Verein „Bürger und Polizei – Partner für Sicherheit“
Bei Drogen keine Entwarnung

Die Einsätze in diesem Bereich werden zunehmend schwieriger, sind risikoreich und unkalkulierbar für die Kollegen. Crystal Meth bleibt ein Dauerthema.
Vermischtes
Tännesberg
08.04.2016
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Die Polizeiinspektion Vohenstrauß registrierte in ihrem Zuständigkeitsbereich im vergangenen Jahr 2448 Straftaten. 2014 waren es noch 1636 Fälle. Die Aufklärungsquote betrug 88,4 Prozent (2014: 86,1).

Dieses Zahlenwerk legten Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent und sein Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Norbert Kellner, im Sicherheitsbericht im Gasthaus "Lederer" vor. Allerdings können die Daten erheblich täuschen, denn darin sind die Fälle der Schleierfahndung enthalten. Die Polizeiinspektion Vohenstrauß habe tatsächlich nur 694 Straftaten bearbeitet. 2014 waren es 641 und 2013 lediglich 465.

Bei den tatortbezogenen Fällen kamen auch Gemeinden wie Waidhaus (1545), Vohenstrauß (351) und Pleystein (228) nicht so gut weg, da es dort die meisten Aufgriffe der Schleierfahnder gebe. Dagegen fallen Tännesberg (26), Theisseil (15) und Bechtsrieth (13) unerheblich auf.

Vohenstrauß Spitzenreiter


Zwar liegt die Großgemeinde Vohenstrauß mit 243 Straftaten, bezogen auf die Sachbearbeitung, einsam an der Spitze, was aber in den viel höheren Bevölkerungszahlen gegenüber anderer Gemeinden begründet ist und sich deshalb relativiert. Bei den Häufigkeitszahlen von Straftaten auf 1000 Einwohner ist Vohenstrauß ebenfalls mit 33 Fällen Spitzenreiter, gefolgt von Waidhaus (27), Pleystein (22), Leuchtenberg (19), Georgenberg (18) und Eslarn, Moosbach und Tännesberg (jeweils 15).

Durchreisende Täter beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung nicht negativ, versicherte Zehent. 220 Diebstähle nehmen den höchsten Anteil der Deliktsgruppen ein. Danach folgen 210 Rauschgiftdelikte, 113 Rohheitsdelikte, 87 Verstöße gegen das Waffengesetz, 80 Betrugsfälle, 74 Fälschungsdelikte, 68 Sachbeschädigungen, 60 einfache Körperverletzungen, 28 Sexualdelikte und 1 Tötungsdelikt.

Wenn auch ein leichter Rückgang bei den Rauschgiftdelikten und beim Konsum von schweren Drogen wie Kokain und Heroin festgestellt werden kann, Entwarnung sei aber fehl am Platz und Crystal Meth nach wie vor ein großes Thema, sagte Zehent. Ihm bereite die Entwicklung große Sorge. "Die Einsätze in diesem Bereich werden zunehmend schwieriger, sind risikoreich und unkalkulierbar für die Kollegen. Crystal Meth bleibt ein Dauerthema."

Im Inspektionsbereich waren 218 Flüchtlinge aufgegriffen und an die Bundespolizei zur weiteren Sachbearbeitung übergeben worden. Große Probleme und fast tägliche Polizeieinsätze bereiteten dagegen die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Nach dem Abriegeln der Südgrenze hin nach Österreich vermutet Zehent, dass Flüchtlinge wieder verstärkt über den Waidhauser Grenzgürtel einreisen. Er forderte die Bevölkerung auf, bei Wahrnehmungen sofort die Polizei zu rufen.

Erschreckend sei auch, wie unbedarft Jugendliche mit Selfies umgehen. Eltern würden oft aus allen Wolken fallen, wenn die Polizei vor der Tür stehe. Konstant rückläufig ist die Zahl der häuslichen Gewalt. Wurden den Beamten 2013 noch 29 Fälle gemeldet, waren es ein Jahr später noch 24 und im vergangenen Jahr 18 Fälle.

Leuchtende Beispiele


Im Schulwegtraining kümmerte sich Verkehrserzieher Bernhard Dobmayer um 250 Erstklässler. In der Radfahrausbildung wurden 260 Schüler in der vierten Jahrgangsstufe in jeweils fünf Doppelstunden ausgebildet. Leuchtende Beispiele seien die Schulweghelfer.

Erstmals ging Zehent auf einzelne Begebenheiten und Straftaten der jeweiligen Orte in seinem Dienstbereich ein, was bei den Teilnehmern sehr gut ankam. Dabei rief er die einzelnen Diebstähle, Einbrüche, den Banküberfall und die Unwetterhilfsaktion beim Open Air in Tännesberg oder die Feuerlöschattacke in der Vohenstraußer Stadthalle und den Blitzeinbruch in einem Vohenstraußer Fachgeschäft in Erinnerung.
Die Einsätze in diesem Bereich werden zunehmend schwieriger, sind risikoreich und unkalkulierbar für die Kollegen. Crystal Meth bleibt ein Dauerthema.Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent


Unfälle2015 gab es 729 Verkehrsunfälle (2014: 608), davon 80 (68) mit Personenschaden. Darunter waren 91 (68) Leichtverletzte, 24 (25) Schwerverletzte und 3 (2) Getötete zu verzeichnen. 649 (540) Verkehrsunfälle mit Schäden gliedern sich in 123 Schwerwiegende, davon 526 Kleinunfälle, von denen wiederum 354 Wildunfälle waren.

Letztere stiegen massiv um 67 an. 25 Mal war die Unfallursache die Geschwindigkeit, 7 Mal war Alkohol im Spiel, was ebenfalls einen leichten Anstieg bedeutet. Damals stellten die Beamten 17 Mal die Ursache Geschwindigkeit und 4 Unfälle unter Alkoholeinfluss fest.

Trotz der vermeintlich hohen Zahlen sei die Tendenz in den letzten fünf Jahren doch sinkend, merkte Kellner an. Von den drastisch zugenommenen 98 Unfallfluchten klärten die Beamten 27 auf. Außerdem stellten die Polizisten 15 Trunkenheitsfahrten fest und verhinderten 2, weiter hinzukommen 8 Drogenfahrten. (dob)


Mehr EinbrücheErnst zu nehmen sind auch die steigenden Einbruchszahlen. Besonders drastisch entwickelten sich die Zahlen bei den schweren Einbrüchen. 2013 waren es noch 61 Fälle, ein Jahr später 13 mehr, 2015 nahm die Zahl auf 104 Delikte zu. Einbrüche in Scheunen oder Hütten gingen um 1 auf 25 gegenüber dem Vorjahr zurück. Rückläufig waren im vergangenen Jahr auch Wohnungseinbrüche (9), 2014 waren es noch 14. Auch 7 Dieseldiebstähle verzeichneten die Beamten. Eine steigende Tendenz stellten die Polizisten auch bei den Betrugsdelikten im Internet fest. Allein 126 Betrügereien im Netz stehen der Gesamtzahl von 243 gegenüber. (dob)
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