Kämmerer präsentiert Marktrat den Haushalt
„Finanziell auf gutem Stand“

Vor der Sitzung beschäftigten sich die Markträte noch mit dem Marktplatz, um dann im Rathaus zu erfahren, dass Tännesberg nach über 50 Jahren erstmals wieder einen schuldenfreien Haushalt hat. Bild: fjo
Politik
Tännesberg
06.08.2016
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Die Marktgemeinde Tännesberg ist schuldenfrei. Dies war aber nicht die einzige positive Nachricht, die Kämmerer Ludwig Gürtler dem Marktrat präsentierte.

Spätestens seit der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen aus dem Haushalt durch Gürtler ist es offiziell: Bereits seit Jahresbeginn gehört der Markt zu den wenigen bayerischen Gemeinden mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 0 Euro. "Im Haushaltsjahr 2016 sowie im Finanzplanzeitraum 2017 bis 2019 ist eine Darlehensaufnahme weder geplant noch nötig", freute sich der Kämmerer.

Bessere Liquidität


"Trotz schwieriger Zeiten haben wir es geschafft, auf Null zu fahren und verfügen nun aufgrund fehlender Schuldendienste über eine wesentlich bessere Liquidität." Um den damit einhergehenden Komfort für die ganze Kommune zu untermauern, setzte Gürtler noch eins drauf. "Wir können als Tännesberger froh und stolz sein, dass wir das geschafft haben. Darum beneiden uns sicher die einen oder anderen Kommunen."

Mit dieser rosigen Prognose hatte der Finanzchef die Aufmerksamkeit schnell auf sich gezogen. Sein rund einstündige Vortrag mit Erläuterung aller wichtigen Details des Zahlenwerks konzentrierte sich zunächst auf die Jahresrechnung 2015. Das Vorjahr schließe mit 3,122 Millionen Euro im Verwaltungs- und 721 279 Euro im Vermögenshaushalt.

Beinhaltet sei eine Zuführung von knapp einer halben Million Euro im Plus, die wesentlich höher als jene zunächst eingestellten 289 000 Euro ausfalle. "Das ist auch der allgemein guten Wirtschaftssituation geschuldet." Und zwar so gut, dass eine weitere Zuführung von 42 000 Euro zur allgemeinen Rücklage möglich gewesen war, wodurch diese zum Jahreswechsel 2015/2016 auf eine Gesamtsumme von 1,0676 Millionen Euro angestiegen sei.

Um Spekulationen vorzubeugen, nannte der Kämmerer verschiedene Haushaltsposten als mitverantwortlich für die ausgezeichnete Situation: Den "sehr guten Ertrag" aus dem Holzeinschlag in den Gemeindewäldern mit einer Höhe von fast 153 000 Euro beispielsweise, oder die um 20 000 Euro geringeren Ausgaben für den Straßenunterhalt. Auch der Austausch der Turnhallenfenster sei um fast 25 000 Euro günstiger als geplant ausgefallen.

Spätestens dann zog Gürtler aber die Notbremse: "Das heißt jetzt nicht, dass wir das Geld zu locker ausgeben sollten, sondern gut überlegt. Tännesberg ist finanziell und wirtschaftlich auf einem guten Stand." Dies war zugleich die Überleitung auf die Präsentation des Haushalts für 2016. Unter Voranstellung der erwarteten Einnahmesituation nannte er die Gewerbesteuer mit einer erwarteten Höhe von 200 000 Euro. Die Einkommenssteuerbeteiligung sah er bei 580 000 Euro und die Schlüsselzuweisung um die 600 000 Euro.

Alle Beschlüsse einstimmig


Als wesentlichste Ausgabe verwies der Finanzexperte auf die Kreisumlage mit geschätzten 564 000 Euro. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt liege bei 223 000 Euro. Letztlich sehe der Verwaltungshaushalt eine Bilanzsumme von etwas über 3 Millionen Euro vor. Zum Ausgleich des Haushalts würden aus der allgemeinen Rücklage von aktuell etwas über einer Millionen Euro, nicht ganz eine halbe Million entnommen. Der Rest könne als weitere Rücklage ins Haushaltsjahr 2017 einfließen. Für den Vermögenshaushalt 2016 nannte Gürtler ein Gesamtvolumen von knapp 1,9 Millionen Euro. Alle für den Etat erforderlichen Beschlüsse trugen die Markträte abschließend einstimmig mit.

InvestitionenIn einem kurzen Überblick streifte Kämmerer Ludwig Gürtler die Anschaffungen und Ausgaben im Haushalt 2016, darunter 359 000 Euro für ein neues Feuerwehrauto HLF 20. Der Eigenanteil der Gemeinde betrage rund 234 000 Euro.

Weitere Investitionen kämen mit 20 000 Euro für die Planung der Schulhaussanierung im Kommunalinvestitionsprogramm (KIP). Hier nannte der Kämmerer eine Umsetzung 2017 mit dann erwarteten Kosten von 469 000 Euro bei einer erwarteten Förderung in Höhe von 440 000 Euro.

Zur Sprache brachte Gürtler auch den Generationenspielplatz am Schlossberg mit 125 000 Euro und weitere 60 000 Euro an Planungskosten für den Ausbau der Uchastraße zwischen Kleinschwand und Etzgersrieth. Diese Maßnahme ist im kommenden Jahr geplant und dürfte Kosten von etwas über einer halben Million Euro verursachen.

Noch im Haushalt 2016 sei die Sanierung der Aussegnungshalle im Friedhof Tännesberg mit 50 000 Euro veranschlagt, ebenso der Abriss und der Neubau einer Bauhofhalle mit geschätzten 190 000 Euro. (fjo)
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