TGW Logistics Group: Wachstumsstrategien und positive Entwicklungen
Stolz auf Software aus Teunz

Wirtschaft
Teunz
12.12.2014
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Die TGW Logistics Group in Wels ist zufrieden mit der neuen Tochter. Nach einem halben Jahr steht für Geschäftsführer Harald Schröpf fest: "Wir freuen uns auf die Zukunft!" Um den Oberpfälzer Standort zu stärken, wurde im Oktober das Klug-Gebäude im Lindenweg gekauft.

Monate mit "Volldampf" liegen hinter Geschäftsführung und Belegschaft. Nächste Woche ist Betriebsversammlung mit Weihnachtsfeier, anschließend beginnt der zweiwöchige Betriebsurlaub über die Feiertage. Das ist eine Neuerung. "Nicht die Einzige", wie Schröpf bei einem Pressegespräch zugibt.

Positive Entwicklung

Nach der Übernahme der Klug Integrierte Systeme am 1. Juli 2014 und der Neugründung der TGW Software Services waren Mitarbeiter und Kunden zunächst etwas "verunsichert". Das habe sich schnell gelegt. "99 Prozent der Kunden sind uns treu geblieben", freut sich der Geschäftsführer über die positive Entwicklung. "Wir wussten, dass wir mit Klug eine vielversprechende Akquisition getätigt haben, und was wir bisher erlebt haben, bestätigt unsere Erwartungen." Schröpf nennt auch Zahlen: In den fünf Monaten freute sich das Team über mehr als 14 Millionen Euro Auftragseingang.

Für die TGW Software Services sei eine klare Wachstumsstrategie geplant. Die Basis dafür seien die Aufträge aus dem Systemintegrations-Geschäft der TGW-Gruppe sowie die Aufträge von Bestandskunden (Anteil rund ein Drittel). Neu sei, dass der Standort Teunz nur noch Dienstleister für die Lieferung von IT-Software und Steuerungstechnik ist und nicht mehr Generalunternehmer. "Wir sind sehr stolz, mit den Technologien am Markt präsent zu sein und setzen sie laufend bei neuen Aufträgen ein", erklärt Schröpf. Bei der größten Baustelle in der Schweiz baut TGW ein Verteilzentrum für Coop, alleine drei Millionen Euro werden hier in Software aus Teunz investiert.

"Im IT-Sektor sind wir für die nächsten eineinhalb Jahre ausgebucht", beschreibt Schröpf eine "stabile Situation". Projekte könnten deshalb nach Verfügbarkeit von Personal und Technik ausgewählt und seriös kalkuliert werden. Um den Standort Teunz zu stärken, sei im Oktober der Gebäudekomplex in der Lindenstraße 13, der bisher angemietet war, gekauft worden.

"Oberpfälzer sind fleißig, Österreicher nicht ganz so verbissen - aber beide sprechen gerne Dialekt." Laut Schröpf, einem gebürtigen Weidener, gibt es bei der Mentalität nur wenig Unterschiede. "Wir kommen gut miteinander zurecht", beschreibt er das Verhältnis. "Teunzer arbeiten in Wels und umgekehrt." 240 Kilometer und zwei Stunden trennen die beiden Firmenstandorte. Insgesamt hat die TGW rund 2000 Mitarbeiter weltweit, bei einem Umsatz von 371 Millionen Euro im Wirtschaftsjahr 2013/14.

Neue "Leitplanken"

250 Mitarbeiter arbeiten aktuell bei der TGW Software Services in Teunz; zum Zeitpunkt der Insolvenz von Klug waren es 310. "Es gab einige Abgänge, aber wichtige Leute haben wir halten können", erklärt der Geschäftsführer. Das Unternehmen lege weiterhin großen Wert auf die Ausbildung. Zudem werden aufgrund der Auftragslage neue Mitarbeiter im Bereich Software und Steuerungstechnik gesucht. Nach der Übernahme mussten sich die Mitarbeiter auf einige neue "Leitplanken" einstellen und sich der "Mutter" in Wels anpassen. Es gibt aber auch Dinge aus Teunz, die künftig bei der TGW in Wels und am Standort in England eingeführt werden. Schröpf spricht hier das Ausbildungskonzept an, mit dem die Teunzer schon den vierten Bundessieger stellten (siehe Seite 17).

Klug-Lagerlogistik aus Teunz gibt es seit 1995. Eine 20 Jahr-Feier wird es 2015 nicht geben. "Aber wir können ja in fünf Jahren ,25 Jahre Standort Teunz' feiern", bietet Harald Schröpf eine Perspektive. Der gebürtige Weidener hat für sich eine andere. Er wird künftig weniger in Teunz sein, denn ab Januar wird die Führungsstruktur neu aufgesetzt. "Der Standort Teunz soll für sich agieren können", erklärt er und stellt akzentfrei fest: "Ich bin Österreicher".(Seite 17)
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