„Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma
Herbergssuche aktueller denn je

Dr. Franz Süß. Bild: es
Vermischtes
Tännesberg
15.12.2015
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Was hat die "Heilige Nacht" von Ludwig Thoma mit der Gegenwart zu tun? Josef und Maria damals, Asylbewerber heute auf der Suche nach einem Quartier - oft ohne Erfolg.

Thoma hatte 1917 seine Weihnachtsgeschichte geschrieben, die alle Generationen bis zum heutigen Tag in den Bann zieht, zumal das Thema "Herbergssuche" heute aktueller denn je ist. Dass diese Stunde am Sonntag zu einem großartigen Erfolg wurde, war zu einem Großteil Sprecher Dr. Franz Süß vom Ortenburg Gymnasium Oberviechtach zu verdanken. Er nahm die Besucher im Oberpfälzer Dialekt auf eine einfühlsame Weise mit auf den Weg nach Nazareth bis hin zur Geburt Christi in einem Stall zu Bethlehem.

Hartherzige Leute


"Jetzt, Leitl lust's amal zou", begann er seine Lesung. Um ja alles mit zu bekommen, war es immer mucksmäuschenstill bei seinen Textbeiträgen. Ein Handwerksgesell, der sich nicht nach Nazareth traute, bot als Erster seine Hilfe an. Hartherzige Leute, darunter Verwandte, schlugen die Bitten von Josef und Maria nach einem Nachtquartier ab: "Wennst orm bist, moust alles da trogn" - eine bittere Erkenntnis. In einem Stall musste Maria den Heiland der Welt gebären. Davon hatte man in Bethlehem nichts gemerkt. "Das Christkindl ham bloß die Arme g'sehn", hatte Thoma damals schon festgestellt: "Gott sei die Ehr, Friede den Menschen heut'."

Großer Beifall


Die Städtische Musikschule begleitete die Veranstaltung mit Gesang, der Stubenmusi, dem Volksmusikensemble, in dem die Tännesberger Luisa Völkl und Hannah Eckl mit ihrer Querflöte mitspielen, und der Klarinettenmusi. Mit langanhaltendem Beifall dankten die Besucher den Akteuren und spendeten für den Kindergarten und die Musikschule.
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