"Ausgrabung" bringt Geld

Während der Maibaum "ausgegraben" wurde, langten die Dorfgemeinschaft und ihre Gäste für die gute Sache kräftig zu und leisteten so ihren Beitrag zum neuen Kinderspielplatz. Bild: frd
Lokales
Teunz
26.08.2015
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Die Gemeinde, das sind alle Bürger. Nachdem die Teunzer Gemeindekasse wegen des Ausfalls von Gewerbesteuern etwas klamm ist, helfen deshalb auch alle zusammen, um neue Geräte für den Spielplatz in Fuchsberg finanzieren zu können. Eine ungewöhnliche Idee lockte viele Gäste an.

Es ist immer einfach, auf den Bürgermeister oder den Gemeinderat zu schimpfen, wenn Wünsche nicht in Erfüllung gehen. Ein gutes Beispiel dafür, wie Bürger und Vereine mit dem Gemeinderat zusammenarbeiten können, hat am Wochenende die Dorfgemeinschaft Fuchsberg - organisiert von Landjugend und Feuerwehr - gegeben. Sie veranstaltete in der Ortsmitte ein kleines, gut besuchtes Fest, um Geld für ein Projekt zu erwirtschaften.

Denn die Dorfgemeinschaft wünscht sich für ihre Kinder einen neu gestalteten Spielplatz. Die Ausstattung mit Spielgeräten, welche dem sicherheitstechnischen Standard entsprechen, kostet allerdings viel Geld. Wegen der angespannten Finanzlage der Kommune wurde beschlossen, dass die Gemeinde nur vier Fünftel der Kosten (12 000 Euro) übernimmt und das fehlende Fünftel (3000 Euro) die Bürger durch die Organisation von Veranstaltungen aufbringen, deren Erlös dafür verwendet wird. Dazu ließen sich Landjugend und Feuerwehr eine besondere Aktion einfallen. Anstatt, wie anderswo üblich, den Maibaum einfach umzusägen, wurde der vor zwei Jahren aufgestellte Fuchsberger Maibaum in der Mitte des Dorfes "ausgegraben".

Zunächst wurden mit Hilfe der Drehleiter der Schönseer Feuerwehr die Spitze und die Kränze entfernt. Anschließend gruben Fachleute den mächtigen Baum aus und brachten diesen kontrolliert zu Fall. Eine Zeremonie, die von den Gästen bei guter Bewirtung mit Kuchen, Grillspezialitäten und Getränken aufmerksam verfolgt wurde.

Dass die Aktion gelungen ist, dafür haben einige Zimmerer- und Schreinermeister gesorgt, die zuerst die Pfostenkeile in Fallrichtung des Stammes entfernten und dann den Maibaum mit Hilfe von Winden aus seiner Führung zogen, bis er gezielt in die gewünschte Richtung fiel. Nach dem Motto: "Je mehr wir essen und trinken, umso mehr dient das dem guten Zweck", langten die Gäste kräftig zu und nahmen auch an der Verlosung des Maibaumes teil.

Dieses Fest war eine "gelungene Bürgerinitiative", die durchaus Nachahmer finden kann.
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