35-jähriger Tscheche muss sich wegen Überfall auf Tännesberger Sparkasse verantworten
Wegen Bankraub vor Gericht

Überfall am 4. September 2015 in der Sparkassenfiliale in Tännesberg: Hinter dieser Maske soll sich Oldrich Z. verbergen, ein 35-Jähriger aus Ostböhmen. Er steht ab nächsten Mittwoch wegen räuberischer Erpressung in Weiden vor Gericht. Bild: Polizei
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Tännesberg
20.04.2017
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Ab Mittwoch, 9 Uhr, steht einer der mutmaßlichen Bankräuber von Tännesberg vor Gericht. Dem Tschechen (35) wird vorgeworfen, mit zwei Landsleuten am 4. September 2015 die Sparkasse überfallen zu haben. Überraschend: Schon drei Tage vorher betraten die vermummten Männer die Filiale - nur war da geschlossen.

Weiden/Tännesberg. Die Staatsanwaltschaft hätte gern alle drei Verdächtigen gleichzeitig vor Gericht gebracht, aber nur einer wurde von den tschechischen Behörden bislang überstellt. Die Komplizen sitzen in Tschechien wegen anderer Delikte ein, informiert Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer. Man will und kann den ausgelieferten 35-Jährigen nicht länger in U-Haft warten lassen. Die 1. Große Strafkammer am Landgericht Weiden hat das Hauptverfahren eröffnet. Es sind zwei Tage terminiert (Fortsetzung 9. Mai).

Für den in Weiden angeklagten Oldrich Z. lautet die Anklage auf räuberische Erpressung. Er soll der Mann mit der schwarz-rot-gelben Maske gewesen sein, der eine scharfe Pistole (Kaliber 7,65 Millimeter) auf eine Kundin und zwei weibliche Angestellte richtete. Komplize Pavel S. - maskiert mit schwarz-weiß gemustertem Tuch - trug eine Schreckschusswaffe mit Reizgas. Fahrer Jakub T. wartete jeweils im Auto.

Erster Versuch scheitert


Die Ermittler gehen davon aus, dass das Trio im Juli/August 2015 zur Bande wurde und nach einem passenden Tatobjekt Ausschau hielt. Die Männer hätten dabei auch die Sparkasse in der Kirchhofgasse in Tännesberg "besichtigt". Die knappen Öffnungszeiten studierten sie offenbar nicht: Am Dienstag, 1. September, scheiterte ein erster Überfallsversuch. Die Männer waren um Mitternacht in ihrer Heimat in Ostböhmen in einem Leihwagen losgefahren. Am Skodia Oktavia schraubten sie kurz vor dem Ziel andere Kennzeichen an. Dazu stahlen sie in Saubersrieth bei Moosbach ein SAD-Nummernschild. Um 9.05 Uhr betraten Oldrich Z. und Pavel S. den Vorraum der Sparkassenfiliale. Allerdings hatte die Bank nicht geöffnet. Die Vermummten verließen den Tatort unverrichteter Dinge.

Drei Tage später startete das Trio laut Anklage einen zweiten Anlauf. Wieder brach man kurz vor Mitternacht auf. Der Octavia passierte gegen 5.40 Uhr die Grenze. Wieder betrat der Angeklagten mit Pavel S. um 9.05 Uhr die Filiale. Eine Kundin und zwei Bankangestellte sahen sich plötzlich mit zwei bewaffneten, maskierten Männern konfrontiert.

Laut Staatsanwaltschaft waren beide Waffen geladen: eine mit Reizgas, die andere mit Patronen, wobei sich an dieser Waffe eine Hülse verklemmt hatte. Die Pistole war damit funktionsuntüchtig. Die drei Frauen hätten dies nicht gewusst, ebenso wenig konnten sie sehen, dass es sich bei der zweiten Pistole um eine Reizstoffwaffe handelte.

Die Täter verlangten laut Anklage die Herausgabe von Bargeld. Eine Angestellte übergab 7225 Euro aus der Handkasse. Das Geld steckten die Männer in einen Stoffbeutel. Auf dem Weg zum Auto flatterte ein Fünf-Euro-Schein davon. Dann stiegen sie in den Wagen und flüchteten. Die Ermittlungen führten das Kommissariat 2 der Weidener Kripo schnell nach Tschechien. In einem Waldstück, das über den Waldlehrpfad Tännesberg zu erreichen ist, hatte die Polizei noch am Tag der Tat das Kennzeichen und Kleidung gefunden. Dort lag zudem eine Tüte mit tschechischer Aufschrift.

Auf die Spur der Bande kamen die Ermittler durch Hinweise auf das Fluchtfahrzeug, mit dem sich das Trio erfolgreich vom Tatort in Tännesberg absetzte. Die Ermittlungen wurden durch das Gemeinsame Zentrums Petrovice-Schwandorf intensiv unterstützt. Die Festnahme erfolgte am 24. September 2015 in Tschechien.
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