Tännesberg mit neuem Ehrenbürger und Altbürgermeister
Mit Herzblut für die Heimat

Bürgermeister Max Völkl (links) und Landrat Andreas Meier (rechts) ehrten drei Männer, die viel für Tännesberg geleistet haben: Geschäftsleiter Josef Glas (von links) wurde in den Ruhestand verabschiedet, Altlandrat Simon Wittmann ist neuer Ehrenbürger des Markts und Werner Braun darf künftig den Titel "Altbürgermeister" führen. Bild: bey
Politik
Tännesberg
29.07.2016
110
0

Der Markt Tännesberg hat seit Donnerstagabend einen neuen Ehrenbürger und einen neuen Altbürgermeister. Zudem verabschiedete Bürgermeister Max Völkl den geschäftsleitenden Beamten offiziell in den Ruhestand.

Die Feierstunde in der "Lederer"-Scheune nannte der Rathauschef nicht alltäglich. Ehemalige Bürgermeister aus Tännesberg und Leuchtenberg, Markträte, die Mitarbeiter der Verwaltung und Landrat Andreas Meier waren gekommen. In seiner Begrüßung betonte der Tännesberger Rathauschef, dass es im Marktrat über die Verleihung der Ehrentitel keine Diskussionen gegeben habe.

Werner Braun, ehemaliger Bürgermeister von Tännesberg, darf künftig die Ehrenbezeichnung Altbürgermeister tragen. Braun stand dem Markt von 1990 bis 2002 als Gemeindechef vor. In dieser Zeit er in seiner Arbeitsweise "sympathisch, umgänglich, korrekt und hartnäckig" gewesen, erinnerte Völkl. Er listete die Projekte der Gemeinde während der Amtszeit Brauns auf: Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung, Feuerschutz, Sanierung der Grundschule und Schaffung des heutigen Verwaltungssitzes. Unter dem Beifall der Gäste überreichte Völkl dem neuen Altbürgermeister die Ernennungsurkunde.

Braun arbeitete nach seinen Worten mit einem "recht strengen" Marktrat zusammen. Sein Herzblut habe er besonders der Natur Tännesbergs und seiner Biodiversität geschenkt. Er habe die beste Zeit seines Lebens aus Überzeugung dem Markt Tännesberg geschenkt. In der Verwaltung habe er seine besten Freunde gehabt, gestand Braun.

Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Altlandrat Simon Wittmann würdigte der Markt dessen Verdienste in der Kommunalpolitik als Marktrat, zweiter Bürgermeister und Fraktionssprecher der CSU.

St.-Jodok-Ritt wiederbelebt


In seiner Laudatio listete Völkl die Maßnahmen auf, an denen der neue Ehrenbürger in der Zeit seiner politischen Tätigkeit in Tännesberg beteiligt war. So hatte Wittmann an der Wiedereinführung des St.-Jodok-Rittes im Jahr 1977 maßgeblichen Anteil. Der Altlandrat hat nach den Worten des Marktoberhaupts bereits zum damaligen Zeitpunkt erkannt, dass bürgerschaftliches Engagement das "A und O" der heutigen Gesellschaft sei.

Damit habe Wittmann Verantwortung übernommen, die Gesellschaft "funktionstüchtig" gemacht und ihr Herzlichkeit gegeben. "Trotz deines Amts als Landrat und anderer Mandate hast du nie den Kontakt zu den Menschen im Ort Tännesberg verloren", betonte Völkl, als er dem neuen Ehrenbürger die Ernennungsurkunde überreichte.

Der Ausgezeichnete sah in der Verleihung, die Verpflichtung in seiner Heimatgemeinde wieder aktiver zu werden. In einer Rückschau nannte er Tännesberg und seine Ehefrau Elisabeth "die Fundamente meiner politischen Arbeit", vergaß aber auch einstige Weggefährten nicht. Bei der Wiedereinführung des St.-Jodok-Ritts sei es ihm gelungen, viele Bürger wieder zu einem Engagement in der Gemeinde zu bewegen.

Er habe grundsätzlich nie die Absicht gehabt, seinen Wohnort trotz politischer Tätigkeit fernab zu ändern. Seine Auszeichnung zum Ehrenbürger solle für andere Bürger eine Anregung sein, sich auch im Ehrenamt zu engagieren. "Ehrenamt schafft Kultur, Heimat und sorgt für Wohlfühlen in einer Gemeinde", resümierte Wittmann.

Landrat Meier gratulierte dem Geehrten. Sein Amtsvorgänger habe sich in ganz menschlicher Art intensiv für Tännesberg eingesetzt. Wittmann habe es verstanden, seine Erfahrungen weiter- und der nächsten Generation das Rüstzeug mitzugeben. Die Geschwister Baier aus Wittschau begleiteten die Feierstunde und den anschließenden kleinen Umtrunk.

Nicht auf die Ruhebank sitzenJosef Glas, seit 1. August 1980 als geschäftsleitender Beamter bei der Verwaltungsgemeinschaft Tännesberg-Leuchtenberg im Dienst und somit seit über 35 Jahren in dieser Funktion tätig, kam laut der Laudatio des Bürgermeisters Max Völkl aus der Finanzverwaltung.

Die sei Grund für den ehemaligen Kämmerer gewesen, deshalb gewisse Zweifel zu hegen. Doch Glas, der "liebe Bepp", wie in der Rathauschef ansprach, habe alles in "trockene Tücher" gebracht, auch wenn manchmal ein Beschluss des Marktrats formal nicht ganz richtig war.

Auf eine Auflistung der in der Dienstzeit Glas' umgesetzten Projekte und Vorhaben verzichtete Völkl, weil alle anwesenden Personen das "haargenau" wüssten. Nur mit dem Abschiedsgeschenk, einer Gartenbank aus Eichenholz, hatte der Bürgermeister kein Glück. Glas' Ehefrau widersprach nämlich und wollte, dass ihr Ehemann nicht herumsitzt, sondern aktiv bleibt.

Somit überreichte Völkl nur das bereits angefertigte Messingschild für die Bank, ein Ruhekissen und einen Gutschein für ein Sportgeschäft. (bey)


Trotz deines Amts als Landrat und anderer Mandate hast du nie den Kontakt zu den Menschen im Ort Tännesberg verlorenBürgermeister Max Völkl zum neuen Ehrenbürger Simon Wittmann
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.