Zusammenarbeit mit Naturschützern
Unten Pipeline, oben Blumen

Die Projektpartner überzeugten sich bei einem Ortstermin von der Qualität der Blühflächen in der Feldflur entlang der Gasleitungstrasse. Bild: Hirsch
Wirtschaft
Teublitz
18.08.2016
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Die Firma "Open Grid Europe" baut in den nächsten fünf Jahren eine Gasleitung von Schwandorf nach Forchheim und lässt entlang der Trasse Blühflächen entstehen. Der Betreiber von Fernleitungsnetzen für Erdgas mit Sitz in Essen stellte in Teublitz-Richthof die Maßnahmen zum Artenschutz vor.

Treffpunkt war am Mittwoch die Hofstelle von Wilhelm Kruschwitz. Der Landwirt stellt zwölf Hektar Lebensraum für Pflanzen und Tiere zur Verfügung und erhält dafür von "Open Grid Europe" Ausgleichszahlungen. In das Konzept eingebunden sind das "Netzwerk Lebensraum Feldflur", der Landesbund für Vogelschutz und der Fachverband Biogas. Die Partner brachten eine spezielle Saatgutmischung aus und schufen Ausweich-Lebensräume für bodenbrütende Vogelarten, Insekten und Wildpflanzen.

"Das Konzept stellt einen wichtigen Baustein zur Erhaltung der Biodiversität in der Feldflur dar", betonte Klaus Sanzenbacher, Leiter für Naturschutz des Unternehmens "Open Grid Europe". Der Umweltgedanke genieße beim Bau von Gasleitungen hohe Priorität. Nach dem Auslaufen der fünfjährigen Maßnahme können die Flächen wieder ohne Einschränkung landwirtschaftlich genutzt werden, sagte Sanzenbacher. Landtagsabgeordneter Alexander Flierl (CSU) nannte das Konzept "beispielhaft für ganz Deutschland". Hier arbeiteten Industrie, Landwirtschaft und Umweltverbände Hand in Hand und erklärten "den Artenschutz zum Produktionsziel". Hartwig Brönner vom Landesbund für Vogelschutz hat rund um die Hofstelle Kruschwitz bereits 50 verschiedene Vogelarten entdeckt, die von der Blühfläche profitieren. Er wertet die Maßnahme als Beweis für den Willen der Partner, die biologische Vielfalt auch entlang der Trassen zu erhalten.

Auch Markus Bäuml vom Fachverband Biogas begrüßt das Projekt, das einen Beitrag zur ökologischen Energieerzeugung leiste. Die Pflanzen sollen Energiequelle für Biogasanlagen sein. Die Landwirte, die ihre Flächen für die Maßnahme zur Verfügung stellen, entschädigt "Open Grid Europe" für den Ertragsausfall.

Das Unternehmen wolle den Eingriff in die Natur so gering wie möglich halten, betonte Klaus Sanzenbacher, und schaffe deshalb Ausweichlebensräume für geschützte Tier- und Pflanzenarten. Der Fernleitungsnetzbetreiber unterhält in Deutschland ein Leitungsnetz von 12 000 Kilometern, beschäftigt 1650 Mitarbeiter und liefert rund zwei Drittel des deutschen Erdgasverbrauchs.
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