Marktrat diskutiert wegen der Infrastruktur
Internet für alle

Große Kabeltrommeln, Leitungsstränge und Erdhaufen wie hier auf der Kainzmühle sind in der ganzen Gemeinde zu sehen. Kämmerer Ludwig Güttler kündigte im Marktrat wegen des nicht ausgeschöpften Gesamtvolumens eine zusätzliche Internet-Erschließung aller bislang nicht berücksichtigen Weiler und Einzelgehöfte an. Bild: fjo
Politik
Tännesberg
05.08.2016
40
0


Marktrat-SplitterRund um den Wanderweg 6 auf dem Mühlbühl kann zwischen dem Bursweiher und der Freiflächen-Fotovoltaikanlage ein Ausbau der Flur- und Wirtschaftswege in der Gemarkung Kleinschwand erfolgen. Wegen genauer Ortskenntnis informierte CSU-Marktrat Josef Hammerl über die in Frage kommenden Wegstücke.

Lediglich Andreas Wurm (FWG) stimmte gegen die Vergabe an die Firma Hartinger, dort auf rund einem Kilometer Länge durch Recyclingmaterial eine befestigte Breite von 3,50 Meter mit Kosten von rund 15 000 Euro netto herzustellen. Im Preis und im Beschluss enthalten sind zusätzlich ein weiteres rund 300 Meter langes Wegstück in Richtung Uchabachtal von der Kreisstraße hinüber zur Teerstraße.

Da es laut Bürgermeister Max Völkl bislang keine vertraglich niedergeschriebene Regelung für den sogenannten "Fischer-Stodl" gebe, sei das Thema auf seine Anregung in den Marktrat gelangt. Wolfgang Nicklas junior monierte die Ladungsfrist zu den Marktratssitzungen und plädierte für eine Zustellung per E-Mail, ebenso für die jeweiligen Protokolle. Verwaltungsleiter Marco Rupprecht sah die Einhaltung der Geschäftsordnung gewährleistet und erklärte, dass der Tag der Ladung und der Tag der Sitzung nicht zur Ladungsfrist zählten. Um trotzdem eine gewünschte Verbesserung des Zeitvolumens zu erreichen, forderte er einen Beschluss des Marktrats und zeigte sich hierfür aufgeschlossen. Nicklas kritisierte eine fehlende Info an den Marktrat zum erfolgten Sportheimanbau . Hierzu erklärte der Rathauschef, dass keine Kosten auf die Gemeinde zukämen und auch dadurch keine Beteiligung der Kommune erfolgt wäre.

Die fehlenden Mäharbeiten auf den Spielplätzen monierte Dr. Stephanie Kuchlbauer (CSU), was Völkl im Status als Biodiversitätsgemeinde begründet sah. Dadurch wäre das beständige Kurzhalten der Rasenflächen nun auf die Umgriffe bei den Spielgeräten zurückgefahren. (fjo)

"Was dort steht, möchte ich nicht beleuchtet wissen", kommentierte Wolfgang Nicklas junior (FWG). Der Marktrat stimmt letztlich dennoch für die Erweiterung der Straßenbeleuchtung an der Kleinschwander Straße.

Als heikles Thema sah das Gremium die Ausweitung der Straßenbeleuchtung an jener Stelle besonders wegen vermuteter Folgeanträge. Bürgermeister Max Völkl plädierte für eine Ausnahme beim dem von Anliegern beantragten Straßenstück. Zum einen verwies er auf Kontakte mit dem Bayernwerk, wonach ein Erdkabel vorhanden sei. Zusätzlich führte er eine dort "enorm schlechte Ausleuchtung" ins Feld. Einstimmig sprachen sich die Räte für eine weitere Straßenlaterne mit geschätzten Kosten von 1000 Euro aus.

Klassifizierung der Straßen


Die Kleinbaustellen an allen Ecken und Enden in der Gemeinde wegen der Digitalisierung riefen das Gremium zu einer allgemeinen Verbesserung der Straßensituation auf den Plan. Hans Eckl (FWG) regte unterstützt von Dr. Stephanie Kuchlbauer (CSU) eine Erhebung und Klassifizierung aller Trassen in Tännesberg durch die Verwaltung an. Ergebnis daraus müsse sein, die "fünf furchtbarsten Straßen herauskristallisiert zu bekommen".

Als "Flickwerk" bezeichnete Nicklas die Behandlung der Gehsteige im Zuge der Verkabelung, weshalb er zu einer generellen Neuasphaltierung riet. Hierzu griff Kämmerer Ludwig Gürtler die finanzielle Situation beim Digitalausbau auf. Er kündigte wegen "des zur Verfügung stehenden Volumens" eine Aufnahme aller bislang nicht berücksichtigten Weiler und Einzelgehöfte an.

Eine Sanierung der Uferbereiche des Bursweihers war Eckl wichtig, da ein Ablassen im Oktober geplant sei. Da er beim Abfischen einen guten Ertrag mit 40 bis 50 Zentner Karpfen erwarte, sah er die mit 40 000 Euro veranschlagte Sanierung des Fischgewässers als förderfähig mit einem Anteil von 50 Prozent.

Eine längere Diskussion zog die Beschaffung interaktiver Smartboards für die Grundschule nach sich. "Das ist eine Möglichkeit, dass der Lehrer Material aus dem Internet holt und den Schülern direkt präsentiert. Dieses Medium bietet tolle Optionen", erklärte Rektor Josef Rauch. Für die beiden Kombiklassen beliefen sich die Kosten auf insgesamt 15 700 Euro.

Nicht genutzte Möglichkeit


Umfangreich berichtete Nicklas als Weidener FOS/BOS-Fachlehrer aus der eigenen Praxis und plädierte zunächst für einen Probelauf. Außerdem vermutete er noch ein zusätzliches Problem: "Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass die Möglichkeiten, welches dieses Medium bietet, von den Tännesberger Kollegen nicht ansatzweise genutzt werden, weil sie ihren Unterricht komplett neu umstrukturieren müssten."

Bürgermeister Völkl und Rauch hielten dagegen und verwiesen auf den Probelauf über 14 Tage. Marktrat Andreas Wurm (FWG) zog sein Veto von einer anderen Seite her auf. "Ich finde das übertrieben, und die Angebote lassen sich nicht vergleichen. Zudem besteht an der Schule kein Internetanschluss."

"Die Zeit der Tafeln, an die vom Lehrer mit Kreide geschrieben wurde, ist vorbei", erklärte Rauch. Mit den drei Gegenstimmen von Nicklas, Wurm und Eckl beschied das Gremium das Ansinnen letztlich positiv.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.