "Revolverheld", der Eintritt war frei, unterzubringen. 2013 drohte der Supergau. Vor dem Auftritt der deutschen Band Pur regnete es tagelang. "Entweder ihr macht was, oder ihr könnt die Leute nicht auf den Sportplatz reinlassen", sagte der Pur-Manager. Am Freitag organisierte man für das Sportgelände noch einen Holzboden, am Samstag wurde er verlegt.

"Purer Wahnsinn", sagen Eckl und Winderl. "Sterben oder überleben." Die 13 Fördervereins-Mitglieder hatten schon mal ihre Sparbücher für die Pleite zurechtgelegt. 1800 Besucher konnten das Budget nicht abdecken. Sponsoren sprangen ein, und die Band ließ Gage nach. "Da waren wir am Knackpunkt", sagen die beiden. Pur hat übrigens für die nächsten Jahre freiwillig einen weiteren Auftritt angeboten, um das Engagement der Tännesberger zu würdigen. "Wir haben ein Niveau erreicht, bei dem wir für einen tollen Abend das Alter von 25 bis 60 Jahren ansprechen", sagen Eckl und Winderl. Da finde kein Abfeiern statt. Es gehe niemand hin und dröhne sich voll. Die Gäste möchten einfach Freude an schöner Musik haben. "Sponsoren wollen Qualität, wenn sie ihren Namen und auch ihr Geld hergeben."

Wunsch: Peter Maffay

100 000 Euro kostet heuer das "Oberpfalz-Festival". Wer denke, dass da "die große Kohle bleibt", der täusche sich. Es gehe nur mit Sponsoren aus, und auch mit den Medien, die mittlerweile tatkräftig unterstützten. Wie geht's weiter? "Keine Rückschritte von der Qualität", sagen Eckl und Winderl. Sie haben einen großen Traum: Peter Maffay! Aber dem sei Tännesberg eine Nummer zu klein. Noch. Vielleicht ändert er seine Meinung.
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