Zeitverlust, aber viele Vorteile

An der "Teunzer Kreuzung" treffen die Bundesstraße 22 (Ostmarkstraße), die Staatsstraße 2156 und die Kreisstraße SAD 42 aufeinander. Diese Vollkreuzung wird es künftig nicht mehr geben. Mit dem Umbau soll der Unfallschwerpunkt entschärft werden. Bilder: Portner (3)
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Teunz
31.10.2016
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Von Nabburg herkommend (rechts unten) gabelt sich die Staatsstraße. Zur Bundesstraße 22 geht es gerade weiter; nach rechts führt die Straße über eine Brücke in den Ort Teunz.

Die "Teunzer Kreuzung" gilt seit Jahren als Unfallschwerpunkt. Das Staatliche Bauamt legte 2009 erste Umbaupläne vor, die auf wenig Zustimmung trafen. Nun gibt es einen neuen Vorentwurf. Doch bis die Bagger anrollen, dauert es.

Teunz/Oberviechtach. (ptr) Bürgermeister Norbert Eckl und sein Stellvertreter Adolf Hammer empfingen am Montag Leitenden Baudirektor Henner Wasmuth und Frank Viehmann, Abteilungsleiter Straßenplanung, im Gemeindehaus Teunz. Auch der Stimmkreisabgeordnete Karl Holmeier war anwesend. Dieser hatte den Anstoß zu dem Gespräch gegeben, nachdem er kürzlich beim Dämmerschoppen des CSU-Ortsverbandes angesprochen hatte, dass für die Staats- und Bundesstraßen Hunderte von Millionen Euro bereitstehen, in vielen Fällen aber das Baurecht nicht vorhanden sei.

Nun wollte Bürgermeister Eckl von der Fachstelle den Sachstand zum seit langem geplanten Umbau der "Teunzer Kreuzung" einholen. "Die Bürger wollen wissen, wie es weitergeht und ob es bei einer Brücke bleibt", eröffnete Eckl das Gespräch im kleinen Kreis. "Streiten oder auf die Leute hören?" Baudirektor Henner Wasmuth blendete kurz zurück auf die Anfänge. Schon im Juli 2009 hatte das Amt eine Vorplanung für den Kreuzungsumbau vorgelegt. Viele Bürger fanden die Abbiegeregelung mit zusätzlicher Kurve als zu umständlich, daraufhin wurden verschiedene Varianten diskutiert.

Brücke über B 22


"Jetzt haben wir eine Planung, bei der wir hoffen, dass der Großteil der Einwendungen berücksichtigt ist", sagte der Beamte und übergab dem Bürgermeister einen Vorabzug. Die Vollkreuzung fällt damit künftig weg. Aus Richtung Nabburg mündet die Staatsstraße 2156 (6,7 Prozent konstantes Gefälle) weiter nördlich direkt in die Bundesstraße 22 ein. Wer nach Teunz fahren möchte, biegt am Berg rechts ab und gelangt über eine Brücke (Fertigteilträger anstatt früher vorgesehenes Integralbauwerk) in den Ort. Die Kreisstraße SAD 42 wird leicht angehoben, weist aber auf Höhe der Einfahrt zum Omnibusunternehmen Fischer die gleiche Höhe wie bisher auf.

"Die Vorplanung wurde bereits dem Kreistag in Schwandorf vorgestellt", sagte der Baudirektor. Viehmann erläuterte noch einige Details, wie das Regenrückhaltebecken. Grundstücksverhandlungen seien noch nicht angelaufen, dafür benötige man einen tragfähigen Plan. Mitte November wird der Entwurf der Regierung der Oberpfalz in Regensburg vorgestellt. Die Vervollständigung der Antragsunterlagen wird etwa bis Mitte 2017 dauern; drei Monate später könnte dann die öffentliche Auslegung starten. Frühestens im Sommer 2018 bzw. Frühjahr 2019 sei mit dem Baubeginn zu rechnen. Dauern wird die Maßnahme etwa zwei Jahre.

Gemeinde zahlt nichts


"Wir müssen erst unsere Hausaufgaben machen und dann nach dem Geld rufen", stellte Henner Wasmuth klar. Die Kosten (geschätzt etwa fünf Millionen) müssen sich der Bund (etwa die Hälfte) sowie der Freistaat Bayern und der Landkreis Schwandorf teilen. Auf den Gemeindehaushalt kommen keine Ausgaben zu. "Auf die Wünsche der Gemeinde ist eingegangen worden", stellte der Stimmkreisabgeordnete abschließend fest und der Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach betonte: "Wir haben den Zeitverlust durch eine Umplanung in Kauf genommen, anstatt in eine ,Kampfhandlung' zu gehen. Es war wichtig, dass wir mit den Leuten gesprochen haben." (Hintergrund)

Auf die Wünsche der Gemeinde ist eingegangen worden.MdB Karl Holmeier (CSU)
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