Energienutzungsplan für Tännesberg liegt vor
Nahwärmenetze in der Pipeline

Der Geschäftsführer der ZREU, Josef Konradl, stellte in der Marktratssitzung den Energienutzungsplan vor. Bild: gi
Politik
Tännesberg
14.03.2016
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2015 erteilte der Marktrat Tännesberg dem Zentrum für rationelle Energieanwendung und Umwelt GmbH (ZREU) den Auftrag zur Erstellung eines Energienutzungsplans. Dieser liegt nun vor.

ZREU-Geschäftsführer Josef Konradl stellte dem Gremium den Endbericht vor. Dabei erläuterte der Diplomingenieur, dass die umfangreichen Arbeiten mit einer umfassenden Analyse des Ist-Zustands begannen. "Dabei wurden 451 Zentralheizungen und 665 Einzelfeuerstätten ermittelt."

Für Tännesberg habe seine Firma einen Endenergiebedarf von 47 000 Megawattstunden errechnet. Davon entfallen 48 Prozent auf private Haushalte, 35 Prozent auf Verkehr, 15 Prozent auf Gewerbe und 2 Prozent auf öffentliche Liegenschaften. Bei der Wärmeerzeugung belege das Heizöl in der Gemeinde noch mit 45 Prozent den ersten Platz, gefolgt von Biomasse (33 Prozent).

Bedarf weit überdeckt


Bei der Nutzung von regenerativen Energien könne der Markt stolz sein auf über 100 Prozent bilanzielle Deckung des Strombedarfs aus Solarenergie. Mit den Wasserkraftanlagen werde der Strombedarf weit überdeckt. Das Windkraftpotential sei wegen der 10-H-Regelung und den notwendigen Mindestabständen zur Radarstation bei Rückersrieth bei Null angelangt.

Energiepolitisches Leitbild


Als nächsten Schritt empfahl Konradl die Erarbeitung eines energiepolitischen Leitbilds für die Kommune. Alleine die Auseinandersetzung mit den konkreten Inhalten würde seiner Meinung nach schon "zur Mobilisierung von neuen Ideen führen". Dazu sei die Einführung eines Controllinginstruments notwendig, um die Umsetzung des Konzepts nachhaltig zu verfolgen. Auch die Bildung eines Energienetzwerks aus engagierten Bürgern und Akteuren, unter Umständen über die Gemeindegrenzen hinaus, empfahl der Fachmann.

Anschließend wurde der Diplomingenieur konkreter. Er schlug die Erstellung von zwei Nahwärmenetzen vor, die das Gebiet um den Marktplatz in Tännesberg und die Pfreimder Straße mit Schule und Rathaus einbeziehen.

Konradl meinte, dass die Nahwärmelösungen zwar preislich nicht mit den Einzelheizungen konkurrieren können, da Heizöl momentan extrem billig sei. Andererseits seien aber auch die Bankzinsen auf einem historischen Tief, so dass eine Investition in die Zukunft besonders lukrativ sein kann, da die Preise für Strom und Heizöl mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder ansteigen werden. Die Investition in die Nahwärmelösung müsse auf einen Zeitraum von rund 20 Jahren betrachtet werden.

Bürgermeister Max Völkl bezeichnete den Energienutzungsplan als Grundlage für weitere Überlegungen und Beratungen im Gemeinderat. Die Kommune wolle künftig auch die Straßenbeleuchtung wesentlich effizienter betreiben. Aus diesem Grunde erläuterte Markus Windisch vom Bayernwerk die Umrüstung der vorhandenen 304 Straßenleuchten. Sie verbrauchen 58 590 Kilowattstunden pro Jahr. Durch den Einsatz von LED-Lampen könne dies um 40 Prozent reduziert werden.

Neue Straßenbeleuchtung


Windisch schlug aus technischen und finanziellen Gründen den Austausch von jährlich 30 bis 40 Leuchten vor, denn immerhin koste die Umstellung pro Gerät 400 Euro. Er nannte eine Amortisation von rund 8 Jahren. Matthias Grundler sprach weitere Kosteneinsparungen durch zeitweise Ausschaltung der Beleuchtung vor. Windisch erklärte, dass Illschwang im Landkreis Amberg-Sulzbach diesen Schritt bereits gegangen sei.
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