Heilkraft des Wassers
Tautreten und Heubad

In ihrem fachkundigen Vortrag über Hydrotherapie machte Barbara Winkler (links) auch praktische Übungen, die sie an Elisabeth Mösbauer demonstrierte. Bild: weu
Vermischtes
Teunz
21.11.2016
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Ernährung, Kräuter, Bewegung, Lebensordnung und Wasser sind Bausteine für ein gesundes Leben. Barbara Winkler zeigte, wie Waschungen und Massagen richtig angewandt werden.

-Fuchsberg. Einen Vortrag zum Thema "Hydrotherapie - die Heilkraft des Wassers (wieder) nutzen" hielt Barbara Winkler als ausgebildete Gesundheitspädagogin (Sebastian-Kneipp-Akademie) auf Einladung des Gartenbauvereins Fuchsberg. Im Dorfwirtshaus führte die gelernte Erzieherin die Gäste in die wissenschaftlich anerkannte Lehre des Pfarrers Sebastian Kneipp ein.

Bereits 470 vor Christus hat Hippokrates das Übergießen mit Wasser praktiziert und auch die Römer waren bekannt für ihre Badeanlagen. Die Idee der Seebäder in England Ende des 18. Jahrhunderts schwappte nach Deutschland über. Sebastian Kneipp hat diese Wassertherapie ausgebaut und die Güsse neu dazugenommen. Bevor die fachkundige Referentin die fünf Wirkprinzipien Ernährung, Kräuter, Bewegung, Lebensordnung und Wasser näher erläuterte, berichtete sie vom Leben des 1821 geborenen späteren Geistlichen, der mit vier Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Lustig, urig, aber auch hilfsbereit und sensibel war er und "er hat es den Leuten direkt gesagt". Nachdem er ebenso wie seine Mutter an Tuberkulose litt, begann er mit einer Rosskur. Er tauchte seinen kranken Körper sechs Monate lang regelmäßig in die kalte Donau und erfuhr eine Besserung seines Leidens. Als er mit 31 Jahren zum Priester geweiht wurde, wütete die Cholera.

Kneipp hat viele Kranke mit seinen Wickeln geheilt. Neben den Wasseranwendungen, mit denen der "Wasserdoktor" berühmt wurde, empfahl er auch eine einfache, saisonale, vollwertige und naturbelassene Ernährung sowie zwölf heilende Kräuter. Als Tee, Öl, Saft, Salbe oder Badezusatz solle man Arnika, Baldrian, Brennnessel, Fenchel, Holunder, Johanniskraut, Kamille, Melisse, Salbei, Rosmarin, Spitzwegerich und Tausendgüldenkraut verwenden. Daneben spielen Bewegung und gute Lebensordnung eine wichtige Rolle, um die Belastungen des Lebens bewältigen zu können.

Mit vielen Beispielen demonstrierte die Referentin die Anwendungen von Wassergüssen, Waschungen mit Essigwasser, Bürstenmassagen, Tau- und Wassertreten sowie des Heubades und erläuterte die positiven Auswirkungen auf Psyche, Stoffwechsel, Immunsystem, Herz, Kreislauf und Hormonsystem. GOV-Vorsitzende Elisabeth Mösbauer bedankte sich für den sehr interessanten Vortrag.
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