Zum Kesselgulasch nach Ungarn

Die Bürgermeister Josef Klier (rechts) und Istvan Teleki besiegelten die Partnerschaft am 22. September 1990 in Ungarn.
Lokales
Teunz
23.05.2015
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780 Kilometer trennen die Partnergemeinden Teunz und Nagymànyok. Als die Urkunde vor 25 Jahren in Ungarn unterzeichnet wurde, stand der Wunsch nach Frieden ganz oben. Erst ein Jahr vorher hatte sich der "Eiserne Vorhang" geöffnet und damit vieles ermöglicht.

1000 Jahre und ein Vierteljahrhundert: 2015 stehen gleich zwei Jubiläen an. Am 19. August reist eine Teunzer Delegation nach Ungarn, um beim Festakt "1000 Jahre Nagymànyok" anwesend zu sein. Das 25. Jubiläum der Partnerschaft wird am 26. September in Teunz gefeiert. Dazu hat Bürgermeister Norbert Eckl eine Einladung an Amtskollegen "Polgármester" Karl Béla geschickt.

Mit Herzklopfen

Die Partnerschaft zwischen den Gemeinden Nagymànyok und Teunz wurde am 22. September 1990 in Ungarn geschlossen. Schon die Anreise, mit langer Wartezeit an der Grenze, war ein Stück Abenteuer. Die Delegation aus Teunz führte Bürgermeister Josef Klier an. Neben Gemeinderäten und Vereinsvertretern waren die Blaskapelle und die damals noch aktive Volkstanzgruppe dabei. Letztere hatte die Verbindung hergestellt.

Je näher der Bus dem Ziel im Süden Ungarns kam, desto aufgeregter wurde die Gruppe. Doch die herzliche Aufnahme in den Gastfamilien und die teils sehr guten deutschen Sprachkenntnisse überraschten positiv. Die Unsicherheit wich sofort einem freundschaftlichen Verstehen. Die beiden Bürgermeister István Teleki und Josef Klier besiegelten die Partnerschaft. Auszug aus dem Text der Urkunde: "Gleichzeitig erfüllen wir damit den aufrichtigen Wunsch unserer Bürger nach freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Völkern Europas und zur Sicherung des Friedens. Ferner wollen wir dazu beitragen, dass sich die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis zwischen dem ungarischen und dem deutschen Volke in allen Bereichen entwickelt und verstärkt." In den Folgejahren wurde der Austausch von Schülergruppen organisiert, Vereine suchten Verbindungen und unternahmen Ausflüge nach Ungarn. Zum zehnten Jubiläumsjahr wurde das Fortbestehen der Partnerschaft am 30. September 2002 in einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung bestätigt und eine weitere Urkunde unterzeichnet - mit der Hoffnung, dass sich die Kooperationsbereitschaft weiter entfaltet. Mittlerweile haben sich viele Freundschaften entwickelt. Einige Teunzer lernen Ungarisch und genießen die Aufenthalte im klimatisch begünstigten Landstrich mit Weinbergen und Obstplantagen. Höhepunkte sind meist die Besuche in den Kellern mit Kesselgulasch.

Festakt im Kulturhaus

Die zwei Bürgermeister, welche die Verbindung 1990 besiegelt haben, sind nicht mehr im Amt. So war es dann 2009 auch Bürgermeister Norbert Eckl der zur Stadterhebung der Partnergemeinde eingeladen war. Zusammen mit seinem Stellvertreter Sigi Bayerl wohnte er bei Feuerwehrvorsitzenden und Partnerschaftsbeauftragten Andreas Hucker. Auch weitere Teunzer waren beim Festakt im Kulturhaus dabei. Die "Großmanoker Schwaben" mit ihrer bunten Tracht waren ebenso vertreten, wie Schüler mit alten Kinderliedern, die Volkstanzgruppe, der Deutsche Chor, ungarische Geiger und die Blaskapelle der Musikschule. "Ich freue mich auf neue Bände der Freundschaft", sagte Bürgermeister Norbert Eckl in seiner Ansprache. Das Jubiläumsjahr 2015 bietet dazu die besten Voraussetzungen. (Hintergrund)
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