Tännesberger erfüllen Gelübde aus dem Jahr 1796 - Feierliche Prozession um 9 Uhr, Festzug durch ...
Dank für Hilfe in großer Not

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Tännesberg
23.07.2015
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Die Pfarr- und Marktgemeinde Tännesberg feiert am Samstag und Sonntag den St.-Jodok-Ritt. Mit dieser Pferdewallfahrt hat sich der Ort weithin einen Namen gemacht. Im Mittelpunkt aber steht die Erfüllung des Gelübdes aus dem Jahr 1796 am Sonntagvormittag.

Die große Not, die damals die Tännesberger in Form einer Viehseuche heimsuchte, kann man sich heutzutage, da man sich gegen alles versichern kann, kaum mehr vorstellen. Der heilige Jodok, abgebildet auf dem Altarbild in der Wallfahrtskirche, sollte damals helfen.

Das innige Beten und Bitten der arg gebeutelten Bevölkerung wurde erhört, woraufhin die Bürger gelobten, jedes Jahr zum Dank eine Prozession zur Wallfahrtskirche St. Jodok zu starten, die in den Anfängen mit der heutigen nicht zu vergleichen war.

Die feierliche Prozession mit dem Allerheiligstenwagen, auf dem Pfarrer Wilhelm Bauer die Monstranz mitführt, beginnt am Sonntag um 9 Uhr. Reiter in historischen Kostümen aus dem 15. und 16. Jahrhundert erinnern an die abwechslungsreiche Geschichte des Marktes.

Durch eine Lautsprecheranlage sind die Gebete weithin hörbar und ermöglichen so den Teilnehmern und Zuschauern das Mitbeten auf dem Weg zur Wallfahrtskirche.

Den Festgottesdienst auf dem Freialtar an der Jodokkirche zelebriert Pfarrer Wilhelm Bauer. In seiner ersten Predigt im Jahr 2010 sagte er, dass der heilige Jodok ein Fürsprecher sei, aber nur Gott helfen könne. Pferde, ein Teil einer schönen Schöpfung, vermittelten Lebensfreude, Heilung, Werte und Liebe zur Natur.

Nach der Segnung der Pferde werden wieder Reiter, die oft von weither kommen, für ihre langjährige Teilnahme am St.-Jodok-Ritt mit einem Wimpel oder einer Standarte (25 Mal) von Bürgermeister Max Völkl und Hans-Peter Klünner, dem Vorsitzenden des Fördervereins "St.-Jodok-Ritt", geehrt. Mit dem kirchlichen Segen am Marktplatz endet der kirchliche Teil.

Der Festzug durch die festlich geschmückten Straßen mit Pferden, Gruppen, Vereinen, unter ihnen auch der Spielmannszug aus Bietigheim, beginnt um 14 Uhr. Anschließend unterhält die Blaskapelle Gleiritsch unter der Leitung von Paul Braun auf einem Podium oberhalb der Pfarrkirche die Gäste. Das große Kuchenbüfett der Gymnastikgruppe bei der Raiffeisenbank lässt zudem keinen Wunsch offen.

Fester Bestandteil des Programms ist der Zapfenstreich mit Pferden am Samstag um 19 Uhr. Es schließt sich die feierliche Proklamation am Marktplatz an, welche die Fanfarengruppe der Kolpingsfamilie Tännesberg unter Leitung von Rainer Dobmeier musikalisch begleitet. Es ist stets interessant zu hören, wenn Helmut Bamler mit kräftiger Stimme die Verhaltensregeln für die Bevölkerung beim St.-Jodok-Ritt aus der damaligen Zeit von einer Pergamentrolle vorliest. Im Anschluss daran laden Vereine und Wirte zum geselligen Beisammensein ein. Das Trial-Turnier um 15 Uhr an der Schule dürfte überdies bestimmt wieder auf ein großes Interesse stoßen.
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