Parcours-Läufer auf vier Beinen

Sechs Hunde besitzt das Ehepaar Ebeling-Just. Im Oktober fahren Sina Just und "Gum" zur WM nach Bologna. "Gum" ist schon Weltmeister. Landrat Thomas Ebeling holte mit dem deutschen Team den Titel 2013 in Südafrika.
Lokales
Teublitz
28.08.2015
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"Gum" flitzt so flink durch den Slalomparcours, dass der Zuschauer kaum mit dem Schauen mitkommt. Flugs ist der Hund durch. Er wird natürlich von Sina Just belohnt. "Das schaut schön aus, ist aber brutal aufwendig", sagt Landrat Thomas Ebeling.

Die beiden sind begeisterte Agility-Sportler. Vor zwei Jahren wurde Thomas Ebeling in Südafrika mit dem Shetland Sheepdog "Gum" und dem deutschen Team Weltmeister. Bald hat seine Frau Sina Gelegenheit nachzuziehen, denn sie hat sich ebenfalls mit "Gum" für die WM vom 9. bis 11. Oktober in Bologna qualifiziert. Obwohl der Landrat momentan noch der Erfolgreichere ist, war es seine Frau, die in ihm die Begeisterung für diesen Hundesport geweckt hat.

Mitte der 90er Jahre wurde sie auf Agility aufmerksam. "Wir haben einen Hund bekommen, der musste im Hundeverein erzogen werden." Sina Just ging mit ihrer Mutter hin. "Dort wurde Agility gemacht und ich habe auch damit begonnen." Und sie hat nicht mehr aufgehört, sondern immer mehr Zeit in den Sport investiert. Thomas Ebeling spricht von einer Art Sucht, die einen weitertreibt, wenn man erst einmal angefangen hat und "man fängt klein an". Zum einen muss viel trainiert werden. Ist das Team (Hund und Führer) dann einsatzbereit, heißt es zum anderen hocharbeiten, hocharbeiten, hocharbeiten. Einmal ein guter Lauf genügt noch lange nicht.

Auf den Laufsteg

Der Slalom, den "Gum" so scheinbar locker flockig absolviert, braucht ein halbes Jahr Training. Doch das ist nur eine von 15 bis 22 Hürden im Wettbewerb. Auch auf dem Gelände des Schäferhundevereins Teublitz warten Tunnel, Laufsteg und Hindernisse auf "Gum", "Wumm" und all die anderen. 150 bis 200 Meter lang ist ein Parcours und dauert 30 bis 40 Sekunden. "Gum" und Sina verstehen sich blind, wenn sie die Hindernisse meistern. Doch der Schein trügt. "Gum" erhält ständig Sicht- und Hörzeichen. Rennt "Gum" durch den Tunnel, gibt ihr Sina Just schon beim Eintauchen zu verstehen, dass sie danach nach links abbiegen muss. "Die Leistung erbringt größtenteils der Hundeführer", sagt Thomas Ebeling, während Sina und "Gum" eine weitere Parcours-Runde drehen. "Das Zusammenspiel zwischen Hund und Führer, der Teamcharakter, das macht diesen Sport so schön", gerät er ins Schwärmen. "Das ist anders als bei der Unterordnung."

Mit zwei turnierfähig

Der Teublitzer Vereinsvorsitzende Stefan Pretzl gibt ihm Recht. "Wir machen vorrangig Agility und nicht mehr Schutzhundeausbildung." Er blickt zufrieden über die Trainingsgeräte. Geeignet ist jede Hunderasse für Agility, aber der Tunnel hat nur 60 Zentimeter Durchmesser und da muss jeder durch. Die Latte wird bei größeren Hunden höher gehängt, der Tunnel bleibt gleich. "Gum" war mit zwei Jahren turnierfähig, "aber noch nicht perfekt".

Ein bis zwei Mal die Woche übt die Rechtsanwältin und Steuerberaterin intensiv mit ihren Tieren. Sie sieht darin einen entspannenden Ausgleich zum Beruf. "Natürlich versuche ich, täglich etwas mit den Hunden zu machen." Früher hat das Ehepaar Ebeling-Just gemeinsam trainiert und einer auf den Lauf des anderen geachtet. Seit Thomas Ebelings Wahl zum Landrat im März 2014 übt jeder für sich, und der Landrat eher selten. Doch als er Border Collie "Wumm" zum Agility holt, haben beide sichtlich Spaß und nichts verlernt.
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