Zeit für Hobbys und Bekannte

Lokales
Teunz
16.01.2015
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Sie heißen Schnecke, Lotte, Gretel, Dole und Dame und bestimmen den Tagesablauf von Altbürgermeister Josef Klier. Neun Mutterschafe halten den 73-Jährigen auf Trab, der 24 Jahre lang die Marschrichtung in der Gemeinde Teunz vorgab. Auch bei den Vereinen ist der Sepp gerne gesehen.

Nein, in ein schwarzes Loch sei er nicht gefallen, betont Josef Klier. Fast genauso engagiert wie seine Bürgermeisterzeit, hat er sich auch den Ruhestand eingerichtet: "Ich bin voll ausgelastet, aber nicht überlastet." Am Computer, Laptop und Handy ist er immer aktiv und mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigt.

"Ich bin derzeit dabei, meine 24 Jahre als Bürgermeister zu ordnen und zu archivieren", sagt der Technikfreak. Eine Winterarbeit. Die Zeitungsberichte von 1984 bis 2008 sind im Regal schon säuberlich geordnet. Dies war früher die tägliche Arbeit von Gattin Anni, die mit ihrem Mann auch jetzt die Hobbys teilt. Der Wecker klingelt um 6.30 Uhr. Je nach Witterung kontrolliert er die Schafe über die Webcam am I-Phone oder geht mit Hündin Nelly zum Stall. "Zum ausgiebigen Frühstück gehört natürlich der Neue Tag", sagt Anni Klier. Danach hat das Ehepaar "Amtszeit". Gemeinsam werden die vielen Freunde und Bekannte aus ganz Deutschland und Ungarn zum Geburtstag gratuliert und die Post erledigt. Um 10.30 Uhr unternimmt der Hausherr einen Rundgang zu den Fischweihern und geht die Koppel ab. Das Mittagessen gibt es seit 30 Jahren erst gegen 12.45 Uhr. "Das hat sich so eingebürgert, da ich als Bürgermeister in der Mittagszeit gern ansprechbar war", erklärt Klier.

Im Tagesablauf folgt der "Termin", eine kleine Mittagspause, die mittlerweile auch bei den Nachbarn bekannt ist. Die Nachmittagsarbeiten gestalten sich je nach Jahreszeit. Auf dem zwei Hektar großen Grundstück, wozu auch ein Garten mit einem 30 Meter langen Weinstock gehört, gibt es viel zu tun. Und da sind auch noch die Urlauber in der Ferienwohnung. Wenn gewünscht, gibt es Familienanschluss und Ausflüge nach Böhmen oder zum Wildenstein. Mehrmals in der Woche stehen Vereinstermine im Kalender und Stammtische bei Feuerwehr, Wanderverein, Schäfern und den "Ehemaligen" in der Kaserne. Denn der gelernte Forstwirt und Stabsfeldwebel a.D. war auch 31 Jahre Berufssoldat und Schirrmeister. (Hintergrund)
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