Leichte Beute schwer gemacht

Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder von der Kripo Amberg zeigte in zahlreichen Beispielen die Tricks der Einbrecher und Diebe auf. Aufmerksame Nachbarn und Vorsichtsmaßnahmen könnten manchen Schaden verhindern. Bild: frd
Lokales
Teunz
30.05.2015
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Wenn Fremde an der Wohnungstür stehen und nur einen Schluck Wasser oder einen Zettel zum Notieren wollen, ist Vorsicht angebracht. Oft kommen Diebe und Gauner auch im Doppelpack.

Wie können wir den Dieben und Einbrechern das Leben so schwer wie möglich machen? Diese Überlegung stand im Mittelpunkt eines Vortrages von Kriminalhauptkommissar (PHK) Wolfgang Sennfelder von der Kriminalpolizei Amberg. Für den Seniorentreff und die Nachbarschaftshilfe verriet er im Teunzer Pfarrheim wichtige Fakten.

Beim Thema "Präventivarbeit hilft Einbrüche verhindern", zeigte Sennfelder anhand von praktischen Beispielen und Videos auf, wie den ungebetenen Besuchern das Handwerk gelegt oder zumindest ein Einbruch sehr schwer gemacht werden kann. Das Ziel des Fachberaters war es, den Zuhörern die Augen darüber zu öffnen, wie leicht es oft den Einbrechern gemacht wird, an Beute zu kommen.

Auch die Ansicht "Bei mir ist nicht viel zu holen" werde oft erst dann widerlegt, wenn die Einbrecher gute Beute gemacht habe. Wie der Kriminalbeamte ausführte, wird in Deutschland im Durchschnitt alle drei Minuten ein Einbruch ausgeführt, wobei die Aufklärungsquote im Bundesgebiet bei 6 und in Bayern bei 10 bis 12 Prozent liegt.

Wie Sennfelder weiter ausführte, wurden in der Oberpfalz in vergangenen Jahr weit mehr Einbrüche wie im Vorjahr verübt. Vorbeugende Maßnahmen wie die Nachrüstung von Fenstern, Haus- oder Terrassentüren seien deshalb angebracht und sinnvoll. "30 Prozent der Einbrüche erfolgen über Fenster und 40 Prozent über die Terrassen- oder Balkontüren", gab er zu bedenken.

Meist reiche den Einbrechern ein kräftiger Schraubenzieher, mit dem die ungesicherten Fenster und Türen aufgehebelt werden. Auch ein heruntergelassener Rollo bringe keine zusätzliche Sicherheit, da er in wenigen Minuten beseitigt werden kann. Er riet, schon vor einem Neubau oder einer Sanierung an den vorbeugenden Einbruchschutz zu denken und den Rat von Fachleuten einzuholen. Der Fachberater kann unter Telefon 09621/890275 kostenlos angefordert werden.

Bei einer Nachrüstung müssten meist nur Schlösser oder Beschläge ausgetauscht werden. Der Beamte wies darauf hin, dass auch ein gekipptes Fenster "ein geöffnetes Fenster ist". Dafür würden sich im Einbruchsfall auch die Versicherungen interessieren.

Nicht vergessen sollten Hausbewohner auch die Sicherung der Kellerschächte oder die Kellerfenster. "Diese Lücke wird von den Einbrechern schnell gefunden, und die ungebetenen Besucher kommen durch den Keller ins Haus.", warnte der Experte. Auch der Einbau von Alarm-, Licht- und elektronischen Meldeanlagen oder eines Bewegungsmelders sei häufig sinnvoll, ebenso ein aufmerksamer Nachbar. Überflüssig sind solche Vorsichtsmaßnahmen laut Sennfelder jedenfalls nicht: Neben dem materiellen Schaden müsse man auch an die psychischen Folgen denken, wenn klar wird, dass "ein Fremder in meinem Haus war".
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