Mit 16 zum Preisschafkopf?

Jugendpfleger Stefan Kuhn referierte im Sitzungssaal in Teunz über Jugendschutz und Aufsichtspflicht. Bild: tkr
Lokales
Teunz
02.12.2015
73
0

Aufsichtspflicht und Jugendschutz waren die Themen beim Treffen der Jugendbetreuer der Vereine in der Gemeinde Teunz. Dabei wurde schnell klar, dass auch die Vereinsvorstände in der Pflicht stehen.

Die Veranstaltung im Sitzungssaal hatte der Jugendbeauftragte der Gemeinde, Tobias Krafczyk, organisiert. Er freute sich über das Interesse der Vereine und begrüßte auch Stefan Kuhn, der als Jugendpfleger im Landkreis Schwandorf tätig ist. Kuhn übernahm die inhaltliche Gestaltung des Abends und widmete den ersten Teil seiner Ausführungen dem Jugendschutzgesetz. Er erläuterte die zentralen Regelungen mit Blick auf die verschiedenen Altersgruppen, die bei Abendveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen relevant sind.

Zwei Altersklassen

Als aktuelles Beispiel nannte Kuhn den Preisschafkopf. Ein 16-Jähriger darf teilnehmen, sofern nur Gewinne von geringfügigem Wert (bis 10 Euro) ausgelobt werden. Alles was darüber hinaus geht, sei ein Glückspiel und damit für Jugendliche verboten. Eine Chance, um die Teilnahme von unter 18-Jährigen nach geltendem Recht zu ermöglichen, wäre die Ausrichtung in zwei Altersklassen.

Im zweiten Teil des Abends erläuterte Stefan Kuhn die Aufsichtspflichten. Zunächst ging er der Frage nach, wie die Vereinsvorstände als Veranstalter ihren Pflichten durch geeignetes und ausgebildetes Personal sowie einem angemessenen Betreuerschlüssel nachkommen können. Im Anschluss wurden die Betreuerpflichten diskutiert. Die Anwesenden brachten viele Fälle und Fragen aus der praktischen Jugendarbeit ein.

Dabei wurde deutlich, dass das Gespräch und der vorrausschauende und verantwortungsvolle Umgang mit den anvertrauten Kindern und Jugendlichen im Falle eines Schadens die zentralen Punkte sind. Das bestehende Restrisiko wird über die verschiedenen Haftpflichtversicherungen abgedeckt. Die kurze Erläuterung der dafür relevanten Versicherungen beendete Stefan Kuhn mit der Aufforderung an die Vorstände, die versicherungsrechtliche Situation im Verein in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Der Verweis auf die Jugendbetreuer-Karte des Landkreises Schwandorf, für die ein Seminar zur Aufsichtspflicht sowie ein Ersthelferkurs benötigt werden, bildete den Abschluss dieses Themas. Eindringlich appellierte Stefan Kuhn an die Vereine, die Vereinbarungen mit dem Jugendamt zur Kontrolle der erweiterten Führungszeugnisse abzuschließen. Er machte nochmals deutlich, dass es dabei um eine Vereinfachung der Verwaltung geht, indem die Vereinsvorstände eingebunden werden. Der Referent gestaltete den Abend kurzweilig, baute viele Fallbeispiele in seinen Vortrag ein und stellte sich den Fragen der Teilnehmer.

Ersthelferkurs anbieten

Am Ende bestand der Wunsch, dass die Treffen der Jugendbetreuer fortgesetzt werden sollen. Im Frühjahr 2016 werden Informationen über Fördermöglichkeiten und Angebote des Kreisjugendrings sowie eine vereinsübergreifende Jugendveranstaltung den Schwerpunkt bilden. Auch ein Ersthelferkurs wurde für das nächste Jahr ins Auge gefasst.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2015 (2649)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.