Gedächtnistrainer Ralf Hofmann zeigt "gehirngerechtes Lernen"
Lernen mit dem Merkmeister

Ralf Hofmann erprobte mit Schülern, Lehrern und Eltern, wie sich das Gehirn am besten etwas merken kann. Bild: sgs
Vermischtes
Teunz
11.03.2016
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In jedem Briefkasten steckt eine absurde Geschichte: So stellt sich "Merkmeister" Ralf Hofmann das perfekte Ablagesystem fürs Gehirn vor. Schüler, Eltern und Lehrer machten den Test.

Ein "Tag des Merkens" stand an der Grundschule in Teunz im Stundenplan. Auf Initiative des Elternbeirats war der "Merkmeister" Ralf Hofmann zu Gast. Der aus Niedernberg bei Aschaffenburg stammende Spezialist demonstrierte tagsüber den Schülern und am Abend den Lehrern und Eltern anschaulich, wie gut das menschliche Gehirn funktionieren kann - wenn "gehirngerecht" gelernt wird.

Eine Frage der Technik


Die Mädchen und Jungen erlebten, wie die eigene Gedächtnisleistung einfach und mit Spaß deutlich gesteigert werden kann. Sie erfuhren von Techniken, die ihnen das Lernen erleichtern und helfen sollen, das Erlernte auch langfristig zu behalten. "Effektive Lernunterstützung" war dann am Abend das Thema für interessierte Eltern und Lehrer in der Aula der Grundschule. "Ein gutes Gedächtnis gibt Sicherheit, Selbstvertrauen, verbessert die Schulnoten und erhöht die Zukunftschancen." Nach diesem Leitspruch arbeitet Ralf Hofmann. Anhand eines Einkaufszettels, der auch genauso gut ein Spicker sein könnte, erläuterte er den Zuhörern, wie leicht und vor allem dauerhaft sich zehn Begriffe einprägen lassen, wenn man sie in Zusammenhang mit einer kleinen, lustigen Geschichte verbindet. Dazu setzt Hofmann hauptsächlich auf den eigenen Körper.

Dort sind nach seiner Methode "Briefkästen angebracht", in die jeder wichtige Vokabeln, geschichtliche Ereignisse, Personen, Etappen von Gedichten oder eben einen Einkaufszettel ablegen könne. Zu jedem der Briefkästen, die etwa an den Haaren, Schultern, dem Bauchnabel oder den Füßen bildlich hängen, und zu jedem dort abgelegten Begriff gibt es eine Geschichte. Diese geht auch nach Tagen nicht verloren und hält das Merkwort oder Ereignis präsent.

Je absurder, desto besser


Je absurder die Geschichte, desto besser die Erinnerung, meint der Fachmann. Dinge, die interessant, spannend, komisch und außergewöhnlich sind, setzen sich im Gehirn durch, so Hofmann. Leider sei das ganze System ziemlich störanfällig - Telefon, Fernseher, Radio und andere Geräuschkulissen hindern das Gehirn an der Informationsaufnahme, und die ganze Arbeit ist umsonst und reine Zeitverschwendung.

Die "Briefkasten-Methode" ließ Hofmann dann die Anwesenden in bestimmten Abständen immer wieder wiederholen, um zu beweisen, dass diese Merktechnik jeder Mensch schaffen und für sich anwenden kann. Aufgabe der Eltern sei es nun auch, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen und zu motivieren, ihnen bei Gedächtnislücken aber nicht bloß die Lösung vorzusagen, sondern durch kleine Hinweise oder Erläuterungen auf die Sprünge helfen.

Ab der 7. Klasse sollten Schüler ihr Lernen weitestgehend selbst organisieren. Hoffmann riet aber allen, Spickzettel zu schreiben. Hier schaffen es die Schüler nämlich, konzentriert das Wichtigste zusammenzufassen, so seine Überzeugung. Wichtig sei auch die richtige Lernstrategie, denn jeder Mensch lernt anders. Richtiges Lernen brauche außerdem eine Bezugsperson ("Für wen lerne ich?"), Eigenverantwortung ("Ich muss selbst etwas tun") und Erfolgserlebnisse. Fehle einer dieser Faktoren, sei das Lernen unwirksam, im Langzeitgedächtnis komme nichts an. Bezugspersonen seien immer die Lehrer, wenn dieses Verhältnis gestört ist, kann nicht gut gelernt werden. "Daher sollten Eltern in diesem Fall ein zielorientiertes Gespräch mit dem Lehrer suchen, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen", empfahl Hofmann und unterstrich seine Ausführungen immer mit Geschichten aus seinem persönlichen Umfeld. Er hat selbst drei Söhne, die auch nicht gerade fleißig seien.
Ein gutes Gedächtnis gibt Sicherheit, Selbstvertrauen, verbessert die Schulnoten und erhöht die Zukunftschancen.Ralf Hofmann
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